junggenug

Du kannst es immer noch ….


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Fünf erstaunliche Erkenntnisse darüber, was deine Haltung mit deinem Lebensgefühl zu tun hat

Vielleicht erwischt es auch die stärksten Menschen ab und zu mal – dieses Gefühl der Unzulänglichkeit. Du hältst dich für klein und ungeliebt. Denkst, dass dich andere Leute nur ausnutzen und dich niemand wirklich wertschätzt. Wenn du jetzt noch richtig mies drauf bist, dann fängst du an dir deine Fehler aufzuzählen, erinnerst dich an Sachen, die nicht geklappt haben und Projekte, die du nicht beendet hast. Na toll! Nun fühlst du dich erst recht wie ein Versager. Das Dumme daran ist, dass sich diese Stimmung über kurz oder lang auch in deiner Körperhaltung ausdrückt.

Schau dich doch jetzt mal im Spiegel an. Die Schultern hängen nach unten, der Blick ist gesenkt, du  bist ein Bild des Jammers. Du siehst schon aus, als ob du nichts auf die Reihe bekommst.

Hey, jetzt denke bitte nicht ich will dich beschimpfen. Aber sind wir mal ehrlich: Wir beurteilen andere Menschen zuerst einmal nach Äußerlichkeiten. Kommt da jemand mit gesenktem Kopf und herabgezogenen Mundwinkeln, dann trauen wir ihm einfach nicht zu, dass er etwas energisch und voller Elan anpackt.

Daher lautet die Erkenntnis Nr. 1.: So wie du dich nach außen gibst, so wirst du eingeschätzt.

Kaum jemand hat Lust, sich freiwillig mit deprimierten und betrübten Leuten zu umgeben. Es sein denn, er ist selber so drauf oder er fühlt sich dadurch, dass du dich schlecht fühlst, einfach selber besser. Ich glaub, solche Typen brauchst du auch nicht in deinem Leben.

Erkenntnis Nr. 2: Wenn du Kummer und Frust ausstrahlst, wirst du garantiert die falschen Leute anziehen.

Dazu kommt dann noch folgende dumme Kettenreaktion: Wenn du dich gehen lässt und dieser miesen Stimmung nachgibst, dann wird es immer schlimmer. Die trüben Gedanken werden nicht weichen und der Frust bleibt. Schließlich beweist du dir ja gerade selber, wie mies dein Dasein ist.

Erkenntnis Nr. 3: Wenn du ständig mit hängenden Ohren durchs Leben gehst, dann wird sich daran nichts ändern.

Dann kommst du also schon fast am Boden zerstört deines Weges – und die Welt tritt dich auch noch vor das Schienenbein. Mach mal die Probe aufs Exempel. Geh mal auf ein Amt oder eine Behörde und nimm die Haltung von Bittstellern und Angsthasen an. Was glaubst du wie „freundlich“ man dich da behandelt? Versuch das auch mal in einem Autohaus. Du wirst dich wundern was man dir da für ein Fahrzeug verkaufen will.

Erkenntnis Nr. 4: So wie man dich aufgrund deiner Haltung einschätzt, so wird man dich behandeln.

Jetzt reicht es aber! Stell dich gerade hin, nimm eine bequeme und doch aufrechte Haltung an. Zaubere ein Lächeln in dein Gesicht und erinnere dich an die Sachen, die du gut kannst und auf die du stolz bist. Bringe dir Wertschätzung entgegen und drücke dies durch dein Auftreten aus. Merkst du wie du dich veränderst? Nicht nur im Aussehen, sondern auch in deiner Stimmung. Mit der Zeit fühlst du dich nicht mehr so klein und mickrig. Geh mal mit dieser Stimmung aufs Amt und ins Autohaus. Nun wirst du da ganz anders behandelt.

Stell dir jetzt außerdem noch die Frage, warum die Leute, die stets so gut drauf sind, immer aufrecht durchs Leben gehen.

???

Genau, du hast es erfasst. Die Haltung und die Psyche bedingen einander. In beide Richtungen. Man kann nicht richtig fröhlich sein, wenn der ganze Körper etwas anderes ausdrückt. Und wenn man aufrecht und mit einer gewissen Portion Stolz durch den Tag geht, dann macht das etwas mit unserer Stimmung. Wir fühlen uns einfach besser.

Darum kommt jetzt, die sicher wichtigste

Erkenntnis Nr. 4: Wie AUSSEN so INNEN.

Probier es aus!

mano


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Sieben Sachen, die verhindern, dass du dich gut fühlst

Manchmal rutschen wir in eine Lebensstimmung, in der wir glauben, dass die Welt ziemlich ungerecht ist. Irgendein unheimliches Verhängnis hat es stets auf uns abgesehen und das Schicksal zeigt uns ständig den Mittelfinger. Dabei muss nicht mal irgendetwas Schlimmes passiert sein. Wir haben das Gefühl das Leben uns ausbremst, wir einfach nicht vorwärtskommen und immer auf der Stelle treten.

Immer passiert mir sowas! Nie kann einfach mal alles glatt gehen! Pausenlos diese Probleme – ich hab es so satt!

Solche und ähnliche Gedanken gehen da durch den Kopf. Ich gebe es zu – ich habe mich auch schon mehrmals in solchen Situationen befunden. Man fühlt sich einfach nicht gut und kommt nicht raus aus diesem miesen Stimmungsloch.

Du meinst, dass die Lage in diesem Fall total verfahren ist und keine Aussicht auf Besserung besteht? Mache dir doch mal ehrlich Gedanken über diese sieben Punkte. Kann es sein, dass sie es sind, die dich daran hindern, dich besser zu fühlen. Und die daran Schuld sind, dass du es nicht schaffst um die Initiative zu ergreifen, damit du dich besser fühlst?

  • Schuldzuweisungen

Immer sind die anderen schuld. Du kannst ja nichts dafür. Der Partner, die Nachbarn, das Amt, der Staat. Ist das nicht ein bisschen einfach? Wenn du wirklich etwas anders haben wolltest, dann könntest du ja die Beziehung auflösen, umziehen, das Land verlassen…

  • Pessimismus

Es hat ja sowieso keinen Zweck! Ich brauch gar nicht erst anzufangen, denn es klappt ja eh nicht. Hallo? Du wirst es nie herausfinden, wenn du es nicht versuchst!

  • Suche nach Bestätigung der fatalen Situation

Genauso ist es immer! Ich fange an und dann passiert das und das. Bei XYZ war es auch so. Ich bringe ja sowieso nichts zu Ende, ich war schon zu doof für dieses und jenes. Meine Lehrer haben auch schon gesagt, dass ich kein Talent habe. Damit bist du  nicht nur pessimistisch, sondern suchst auch gleich noch Beweise dafür, warum diese Einstellung die richtige ist. Nun mach dich aber mal auf und Suche Beispiel wann was wo geklappt hat.

  • Mangelndes Selbstwertgefühl

Ich bin nicht gut genug. Ich trau mich nicht. Ich trau mir das nicht zu? Und überhaupt, was sollen die anderen denn dazu sagen? Schau dich mal um wie viele Leute Sachen machen, die sie nicht gelernt oder studiert haben. Wenn du das, was du machst gut findest, dann hast du deinen ersten Fan. Mach weiter, und andere werden folgen. Und hab ein bisschen Geduld!

  • Selbstmitleid

Ach ich bin so arm dran! Alles geht mir schief! Immer ich! Du jammerst ständig herum. Zuerst hört man die vielleicht noch zu. Aber mit der Zeit gehst du den Leuten gewaltig auf den Wecker. Und indem du deine Situation immer wieder wie ein Mantra herunterleierst, verfestigst du sie nur noch. Wem soll dein Unterbewusstsein glauben, wenn nicht dir? Also mach etwas. Am besten etwas, was du dir noch nie getraut hast. Du wirst erstaunt sein, wie gut du dich hinterher fühlst.

  • Nicht NEIN sagen können

Zu diesem Thema gibt es ganz Bücher. Darum nur ganz kurz: Sag nicht Ja wenn du es nicht möchtest. Das gilt fürs heiraten, für das Füttern der Nachbarskatze genauso wie für irgendwelche anderen Bitten, die an dich herangetragen werden. Du kannst nicht allen Menschen einen Gefallen tun, denn dann bleibst du am Ende auf der Strecke. Denke daran: Everybody’s Darling is everybody’s Depp!

  • Die Vergangenheit verklären

Früher war alles besser! Ich antworte darauf dann immer: Früher hatten wir auch noch einen Kaiser! Was soll das Vergangene? Wir leben jetzt und müssen mit der Gegenwart zurechtkommen. Was vorbei ist, ist vorbei. Leider neigt unser Gehirn dazu (wenn wir es lassen) sich an die Dinge recht einseitig zu erinnern. Da kann das Leben in der Rückschau schon mal einen rosaroten Filter bekommen. Aber sei mal ehrlich – es war nicht alles nur super, spitze oder perfekt

Hast du einen oder mehrere dieser Punkte bei dir entdeckt? Dann solltest du deine innere Einstellung auf dem Gebiet unbedingt ändern. Du wirst erstaunt sein, um wieviel du dich besser fühlen wirst.

Aus einer anderen Perspektive sieht alles ganz anders aus! Denk an Pico Yver: “Es sind nicht die Erlebnisse die uns formen, sondern wie wir sie interpretieren.

polaritaet

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Warum es ok ist, wenn man ab und zu mal gern allein ist

Ich bin die ganze Woche über mit Menschen zusammen. Und weil ich als Trainerin im Sportverein agiere, bin ich sozusagen der Vorturner. Der Pausenclown, die „Immer-gut-Draufsein-Frau“. Das macht meistens Spaß, ist aber manchmal auch verdammt anstrengend. Darum bin ich auch mal gern allein. Ich finde das völlig normal und dachte, das wäre doch auch mal ein nettes Thema für einen Beitrag. Um zu sehen „was die Welt dazu sagt“ gebe ich bei google, als Frage „warum man manchmal auch gern allein sein will“ ein. Die anzeigten Antworten schaffen es, dass ich erstaunt die Augenbrauen hochziehe. Anscheinend ist es nicht normal, dass man ab und zu mal gern allein ist. Ich bekomme hauptsächlich Artikel von psychologischen Foren angezeigt, in denen Leute sich über das Alleinsein beklagen. Ich bin ab und zu gern allein. Muss ich mir jetzt Sorgen um meinen seelischen Zustand machen?

Zum Glück finde ich dann noch einen Beitrag einer Frauenzeitschrift, der mir diese Ängste nimmt.

Eine der Zwischenüberschriften lautet: Alleinsein ist keine Notlösung, sondern ein Akt der Selbstbestimmung. Es macht stark!

Das bedeutet: Ich bin nicht allein, weil ich es muss, sondern weil ich mich dafür entschieden habe. Meine Isolation ist selbstgewählt und ein Teil meiner persönlichen „Lebenspflege“. Allein oder nur mit Hund, (aber der zählt nicht, weil er „anders kommuniziert“) in den Wald zu gehen, ist Erholung. Ich kann mich auf meine eigenen Gedanken und Gefühle konzentrieren. Kann schneller und langsamer werden, ohne es begründen zu müssen. Kann stehenbleiben, mich hinsetzen oder mich auf den Bauch legen, um einen Käfer zu betrachten. Ich bestimme den Weg, das Tempo und die Dauer. Ich bestimme selbst. Und bestimme auch, wann ich wieder „in die Welt zurückkehre“.

Nächste Überschrift: Alleinsein ist kein Zustand des Mangels, sondern die Möglichkeit, sich zu entspannen.

Weil man den ganzen Tag beim Zusammensein mit anderen Leuten konfrontiert wird, bekommt man unzählige Informationen. Positive, negative und auch überflüssige. Irgendwann möchte man gern auch mal „nichts hören.“ Das schließt natürlich auch die Medien-Abstinenz mit ein. Wer seinen Urlaub im Ausland verbracht hat, wo er die Sprache kaum oder gar nicht versteht, der kann den heilsamen Effekt, mal nichts von der Welt mitzubekommen, sicher bestätigen. Alleinsein muss jedoch keine absolute Stille bedeuten: Waldesrauschen, Vogelstimmen, Käfergebrumm – all das sind Töne, die wir nicht mit direkten Informationen verbinden. Unser Gehirn braucht nichts zu verarbeiten, kann entspannen. Die Gedanken können kommen und gehen. Wie entspannend!

Etwas später folgt: Bewusst alleine sein kann glücklich machen!

Macht es, brumme ich vor mich hin, als ich an diese Stelle des Artikels komme. Dazu brauche ich keine Diplom-Psychologin, die sich zu diesem Thema äußert. Trotzdem finde ich es spannend, dass diese Ursula Werner ein Buch über „die Kunst des Alleinseins“ geschrieben hat. Und das gibt es sogar schon in einer neuen Auflage. Wahrscheinlich bin ich doch nicht so allein mit meiner Vorliebe für das Alleinsein.

Natürlich gibt es auch zu dieser Problematik einige kluge Sprüche. Die (für mich) passendsten habe ich hier mal zusammengetragen:

Überlege wohl, bevor du dich der Einsamkeit ergibst, ob du auch für dich selbst ein heilsamer Umgang bist. Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Wenn du Einsamkeit nicht ertragen kannst, dann langweilst du vielleicht auch andere. Oscar Wilde

Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei. Arthur Schopenhauer

Einsamkeit ist das Los aller hervorragender Geister: sie werden solche bisweilen beseufzen, aber stets sie als das kleinere von zwei Übeln erwählen. Arthur Schopenhauer

Einsamkeit ist das Los aller hervorragender Geister: sie werden solche bisweilen beseufzen, aber stets sie als das kleinere von zwei Übeln erwählen. Arthur Schopenhauer

Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise, Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise. Friedrich Rückert

mano

 


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Warum immer alles zwei Seiten hat

Meine Großmutter hatte ein ganzes Arsenal an Lebensweisheiten. Eine davon war: Auf zwei Hochzeiten kannst du nicht tanzen. Natürlich versucht man sich als junger Mensch immer irgendwie gegen die Erfahrungen, die von man den Älteren quasi aufs Butterbrot geschmiert bekommt, anzugehen. Schließlich könnte man ja immerhin beide Feste nacheinander besuchen oder irgendeinen anderen seltsamen Kompromiss finden. Dass das im Leben eben nicht geht, das merken wir dann doch meist recht schmerzvoll. Entweder verletzen wir mit unseren Entscheidungen jemanden unbewusst oder wir zahlen mit dem Verlust unseres inneren Gleichgewichts.

Wer versucht immer und jederzeit alles unter einen Hut zu bringen, der scheitert über kurz oder lang daran. Manchmal erhalten wir für unsere Bemühungen Vorwürfe und ernten Unverständnis. Das ist genaugenommen noch das angenehmere Ergebnis. Oft bezahlt man seinen Übereifer sogar mit gesundheitlichen Problemen, die aus dem vorangegangenen Stress resultieren. Natürlich gab es auch für diese Situation einen passenden Spruch: „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann.“

Aber selbst wenn wir uns für etwas entscheiden, dann sollten wir uns darüber klar werden, dass wir damit nicht nur einer Sache zustimmen, sondern auch eine andere Möglichkeit ablehnen.

Das lässt sich ganz leicht untermauern, wenn man sich mit asiatischen Lebensweisheiten beschäftigt. Die sind meist etwas subtiler als unsere Großmutter-Sprüche, beinhalten aber eben solche Wahrheiten.

„Alles was ist, birgt auch gleichzeitig einen Gegensatz in sich“ ist so eine Aussage, die man vielleicht erst einmal einer näheren Betrachtung unterziehen muss, um sie zu akzeptieren. Etwas was uns traurig macht, kann uns auch glücklich machen? Wie soll denn das gehen?

Um das zu erfassen, sollte man das Leben im Zusammenhang betrachten. Wenn uns eine Situation nicht behagt und wir uns darin ein Unwohlseinl verspüren, haben wir die Möglichkeit das hinzunehmen und unser „Seelenheil“ in der Resignation zu suchen. Oder wir raffen uns auf, ändern die Umstände und fühlen uns besser. Es ist alles drin, wir müssen es nur erkennen. Wann immer wir zu etwas JA sagen, dann bedeutet es auch gleichzeitig ein NEIN zu einer anderen Konstellation.

Ein weiterer Aspekt der Zwei-Seiten-Betrachtungen ist, dass alles was im Moment schön und gut ist, auch den Kern des Gegenteils in sich trägt. Wir freuen uns über die Geburt unseres Kindes und richten unser ganzes Sein darauf, ihm eine glückliche Zukunft zu ermöglichen. Aber in diesem Augenblick steht schon fest, dass es uns eines Tages verlassen wird, um sein eigenes Leben zu leben. Das Glück der Geburt birgt schon den Keim des traurigen Abschieds in sich.
Der Tod eines lieben Menschen scheint nicht ein Stückchen Trost an sich zu enthalten. Und doch trifft man immer wieder auf Hinterbliebene, die nach einer Zeit des Trauerns einen neuen Anfang wagen. Sie legen sich ein Hobby zu, gehen auf Reisen oder tun etwas, woran sie vorher nicht gedacht hätte. Hier versteckt sich im Verlust eine Chance. Zugegeben, das ist ein recht krasses Beispiel. Und wer gerade in einer solchen Situation steckt, der will dergleichen Worte garantiert nicht hören.

Betrachtet man das Leben jedoch mit einem gewissen Abstand, dann kann man sich dieser Erkenntnis nicht verschließen. Wir alle mussten schon irgendwann die Erfahrung machen, dass wir uns über etwas, das nicht geklappt hat, geärgert haben. Einige Zeit später stellt sich dann aber heraus, dass es genau richtig war, weil wir sonst mächtig auf die Nase gefallen wären. Dummerweise geht es auch andersherum. Was sich zuerst als ein Glücksfall präsentiert, erweist sich im Nachhinein als ein echter Fehlgriff.

Der nächste schlaue Spruch stammt leider nicht von Oma, sondern hing an der Wand einer Organisation, für die ich einmal gearbeitet habe: „Jedes Ding hat zwei Seiten. Eine helle und eine dunkle. Und wenn du keine helle Seite findest, dann nimm eine dunkle und putze sie solange, bis sie glänzt.“ Mein Zusatz dazu lautet: Manchmal reicht auch nur abwarten.

Also bleib schön gelassen, was immer dir auch passieren sollte. Meist ist es nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. Und denke auch ab und zu an meinen Lieblingsspruch von Pico Yver: “Es sind nicht die Erlebnisse die uns formen, sondern wie wir sie interpretieren.

Kloster2


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12 Wege zum Entspannen

Im Moment geht es in meinem Leben recht hektisch zu. Ich habe eine ganze Menge privater Trubel, der zwar nicht negativ ist, aber gerade zum Dauerstress ausartet.

So ist es kein Wunder, dass ich am liebsten auf Norbert, meinen inneren Schweinehund, hören würde. Der möchte nämlich mit einem Glas Wein und einen Liebesroman ins Bett. Die anstehenden Arbeiten könne ich ja morgen noch erledigen. Und außerdem brauche ich mich doch nicht so stoisch an die Vorgabe zu halten, dass am Donnerstag auf junggenug ein neuer Artikel erscheinen muss. Schließlich habe ich mir dieses Ziel selber gesetzt. Und da könnte ich das auch aushebeln.

Irgendwie hat er ja auch Recht. Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich fast geneigt, seinen Vorschlägen nachzugeben. Allerdings ist da noch der Gedanke, dass ich mich am Abend richtig mies fühlen werde, weil ich meine eigenen Regeln gebrochen habe.
Da gefällt mir die Idee, aus der Not eine Tugend zu machen, doch viel besser.

Ich sammle also kurzerhand mal 12 Methoden, um mich zu entspannen:

  • Da wäre als erstes einmal Qigong. Das praktiziere ich schon viele Jahre und es hilft mir immer wieder, mit mir ins Reine zu kommen. Die Übungen sind langsam, sanft und beruhigen ungemein.
  • Atemübungen sind auch eine tolle Sache. Tief einatmen, Halten und dann ausatmen. Ganz langsam ausatmen. Wenn möglich bis 10 zählen und allen Stress dabei herausblasen.
  • Selbstmassage im Nacken. Mit der rechten Hand am Hinterkopf vom Schädelrand (Übergang von Halswirbelsäule) den Hals sanft nach unten massieren, bis an den „Knubbel“ auf der Wirbelsäule. Das ist der siebente Halswirbel. Das mit der linken Hand wiederholen. Dann mit der rechten Hand den leicht hervorstehenden „drehen“. Man macht eine Bewegung, als würde man einen Deckel zuschrauben. Danach nimmt man die linke Hand und „schraubt“ entgegengesetzt.
  • Eine Runde mit dem Hund. Das entspannt immer. Zumal unsere Strecken stets durch den Wald führen.
  • Einen Baum umarmen. Die Stirn an seine Rinde legen. Mit den Fingern die rauen Unebenheiten ertasten. Es ist fast so, als würde man einen lieben Menschen treffen.
  • Kuscheln. Egal ob mit einem Mann, einer Katze, einem Hund oder womit auch immer. Hauptsache es lässt sich streicheln und macht ein gutes Gefühl.
  • Meditieren. Bequem hinsetzen, Augen zu und auf die Atmung konzentrieren. Nicht denken. Nur atmen. Ein und aus. Ein und aus. (Ist schwer aber mit etwas Übung, schafft man es).
  • Klopfen. Schultern, Brustbereich, Arme, Beine einfach alles, wo man rankommt, mit sanften Klopfbewegungen aktiveren.
  • Eine Tasse Tee trinken. (Und das von mir, die ich bekennende Kaffee-Liebhaberin bin.) Ein schöner, aromatisierter Tee hat aber das gewisse Etwas, das beruhigt und entspannt.
  • Etwas langsam und genüsslich essen. Nicht einfach so nebenher in sich hinein stopfen, weil man keine Zeit hat, sondern jeden Bissen 20 bis 30 Mal (Kein Schreibfehler) kauen. Dabei darauf achten, wie sich der Geschmack verändert, wie es immer süßer und leckerer wird.
  • Ein Gedicht lesen. Für ein ganzes Buch oder vielleicht auch nur ein Kapitel reicht die Zeit womöglich nicht. Gedichte sind jedoch meist kürzer als die kürzeste Kurzgeschichte. Sie sind ideal als Lesefutter zwischendurch. Und natürlich sollte man laut lesen.
  • Ein klitzekleines Nickerchen im Sessel. Sicherheitshalber nicht im Bett, weil ich da eventuell nicht mehr herauskomme und mühelos weiter schlafe. Aber sich mal mit geschlossenen Augen einfach zurücklehnen und pausieren, dass tut auch schon ziemlich gut.

feige


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Norbert, Eva und ich

Mein innerer Schweinehund heißt Norbert. Leider bin ich nicht auf diese geniale Idee gekommen, der persönlichen Bremsvorrichtung einen Namen zu geben. Zugegebener Maßen war das Stefan Frädrich in seinem Buch „das Günter-Prinzip“. Aber wenigstens ist mir ein eigener Begriff für den privaten Spielverderber eingefallen.

Es ist ja auch so schon nicht ganz so einfach mit diesem unleidlichen Kerl. Nehmen wir nur einmal diese Woche. Gut – ich gebe es zu ich habe zurzeit etwas Stress. Nichts Unangenehmes. Weil in der nächsten Woche eine größere Familienfeier ansteht, gibt es da eine ganze Menge zu planen, organisieren und zu bedenken. Das ist schon ein zusätzlicher Berg Arbeit. Aber da sind ja auch noch die kleinen und alltäglichen Aufgaben. Und genau hier schlägt Norbert zu!

Musst du denn wirklich auch jetzt, wo so viel zu verrichten ist, deine regelmäßigen Blogartikel veröffentlichen? Das merkt doch sicher kein Mensch, wenn mal eine Woche kein Beitrag zu gewohnten Zeit erscheint.

Du musst dich jetzt nicht um die tägliche Post kümmern, pack bloß alles beiseite und erledige das, wenn du wieder Zeit hast.

Du brauchst dich jetzt nicht für den Gefallen zu bedanken, den man die gemacht hat. Das kannst du machen, wenn du den Kopf frei hast.

Leg doch die tägliche To-Do-Liste weit weg. Routineaufgaben lassen sich auch später aufarbeiten.

Und so geht das die ganze Zeit.

Natürlich habe ich im Moment mal gerade mehr zu tun als noch vor vier Wochen. Aber wer sagt mir denn, dass ich in einem halben Monat nicht einen richtig dicken Auftrag bekomme? Soll ich dann alles liegen lassen und noch auf den Berg packen, auf den das bisher Aufgeschobene aufgestapelt ist? Und danach kommt wieder etwas Unerwartetes?

Nein, nein, mein lieber Norbert. So nicht! Wir lassen uns von einer angespannten Arbeitssituation nicht aus der Ruhe bringen. Von wegen, die täglichen Aufgaben vernachlässigen! Wir machen einen Plan, organisieren uns und behalten die Ruhe und die Übersicht.

Wer ist denn wir? (Ha, ha: Die Rechtschreibprüfung in Word schlägt mir vor, doch lieber „Wer bin denn ich“ zu benutzen.)

Wir – das sind die Eva und ich. Die Eva, die habe ich jetzt erfunden. Sie ist das Pendant zum Norbert. Eva ist die Macherin, die sagt: Los geht’s! Sie schubst mich an, wenn ich keine Lust habe und mich hinter Norbert verstecken will. Eva klopft mir aufmunternd auf die Schulter, sobald ich die Ohren hängen lasse. Und Eva denkt sich die Belohnungen aus, die wir bekommen, wenn wir einen dicken Batzen der Aufgaben erledigt haben. Falls ich mal wieder zweifle, ob das, was ich gerade plane, auch Erfolg verspricht, dann ist sie es, die sagt: Probiere es – sonst wirst du es nie erfahren. Sie ist meine anstrengende Freundin, mein innerer Motor, mein Auslöser fürs Tun.

Vollkommen verständlich, dass sie und der Norbert keine Freunde sind. Er liegt faul auf dem Sofa, liest Liebesromane und stopft Nougat in sich hinein. Sie dagegen hüpft durch den Wald, macht tausend interessante Dinge und hat stets eine Idee, wie es weiter geht.
Manchmal geht sie mir auch auf die Nerven, mit ihrer ewigen guten Laune und dem Tatendrang. (Wer will schon immer gut drauf sein?) Dann kuschle ich mich an Norbert und lasse mich von ihm zum Nichtstun überreden. (So war es an diesem Tag auch.) Aber es dauert meist nicht lange, dann steht Eva in der Tür und rollt mit den Augen. Und weil ich weiß, dass sie Recht hat, habe ich mich an den heute fälligen Blogbeitrag gesetzt und ihn doch geschrieben.

Und jetzt kochen wir uns als Belohnung einen schönen Kaffee und setzen uns für finf Minuten in den Garten: Die Eva und ich.

Kloster1


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Sei kein Jammerlappen

Deutschland wird gern als das Land der Meckerer und Jammerer abgestempelt. Das kränkt uns zwar, aber so ganz Unrecht haben die fröhlicheren Nachbarländer wohl doch nicht. Wir lamentieren eigentlich über alles, beispielsweise über das Wetter. Mal ist es zu kalt, dann zu heiß, es regnet zu viel oder zu wenig – und überhaupt könnte der Himmel sein Wasser ja in der Nacht ausschütten. Die Zeiten sind schlecht, die Leute unfreundlich und alles wird immer teurer. Ganz ohne Mühe würde ich mit meiner Aufzählung sicher eine ganze Seite füllen.

Warum jammert man denn im Grunde genommen? Bringt das was?

Irgendwie entlastet es und baut sogar den Stress, den wir mit der unangenehmen Situation haben, kurzzeitig ab.

Wenn wir mit jemand gemeinsam jammern, dann fühlen wir uns verstanden. Zusammen über unverschämte Benzinpreise und korrupte Politiker zu stöhnen lässt ganz schnell ein Gemeinschaftsgefühl entstehen.

Wenn ich jammere, dann schiebe ich die Verantwortung von mir. Ich kann ja nichts tun – ergo brauche ich nichts tun. Die Anderen haben Schuld und ich bin machtlos. Das gilt als eine Art Entschuldigung, um nichts an der Situation zu ändern.

Wer jammert, dem hört man (zumindest eine Weile) zu. Viele Menschen glauben, dass das die einzige Art ist, wie sie Beachtung finden.

Jammern hat aber mehr als einen Nachteil.

Wenn ich ständig am Jammern bin, dann gehe ich den anderen Leuten auf die Nerven. Niemand will auf die Dauer etwas mit mir zu tun haben. (Mir fällt bei diesem Thema sofort eine ältere Dame ein, die sich ständig beklagt. Als ich sie einmal gefragt habe, warum sie das machen würde, bekam ich zur Antwort, dass es ihr gut täte. Ein Blick auf die anwesenden Frauen zeigte mir, dass diese prompt die Augen verdrehten.)

Wer jammert tut nichts gegen die Situation, die ihn stört. Er fühlt sich als Opfer und hat keinen Antrieb etwas zu verändern. Der Satz „man kann ja eh nichts machen“ ist nichts weiter als eine Kapitulationserklärung. Es gibt Umstände, die kann man sehr wohl ändern, aber dazu muss man etwas unternehmen. Dazu braucht man Kraft und Energie. Die wird aber beim Jammern sinnlos vergeudet.

Es gibt andere Umstände, die kann man nicht ändern. Das brauchen wir uns jetzt nicht schön zu reden. Durch das Jammern verschlimmert sich die Situation aber immer noch. Die Engländer (oder sind es die Amerikaner?) haben einen schönen Spruch für solche Verhältnisse: Leave it, love it or change it. Das kann man salopp so übersetzen: Wenn dir etwas im Leben nicht gefällt, dann verlasse es (geh woanders hin), liebe es (arrangiere dich damit) oder ändere es. Jammern kommt dabei nicht vor. Damit bleibst du genau bei diesen Gegebenheiten und versinkst immer tiefer im Selbstmitleid.

Außerdem ist es eine alte philosophische Weisheit, dass die Dinge, auf die man sich konzentriert auch noch wachsen. Stell dir vor, es ist Freitag der 13. und du bist der festen Überzeugung, dass heute alles schief geht. Also sammelt dein Unterbewusstsein den ganzen Tag „Unglücke“. Das geht von heruntergefallenen Stiften, über zerkrümelte Kekse, rote Ampelphasen bis hin zu irgendwelchen Sachen, die du nicht findest. An einem anderen Tag wären dir solche Sachen überhaupt nicht aufgefallen. Konzentrierst du dich aber darauf, bekommen sie eine echte Bedeutung.

Am Ende bleibt als Fazit bestehen: Ständiges Jammern macht einsam, kostet Kraft und lässt die gegebenen Probleme ins Unermessliche wachsen. Damit gibst du die Hauptrolle in deinem Leben auf und machst dich zum Statisten der Umstände.

Mach doch mal die Probe aufs Exempel und führe eine Strichliste, wie oft du dich beim Jammern erwischst. Und dann versuch es mal eine Woche komplett ohne die Mitleidstour.

Vielleicht hilft dir das hier: (Frei nach einem Gebet des US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr)

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Und weil wir das schon lange nicht mehr hatten kommt jetzt der bekannte Nachsatz von Pico Yver: “Es sind nicht die Erlebnisse die uns formen, sondern wie wir sie interpretieren.”

cornus5