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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Fünf Gründe um Ballast abzuwerfen

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Ein altes Indianersprichwort lautet angeblich: „Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, dann steige ab.“

Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich ein Indianersprichwort ist oder ob sich das nur ein schlauer Mensch ausgedacht hat um die ganze Sache noch wirkungsvoller zu unterstreichen. Egal wie es ist, der Typ (oder die TypIn – man weiß es ja nicht) hatte recht.

Sind wir doch mal ehrlich: Wie oft hängen wir an Dingen, Gewohnheiten oder Freundschaften, die schon längst keinen Sinn mehr machen? Wir schleppen Zeugs im materiellen und auch im emotionalen Sinne mit uns herum, dass schon längst „gestorben“ ist. Da kommt so einiges zusammen.

Reden wir zuerst einmal von Dingen.
Mir hat mal ein kluger Mensch gesagt: Setze dich vor Deinen geschlossenen Schrank und schreibe auf, was alles drin ist. Wenn die Liste fertig ist, dann öffne die Türen und werfe das raus, was nicht auf dem Zettel steht. Das brauchst Du nämlich nicht!

Zugegeben, diese Methode ist etwas radikal. Und ich habe sie auch nicht angewendet. Aber allein schon der Gedanke ist spannend.

Zumindest sollte man ein- bis zweimal im Jahr seine Schränke durchforsten und all die Sachen, die man im letzten Jahr nicht gebraucht hat aussortieren. Wenn Du Dich nicht gleich trennen kannst, dann packe sie in eine Kiste und schreib das Datum der Aufräumaktion darauf. Hast Du diese Kiste auch im nächsten Jahr nicht geöffnet, dann kannst Du sie wirklich entsorgen. (Auf das Thema komme ich sicher später irgendwann noch einmal genauer zurück.)

Jetzt sind die Gewohnheiten dran.
Damit meine ich diesmal nicht solche Vorhaben wie weniger Essen, mehr Sport und endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Mir geht es heute um Handlungen, die man macht, „weil man sie schon immer so macht“. In welchen Vereinen und Organisationen bist Du „nur drin“ ohne Dich wirklich zu engagieren? Wo bist Du nur zahlendes Mitglied? Im Fitnessclub? In irgendeinem Online-Portal? Du machst da nur so mit, ohne es wirklich zu nutzen? Weg damit! Du fährst immer an dieselbe Stelle in den Urlaub. (Weil du dich da auskennst.) Wag mal was Neues und fahr wo anders hin! Selbst den altbekannten Weg zur Arbeit, zu Deiner Freundin oder ins Lieblings-Café kann man verlassen und einmal ganz woanders langgehen. Du kaufst immer in denselben Geschäften ein? Geh mal woanders hin. Schau dir andere Angebote an. Du wirst erstaunt sein, was es außerhalb Deiner üblichen Kreise alles so zu entdecken gibt. Auch eingefahrene Gewohnheiten sind nämlich eine Art Ballast. Sie hindern Dich daran neue Erfahrungen zu machen.

Nun kommen wir zu den Freundschaften.
Das ist ein Thema, das doch etwas schmerzlich werden könnte. Wenn Du im Kopf die Liste Deiner Freundinnen und Freunde durchgehst, dann fallen Dir vielleicht einige Menschen ein, mit denen Dich nichts weiter als die Gewohnheit verbindet. Man hat sich im Laufe der Jahre auseinandergelebt und sieht sich nur noch zu den Geburtstagen. Und selbst da geht man mit dem Gefühl der Pflichterfüllung hin. Sei mal ehrlich: Ist das Leben nicht zu kostbar, um seine Zeit so zu vergeuden? Da ist es doch wohl besser, man lässt so eine Beziehung langsam ausgleiten.

Ich kann allerdings nicht behaupten, dass das so ganz einfach und selbstverständlich für beide Seiten sein muss. Vor einem Jahr bin ich nämlich auch mal „entfreundet“ worden. Das war für mich eine doch recht schmerzhafte Erfahrung. Mit Abstand betrachtet, war es eigentlich mein Ego, welches in Wirklichkeit gekränkt war. Da wollte jemand nicht mehr meine Freundin sein und hat mich kalt abserviert. Das schmerzt doch irgendwie. Im Nachhinein habe ich natürlich gewonnen. Das schlechte Gewissen, sich nicht genug um diese Freundschaft zu kümmern, und die Pflichttermine sind weggefallen. Wahrscheinlich hätte ich früher oder später auch einen Cut gemacht. Nur war die Andere schneller. Es ist in diesem Falle ähnlich wie am Ende in einer erloschenen Liebesbeziehung. Man hängt sich an der Frage auf: Wer hat hier wen verlassen? Obwohl es beide wollten.

Warum erzähle ich das hier?

Weil ich nicht die Illusion erwecken will, dass Ballast abzuwerfen immer einfach ist.

  • Es kann schmerzhaft sein (egal für wen auch immer).
  • Es erfordert Mut (neue Wege zu gehen)
  • Es erfordert Kraft (sich aufzuraffen um etwas zu ändern)
  • Es erfordert Entscheidungen (was wichtig und unwichtig ist)
  • Es erfordert Entschlossenheit (die Dinge bis zum Ende durchzuziehen – beispielsweise nicht noch mal in die Kisten, mit den vor einem Jahr ausgesonderten Sachen zu schauen.)

Ballast abwerfen hat aber auch viele Vorteile:

  • Es schafft Platz (im Schrank, im Telefonbuch, im Herzen)
  • Es spart Geld (keine Beiträge oder Kosten für Sachen, die wir nicht nutzen)
  • Es spart Zeit (etliche Pflichttermine fallen weg)
  • Es bringt neue Erfahrungen (an anderen Orten, in anderen Situationen)
  • Man fühlt sich leichter und freier (weil es sich anfühlt, als hätte man sich wirklich eine Last von den Schultern gleiten lassen)

Probier es aus!

PferdBildquellenangabe: Rainer Sturm / pixelio.de

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