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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Plan B – die weiße Eule und ich

Meine Geschichte um Plan B neigt sich dem Ende zu. Es wird hier noch ein oder zwei Kapitel geben und dann wird das Ganze in Buchform und als EBook erscheinen. Geplanter Termin für die Veröffentlichung ist Anfang August.

Genaugenommen ist der Plan B eine Alternative, falls der ursprüngliche Plan nicht gelingen sollte. Es passiert im Leben schon ziemlich oft, dass wir einen solchen brauchen. Mein ganz persönlicher Plan B manifestiert sich in Form einer sprechenden Eule, die als weiße Dekofigur auf meinem Schreibtisch sitzt.

Ich wollte doch eigentlich nur mein erlerntes Wissen aufbereiten und einen Einsteiger-Kurs für Leute, die ihr Leben ändern wollen, kreieren. Das was daraus entsteht, wird jedoch wohl mein eigenes Leben umkrempeln.

 

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Plan B und das „richtige Denken“

Irgendwas stimmt nicht mit der Eule. Sie sieht heute so anders aus. Gar nicht mehr so lebendig, denke ich mir. Obwohl ich mich bei diesem Gedanken frage, wie lebendig denn eine Plastefigur aussehen kann.

„Ist was?“, will ich von ihr wissen.

Sie wackelt mit dem Kopf. „Unsere Zeit ist um.“

„Was heißt das?“, hake ich nach.

Sie macht ein leicht verlegenes Gesicht: „Ich kann nicht unendlich mit dir schwätzen.“

„Warum nicht?“ Ich bin bestürzt. „Willst du mich jetzt etwa mit meinen Überlegungen alleine sitzen lassen?“

Die Eule schweigt.

„Das kannst du doch nicht machen! Ich habe mich an dich gewöhnt und an unsere Gespräche. Auch wenn du mich manchmal ganz schön genervt hast. Aber ich will nicht, dass das endet!“

Die kleine Figur schaut mich mit einem undefinierbaren Ausdruck an. „Du brauchst mich jetzt nicht mehr. Wir haben nur noch ein Gespräch und dann kommst du allein zurecht.“

„Komme ich nicht“, beharre ich bockig. Jetzt, wo ich mich so richtig an diese kleine Nervensäge gewöhnt habe, da will sie mich verlassen? Wer hat schon eine sprechende Dekofigur auf seinem Schreibtisch, mit der man philosophieren kann? Und außerdem habe ich sie ja doch irgendwie lieb gewonnen.

„Das ist aber süß“, meint sie.

„Du sollst nicht … „, will ich sie zurechtweisen. Aber ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn sie meine Gedanken liest, als wenn sie ganz aus meinem Leben verschwindet.

„Ich muss aber jetzt gehen“, beharrt sie. „Sonst wird das nix mit dir.“

„Was soll denn das heißen?“, empöre ich mich. „Ich habe eine ganze Menge von dir gelernt. Aber das ist doch noch längst nicht alles, was ich wissen will.“

Die Eule schweigt.

„Ich brauche dich!“, setze ich nachdrücklich hinzu.

„Genau das ist es!“, meint sie.

„Wie, jetzt?“, frage ich verständnislos.

„Du verlässt dich auf mich, aber das hindert dich, am selber denken. Darum muss ich mich jetzt zurückziehen.“ Sie hat schon wieder diesen Dozententon drauf und ich komme mir wie ein gescholtenes Schulkind vor.

„Es ist jetzt an der Zeit, dass du dich im richtigen Denken übst“, fährt sie fort. „Ich habe dir all die theoretischen Grundlagen beigebracht. Aber du hast sie noch nicht verinnerlicht. Weil ich deine Gedanken lesen kann, weiß ich, dass du oft noch denkst „die Eule hat gesagt“. Aber das ist nicht das, was man unter dem Begriff „richtiges Denken“ versteht. Es geht vielmehr darum, dass du dir all diese Erkenntnisse zu eigen machst und als deine eigene Wahrheit begreifst.“

„Aber“, will ich widersprechen. Doch sie schüttelt mit dem Kopf.

„Noch viel zu oft denkst du bei dir, dass ich dir das so und so erklärt habe. Du glaubst mir zwar, aber du hast das Ganze noch nicht verinnerlicht. Es ist noch nicht deins.

„Richtiges Denken“ bedeutet nicht, dass man darüber nachdenkt, wie es sein sollte, sondern dass man seine eigene Wahrheit denkt.“

„Und wie mache ich das?“, maule ich.

„Deine Gedanken, deine Emotionen und deine Handlungen formen den Erfolg deines Lebens. Sie sind der Stoff, der Erreichen der persönlichen Ziele führt. Solange du dich von den Umständen im Außen in deinem Denken beeinflussen lässt, denkst du nicht wirklich, sondern wirst du sozusagen gedacht.“

Ich schweige und so fährt sie fort.
„Du denkst, dass du ohne meine Hilfe nicht zurechtkommst. Also wird es so sein. Du verlässt dich auf mich als äußeren Faktor. Das ist zwar eine geistige Aktivität, aber nicht das richtige Denken, welches gewollte Ergebnisse schafft. Du kennst die Naturgesetze und weißt, wie du dich verhalten musst. Wenn du jetzt noch richtig denken lernst und es auch tust, dann kann dich nichts mehr aufhalten. Je mehr du übst, desto kraftvoller wird das Ganze. Die Ergebnisse bestätigen die Wahrheit deiner Gedanken und dadurch wird das „richtige Denken“ immer präziser und du gleichzeitig authentischer.“

Ich muss zugeben, dass ich mich schon ziemlich stark auf sie verlassen habe und meine eigene Denkweise noch nicht wirklich geändert habe. Es nützt wohl nichts, wenn man die Sachen weiß, man muss sie auch anwenden.

Plan B sagt nichts, aber strahlt mich an.

„Und wenn ich es kann, kommst du dann wieder?“

Sie schweigt immer noch, zwinkert mir aber mit einem Auge zu.
Und plötzlich ist sie nichts weiter als eine kleine weiße Plastikfigur, der man nicht ansieht, dass sie jemals sprechen konnte.


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Plan B und das Unterbewusstsein

„Wie ist das nun mit dem Unterbewusstsein?“, drängele ich.

Plan B seufzt.

Ich lasse nicht locker. „Du hast mir bisher immer alles so erklärt, dass ich es verstanden habe.“ Ich schaue erwartungsvoll zu der kleinen Plastikfigur.

Die zuckt resigniert mit den Schultern. „Wenn wir davon ausgehen, dass dein Bewusstsein der Wächter am Tor ist, dann ist das Bewusstsein … “ Sie zögert.

Ich versuche einzuspringen: „Der Schatz? Der Drache? Die Prinzessin?“

Die Eule schüttelt den Kopf. „Sagen wir mal, der Garten.“

„Garten?“, zweifle ich. „Was wächst denn da?“

Die Eule nickt. „Genau, ein Garten! Dass was der Wächter durchlässt, fällt als Samen in den Graten.“

Sie fängt an, mit auf dem Rücken verschränkten Flügeln, auf und ab zu gehen. Mir ist sofort klar, jetzt kommt ein längerer Monolog. „Das Unterbewusstsein übernimmt die vom Bewusstsein übermittelten Informationen. Es kann sie bei Bedarf wieder abrufen und weiterverarbeiten. Dabei arbeitet es völlig wertfrei. Es kümmert sich nicht darum, ob das, was es bekommen hat, richtig oder nützlich ist. Um zum Garten zurückzukehren: Es ist ihm vollkommen egal, ob das Unkraut ist, verwertbares Gemüse oder schöne Blumen. Es werkelt immer im Hintergrund und lässt das Wachsen, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst. Wenn du jetzt glaubst, dass dir immer alles schief geht, dann hat es nichts Besseres zu tun, als die Pflanze „Mir geht alles schief“, zu wässern, zu hegen und zur vollen Größe erblühen zu lassen. Drehen sich deine bewussten Gedanken um ein Problem, dann wird das auch im Unterbewusstsein wachsen.“

„Ach du heiliges Kanonenrohr“, sage ich. Da habe ich gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen, bevor ich das Sch-Wort gebrauche. „Ich kann doch nicht die ganze Zeit denken: Alles wird gut, alles wird gut. Trallalala.“

„Du musst dem Wächter die richtigen Samen geben.“ Die Eule grinst. Ich verstehe bis heute nicht, wie man mit einem Schnabel grinsen kann, aber es ist so. „Lass die richtigen Gedanken durch. Denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen.“

???

„Wenn du aufhörst, dein Problem als solches anzusehen, sondern als Herausforderung, die einer Lösung bedarf, wird sich dein Unterbewusstsein darauf konzentrieren. Mache dir einen groben Plan, sozusagen als Samen und lasse den im Garten wachsen. Ein Beispiel, wie sowas funktionieren kann, ist das Cluster-Verfahren.“

Jetzt bin ich vollkommen irritiert und das sieht sie mir auch an.

„Sagen wir mal, du willst deine Freunde zum Grillen einladen und möchtest das Ganze optimal vorbereiten. Dann nimmst du ein Blatt und schreibst in die Mitte das Wort Grillen. Darum ziehst du einen Kreis. Dann schreibst du rundherum, was die im Moment so einfällt. Essen, Trinken, Kohle, Stühle … Keine Ahnung, was da noch dazu gehört, denn ich grille selten.“ Sie grinst schon wieder. „Um jedes dieser Worte machst du wieder einen Kreis, den du durch Linien mit der Mitte verbindest. Zu jedem der kleinen Kreise machst du weitere Notizen. Dabei verfährst du immer nach dieser Methode. Das Wort im Kreis ist der Samen und das Unterbewusstsein lässt ihn wachsen.“

Ich bin verblüfft. „Geht das mit allem so einfach?“

Plan B verdreht die Augen. „Das war doch jetzt nur ein Beispiel, um dir die Sache zu verdeutlichen. Aber im Prinzip kann man das schon so sehen. Wenn du in die Mitte „Reich werden“ schreibst, dann bekommst du sicher einige interessante Vorschläge.“

Die Eule wackelt amüsiert mit dem Kopf. „Einmal aufschreiben reicht natürlich nicht. Der Wächter muss aufpassen und nachlegen, damit im Garten das wächst, was du willst.“

Wie, um es sich selber noch einmal zu bestätigen, nickt sie mit dem Kopf. „Wenn dein Bewusstsein wirklich etwas vorhat, dann wird das Unterbewusstsein alles darauf ausrichten, um ans Ziel zu kommen. Dein Denken, Fühlen und Handeln werden in diese Richtung gehen.“

„Ist ja krass!“, werfe ich beeindruckt ein und überlege, was ich mir denn so vorstellen könnte.

Plan B holt mich gleich wieder von meiner Wolke herunter. „Hey, du musst es schon ernst meinen! Glaub ja nicht, dass der Wächter doof ist. Der lässt nichts durch, wovon du nicht selber überzeugt bist.“

Nach einer kurzen Pause meint sie. „Als Nächstes unterhalten wir uns wohl mal über das Denken.“

„Hallo? Na klar kann ich denken!“

„Aber denkst du das Richtige?“, will sie wissen, macht ein hochmütiges Gesicht und schließt die Augen. Das ist das Signal für mich: Heute bekomme ich nichts mehr aus ihr heraus. Wahrscheinlich muss sie selber erst mal überlegen, wie sie das formuliert, frohlocke ich ohne Worte. Und auf einmal bin ich gar nicht mehr so sauer, dass sie meine Gedanken lesen kann, denn ich sehe, wie sie den Schnabel zukneift, um nicht darauf zu antworten.


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Plan B und das Bewusstsein

„Hör auf, dir Sorgen zu machen!“ Plan B schaut mich vorwurfsvoll an.

„Du hast gut reden“, erwidere ich. „Du bist eine Plastikfigur, stehst auf meinem Schreibtisch herum und musst dir keine Gedanken über Miete, Strom und andere Kosten machen. Du brauchst ja nicht mal was zum Essen“, maule ich weiter.

Die Eule verdreht die Augen. „Wie oft habe ich schon mit dir über negative Gedanken geredet?“

„Ja, aber ..“

„Halt jetzt den Schnabel!“, unterbricht sie mich.

Ich habe keinen Schnabel, will ich widersprechen, aber ich lasse es, denn es wäre ja doch bloß Haarspalterei. Stattdessen schaue ich sie erwartungsvoll an.

Sie seufzt, plustert sich einmal kurz auf und beginnt mit wichtiger Miene. (Ich weiß aus Erfahrung, dass das jetzt ein längerer Vortrag wird.) „Menschen sind kompliziert. Sie funktionieren auf verschiedenen Ebenen. Für unsere Betrachtungen sind das Bewusstsein und das Unterbewusstsein interessant. Über das Bewusstsein agiert man mit der äußeren Welt. Dort werden die Informationen verarbeitet die durch Sehen, Hören, Fühlen und Schmecken über die Sinne eingehen. Dort werden logische Zusammenhänge erstellt, Gedanken gewälzt und es ist Sitz des freien Willens. Es ist ebenfalls für die Entscheidungen verantwortlich. Aus den eingehenden Informationen können Ideen entstehen, Gedenken kreiert und Ziele entwickelt werden. Das Bewusstsein ist verantwortlich dafür, ob du etwas akzeptierst oder ablehnst. Man kann es, zum Glück, nicht von außen zwingen, über etwas nachzudenken oder eine bestimmte Idee anzunehmen.“

Jetzt habe ich sie! „Und was ist mit Gehirnwäsche und Manipulation?“

„Das gehört in den Bereich des Unterbewusstseins. Hier sollte dein Bewusstsein einspringen, die Alarmglocken läuten und fragen, warum du so und so reagierst. Dazu gehört etwas Übung, aber man kann solche Techniken erkennen. Besonders leicht ist es bei kleinen Kindern, die heulen, wenn sie etwas nicht bekommen. Da sagt dein Verstand dann schon, dass das nichts als Erpressung ist. Gibst du nach, dann ist es deine bewusste Entscheidung.“

„Bewusst?“, zweifle ich.

„Na klar“, grinst die Eule. „Du hast in Sekundenschnelle entschieden, dass dir das Gebrüll unangenehmer ist, als auf deinem Standpunkt zu beharren.“

„Hmm“, brumme ich.

„Solche Entscheidungen liegen tatsächlich bei dir. Zumindest, wenn du sie nicht sofort an das Unterbewusstsein weiterreichst. Dann machst du Sachen, bei denen du dich im Nachhinein selber fragst, was dich geritten hat“, meint sie. „Aber das ist ein weites Feld und bringt uns jetzt etwas vom Thema ab. Auf alle Fälle glaubst du doch wohl nicht daran, dass du einen tollen Tag bekommst, wenn du dir einen bestimmten Brotaufstrich am Morgen auf das Brötchen schmierst.“

„Werbung ist Quatsch“, stimme ich zu.

„Das siehst du so, weil dein Bewusstsein sich entschlossen hat, diese Informationen als Reklame einzustufen. Es ist sozusagen der Filter oder der Wächter vor dem Unterbewusstsein. Sonst würdest du sofort losrennen und das Zeug kaufen.“

Ich nicke.

„Alle Gedanken, die im Bewusstsein entstehen, bestimmen deine Emotionen und Gefühle. Daraus entstehen deine Handlungen. Und die sind verantwortlich für den Erfolg, den du im Leben hast.“

„Das hast du schon so oft gesagt. Und warum genau soll ich mir nun keine Sorgen machen, wenn mein Konto fast leer ist?“

Sie verdreht schon wieder die Augen. „Wenn du befürchtest, dass du finanzielle Probleme bekommst, wie fühlst du dich dann?“

„Mies“, antworte ich wie aus der Pistole geschossen.

„Was denkst du?“, hakt sie nach.

„Was wohl?“, brause ich auf. „Warum mir sowas immer passiert? Ich strample mich hier ab und am Ende kommt nix raus! Es reicht gerade mal so, aber große Sprünge kann ich nicht machen.“

„Was macht diese Vorstellung mit dir?“, fragt sie ungerührt.

„Am liebsten würde ich gar nichts mehr machen! Es hat doch sowieso keinen Zweck.“

„Welche Handlungen entstehen aus diesen Gedanken und Gefühlen?“

Was will sie denn jetzt schon wieder? „Na, nichts“, maule ich.

Die Eule strahlt. „Genau!“

???

„Wenn du dich als Opfer fühlst, das nichts machen kann, dann wirst du dich auch so verhalten. Das Ergebnis ist, das alles so bleibt, wie es ist. Dein Unterbewusstsein hat über den Bewusstseins-Filter die Information bekommen, dass es keinen Handlungsbedarf gibt. Seine einzige Aufgabe besteht momentan darin, miese Gefühle auszuschütten. Und wenn du Pech hast, dann verstärken die deine trüben Gedanken noch.“

Verflixt. „Und was soll ich dagegen tun?“

„Anders denken.“ Sie zieht diesen Satz lang, als wäre ich schwer von Begriff.

„Bist du auch manchmal“, kommt es prompt von ihr.

„Jetzt steh auf, nimm den Hund und gehe eine Runde spazieren“, sagt sie im Befehlston. „Dabei gibst du deinem Bewusstsein die Aufgabe nachzudenken, welche Möglichkeiten es gibt, deinen Kontostand aufzubessern.“

Ich finde, das ist gar keine schlechte Idee.

„Und ich denke inzwischen nach, wie ich dir das mit dem Unterbewusstsein nochmal deutlich mache“, meint sie, schließt die Augen und erstarrt zu einer unbeweglichen Dekofigur.