junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


Hinterlasse einen Kommentar

Wahrnehmen, ohne zu werten(?)

Wenn man eine Ausbildung als Qigong-Lehrer(in) macht, dann gehört logischerweise auch eine Portion Philosophie dazu. Das finde ich persönlich recht interessant, denn man stößt dabei ziemlich schnell auf die eigenen Baustellen. Eine Sache, die mir in der letzten Zeit nicht aus dem Kopf gegangen ist, betrifft das Werten.

Leider neigen wir dazu, alles und auch jeden in unseren Gedanken zu klassifizieren. Das ist gut, das nicht. Der Mensch ist doof, den mögen wir leiden. Ständig rattert unser „Gedankenaffe“, wie in die Chinesen manchmal nennen. Natürlich ist das irgendwie auch nötig und schon durch die Evolution bedingt. (Ja, ich weiß, die muss mal wieder  für alles herhalten.) Aber schließlich waren unsere Vorfahren gezwungen, bei jedweden Begegnungen der fremden Art, alles in Freund oder Feind einzuteilen. Im Endeffekt ging es dabei ums nackte Überleben. Kein Wunder, das dieses Gewichten so sehr in uns verankert ist. Wir tun es ganz unbewusst und ohne, dass wir uns dessen gewahr werden. Das ist jedenfalls so lange so, bis wir einmal Überlegungen über diesen Eigenschaft anstellen. Im Allgemeinen geht es bei unserem täglichen Leben nicht mehr um unsere bloße Existenz. Um solche Situationen mache ich mir auch keine Gedanken, da ist solche Wertung auch heute noch lebenswichtig. Interessanter sind dagegen die Gegebenheiten im Alltag. Ist unsere Einschätzung immer richtig? Und was macht sie eigentlich mit uns?

Der erste Eindruck lügt nicht – meint der Volksmund. Ich habe mich aber schon des Öfteren ertappt, dass vermeintlich unsympathische Menschen am Ende doch recht angenehme Zeitgenossen waren. Natürlich ging es auch anders herum. Leute, von denen ich gedacht habe, dass sie mit mir auf einer Wellenlänge liegen, haben sich später als Enttäuschung (für mich) herausgestellt. Wäre ich in beiden Situationen unvoreingenommen und ohne Wertung an die Bekanntschaft herangegangen, dann hätte ich mir einige emotionale Turbulenzen erspart. Diese Begegnungen waren natürlich nicht existenziell, haben mich aber gedanklich indes ziemlich heftig beschäftigt. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich mit dieser Zeit doch etwas Besseres hätte anfangen können.

Wieviel Kraft und Energie uns dieses aber Werten wirklich kosten kann, habe ich vor kurzem erst am eigenen Leib erfahren. Internetseiten zu gestalten, ist schon seit langem eines meiner Hobbys. (Darum habe ich auch mehr als eine Webpräsenz, die ich immer mal wieder umstelle.) Unter anderem hatte ich mich vor Jahren einmal gemeldet, die Homepage eines Vereins, bei dem ich Mitglied bin, zu pflegen. Diese wurde nach dem damalig gängigen Look aufgebaut und immer nur dann aktualisiert, wenn eine entsprechende „Anweisung“ kam. Natürlich ändert sich alles: die Mode, der Zeitgeschmack und auch wie Websites aussehen können. Einige Male war auch die Rede davon, dass man mal ein neues Layout bräuchte, um wieder up-to-date zu sein. Aber wie das so ist, irgendwie wurde nichts daraus.

Nun gibt es immer mal wieder Förderprogramme, die den Vereinen unter die Arme greifen. Keine Ahnung, wie das alles zusammenhing, jedenfalls teilte der Vorsitzende mir mit, dass die Vereinsseite jetzt von richtigen Profis gepflegt werden würde. Da habe ich es noch geschafft, nicht weiter darüber nachzudenken. Vielleicht weil ich zu dieser Zeit gerade sehr beschäftigt war. Einige Wochen später erzählte man mir begeistert „dass die neue Seite, der Hammer wäre.“ Jetzt schlug mein Wertesystem erbarmungslos zu. Und im Kopf ratterten die Gedanken wie bei einer Maschine. Ich war beleidigt, gekränkt und sauer. Niemand hatte mir all die Jahre für meine (kostenlose) Arbeit gedankt. Nun war sie nichts mehr wert! Ergo war ich nichts mehr wert! Sollten sie doch mit ihrer Hammerseite glücklich werden!

Merkst Du, was ich getan habe? Ich habe mich voll mit negativen Anschauungen gepumpt, die mir echt eine geraume Frist das Leben vergällt haben. Ich habe Zeit und Energie verschwendet, um mich mit Sachen zu beschäftigen, die ich eh nicht ändern kann – und die mich eigentlich nicht unmittelbar betreffen. (Als Ausgleich hätte ich ja mal wieder eine meiner eigenen Seiten umbauen können. Das wäre viel produktiver gewesen.)
Stattdessen habe ich gewertet. Hätte ich die neue Vereinshomepage einfach wohlwollend betrachtet und mir weiter keine Gedanken darüber gemacht, dann wäre ich einige Weile weniger unglücklich oder sauer gewesen. Sicher habe ich insgeheim wenigstens mal ein Dankeschön oder ein Händeschütteln erwartet.

Aber sind wir mal ehrlich: Hängt mein Seelenheil wirklich davon ab? Sollten meine Überlegungen tatsächlich stundenlang um eine Sache kreisen, nur weil sich jemand (aus meiner Sicht) gedankenlos geäußert hat? Wem räume ich hier denn mal wieder das Recht ein, über mein Leben zu bestimmen? Derjenige, der den Satz mit der Hammer-Seite zu mir gesagt hat, der kann sich garantiert nicht mehr daran erinnern. Und ich kaue tagelang darauf herum. Und das alles nur, weil ich es nicht geschafft habe, aus meinem Bewertungssystem auszusteigen.

Wie sieht es mit Dir aus? Was ist mit Deinen Wertungen? Stell Dir mal folgende Fragen:

  • Was trägst Du mit dir herum, weil Du es als „schlecht, böse oder negativ“ bewertet hast?
  • Wieviel Einfluss hat es auf Dein Leben, Deine Gedanken, Deine Empfindungen?
  • Kann Deine Wertung etwas an der Gesamtsituation ändern?
  • Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dir das Ganze „total egal“ wäre?

Das soll nun nicht heißen, dass Du Dich nicht mal ärgern kannst oder sauer sein darfst. Wir werden das Bewerten an sich, nicht so ohne weiteres aus unserem Leben streichen können. Wichtig ist, dass Du merkst was Du tust. Und vor allem was es mit dir tut.

Denn “Es sind nicht die Erlebnisse die uns formen, sondern wie wir sie interpretieren.” (Pico Iyer)

richtung

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Loslassen oder wem Du die Schuld gibst, dem gibst Du die Macht

Ich liebe Lagerfeuer im Freien und die Stimmung, die entsteht, wenn man an ihnen sitzt. Da kann es draußen auch schon mal etwas kälter sein, die Flammen wärmen und lassen uns enger zusammen rücken. Unweigerlich beginnen wir dann, ganz wie unsere Vorfahren, Geschichten zu erzählen. Manchmal sind sie lustig, manchmal traurig. Oft handeln sie von eigenen Erlebnissen oder Erfahrungen.

Dabei ist mir eines aufgefallen. Diejenigen Menschen, die recht ausgeglichen und zufrieden durch die Welt gehen, die können selbst aus rauen Denkzetteln, die ihnen das Leben verpasst hat, noch eine lustige oder wenigstens lehrreiche Story machen. Andere dagegen, klagen über Verletzungen und Missgeschicke, die schon Jahre vorbei sind. Sie sind noch immer gekränkt und beleidigt, obwohl sich die damals Beteiligten sicher nicht mehr erinnern können. Dieses Gefühl scheint so stark zu sein, dass es ihnen das hier und jetzt vergällt.

Vielleicht ist Dir auch so ein einschneidendes Erlebnis passiert. Möglicherweise sogar etwas derart unangenehmes, dass es Einfluss auf Deine Seele und Dein Vertrauen genommen hat. Ich kann das natürlich nicht einschätzen. Und es steht mir auch nicht zu, Dir vorzuschreiben, dass Du es vergessen oder verzeihen sollst. Ich möchte Dir nur eines ans Herz legen: Prüfe ob Du diese Verletzungen tagtäglich hervorholst und beachtest. Kann es sein, dass Du Argumente verwendest, die klingen wie: Ich will das nicht, weil damals …?

Wenn Du das tust, dann nimmst Du Dir ganz allein ein Stück Deiner persönlichen Freiheit. Diejenigen, die Dich damals gekränkt haben, die tun das also in Deiner Vorstellung noch immer. (Vielleicht haben diese das sogar inzwischen total vergessen oder es war eventuell nicht einmal ihre Absicht, Dir weh zu tun. Im Falle eines Falles, sind sie sich nicht einmal ihrer Schuld bewusst.) Du aber trägst diese Last, ganz gleich ob sie real oder eingebildet ist, immer noch mit dir herum.

Am „Schlimmsten“ ist es, wenn es sich dabei um Leute handelt, die Du nicht magst. Denen gegenüber bist Du (gib es zu – mir geht es nicht anders) am Kritischsten. Und natürlich auch am Nachtragendsten. Nachtragen heißt ja nichts anderes als, dass Du jemanden etwas was er abgelegt hat, hinter her trägst. (Unsere Sprache ist toll, sie erklärt vieles von allein. Man muss sich die Wörter nur auf der Zunge zergehen lassen.)

Du belastest Dich also (wissentlich) mit einer Sache, deren andere sich entledigt haben. Lass es los, mach dich frei davon, wirf es weg! Meinetwegen begrabe es. Es ist ja so, dass Du, wenn Du jemanden die Schuld für etwas gibst, was Dich hindert im Leben weiter zu kommen, ihm Einfluss erlaubst. Wem Du die Schuld gibst, dem gibst Du die Macht.

Du kannst nicht froh sein, weil damals … irgendwer irgendwas, gesagt, getan oder was auch immer hat. Ist das nicht absurd? Diese Situation greift heute noch in dein Leben ein. Der oder die haben so einen langen Arm, dass sie Dich heute noch beeinflussen. Lass das nicht zu, lass los.

Und weil ich eine Freundin asiatischer Weisheiten bin, gibt es heute noch eine kleine Geschichte zum Thema:

Zwei Mönche, ein alter und ein junger, wandern durch die chinesische Tiefebene. Da kommen sie an einen Fluss. Dort steht eine junge Frau, die sich nicht allein durch die Furt traut. Kurzentschlossen nimmt der ältere Mönch sie auf den Rücken und trägt sie durchs Wasser. Am Ufer setzt er sie ab, alle verabschieden sich und gehen ihrer Wege. Kurz bevor es Abend wird, erreichen die Mönche ihr Ziel. Bevor sie ins Kloster eintreten hält der Jüngere den Älteren zurück um ihn zu fragen. „Mich beschäftigt schon den ganzen Tag eine Sache. Warum hast Du die Frau über den Fluss getragen. Wir haben doch vor kurzem ein Gelübde abgelegt, keine Frau anzuschauen. Und Du hast sie sogar berührt.“ Der Alte grinst in sich hinein und antwortet: „Ich habe sie am andern Ufer angesetzt. Du trägst sie immer noch mit dir herum.“

Denn “Es sind nicht die Erlebnisse die uns formen, sondern wie wir sie interpretieren.” (Pico Iyer)

Fluss


Hinterlasse einen Kommentar

Finde Deine Aufgabe

Ich habe in meinem Leben schon vieles gemacht. Ich habe gekellnert, gegärtnert, in einer Wäscherei gearbeitet, in der Verwaltung den Computer bedient, mit Arbeitslosen Bewerbungen trainiert und auf Bestellungen Texte geschrieben. Manche Sachen haben Spaß gemacht, manche weniger. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass es mir gut tat, all diese verschiedenen Dinge auszuprobieren. So konnte ich nach und nach herausfinden was mir Spaß macht.

Sind wir mal ehrlich, am schnellsten vergeht die Zeit, wenn man gar nicht merkt, dass man arbeitet. Das ist bei mir beispielsweise so, wenn ich einen Qigong-Kurs gebe, im Garten werkle oder schreibe. Obwohl – beim Schreiben gibt es auch wieder Unterschiede. Die größte Freude bereiten mir die Texte, die ich für mich schreibe. Sei ein neues eBook, ein richtiges Buch oder einen Blogartikel. Daher habe ich für mich entschieden, dass das meine Aufgabe ist, die mir das Leben stellt.

Nun kannst Du Dich fragen: Warum soll den die Lebensaufgabe auch noch Spaß machen? Sollte das nicht etwas Ernstes und Seriöses sein? Reicht es denn wirklich, wenn man seine Bestimmung darin sieht kurze Ratgeber, einzelne Texte oder gar Liebesromane zu schreiben?

Wenn wir davon ausgehen, dass im Universum alles zweckmäßig arrangiert ist, dann genügt das schon. Alles hat seinen Sinn und Nutzen. Nichts wird verschwendet. Keine Anlage, keine Talent, keine Vorliebe ist umsonst. Was immer auch  Gutes in uns schlummert, wir sollten es wecken und nutzen. Es ist reine Energie, die ihre Erfüllung sucht.

Was ist aber, wenn wir ihr diese nicht geben. Dann verwandelt sie sich in Frust, ungute Gefühle, Unzufriedenheit, Enttäuschung, Desillusion…

Heißt das nun, dass jeder ein Sänger werden sollte, der gern singt? Das bedeutet es sicher nicht. Wer gern singt, der sollte das auch tun. Vielleicht nicht auf den großen Bühnen der Welt, sondern im Chor seines Heimatortes.

Nur weil es unsere Aufgabe ist, dann bedeutet das ja nicht zwangsläufig, dass wir auch davon leben können. Wie viele große Maler wurden erst nach ihrem Tod „entdeckt“ und waren zu Lebzeiten arme Hungerleider? Sie hatten für sich aber das Malen als Aufgabe entdeckt – und die Zeit hat ihnen Recht gegeben. Unsere Welt wäre um vieles ärmer, hätten sie sich damals entschlossen, den Pinsel an den Nagel zu hängen um Kaufmann, Steuereintreiber oder Metzger zu werden?

Wie groß Dein Beitrag für uns alle ist, das ist nicht wichtig und nicht messbar. Denn die Quantität der Bemühungen der Einzelnen ist immer mehr als die bloße Summe. Manchmal reicht es, wenn man der Stein des Anstoßes für etwas weitaus größeres ist, als man selbst im Sinn hat.

Wir können aus unserer kleinen Weltsicht meist nicht einschätzen, was letztendlich aus unseren Bemühungen wird. Wir können aber unser Bestes geben um unseren Teil im großen Ganzen zu erfüllen. Darum ist es wichtig, unsere ureigene Aufgabe zu finden. Wir haben sie entdeckt, wenn sich das Gefühl von Erfüllung einstellt.

Vielleicht liegt Deine Lebensaufgabe tatsächlich in Deiner derzeitigen Arbeit und Du hast es nur noch nicht herausgefunden. Eventuell sitzt Du an einer Stelle, die es dir ermöglicht, anderen zu helfen? Und genau das ist es, was für Dich vorgesehen ist. Du musst es nur herausfinden.

Vielleicht hilft Dir bei der Suche nach Deiner Bestimmung dieser tolle Artikel von Tim, der auf MyMonk erschienen ist:
7 Fragen, die Dich zu Deiner Lebensaufgabe führen.

KamelWandmalerei an einem Haus in Thüringen


Hinterlasse einen Kommentar

Die Sache mit der Aufmerksamkeit

Wir sitzen monatlich einmal im Freundinnenkreis herum, trinken Tee oder Kaffee und erzählen, wie es uns so geht. Was wir gerade so machen, wo der Schuh drückt und welche Projekte demnächst geplant sind. Dabei fällt mir auf: Wann immer Eine von uns Probleme hat, dann fällt augenscheinlich alles andere in den Hintergrund. Es gibt (so gut wie nichts) positives mehr zu berichten. Sämtliche Berichte drehen sich um diesen Punkt. Den anderen Mädels wird schon bei Zuhören ganz flau im Magen. „Was ist das nur für ein Riesenproblem? Das kann man doch wirklich nicht allein lösen!“ Trifft man sich nach vier Wochen wieder, ist es dann aber möglich (klappt nicht immer), das dieses Thema gar nicht mehr zur Sprache kommt, weil es sich erledigt hat.

Komisch, nicht?

Nun stellt sich die Frage: Warum ist das so? Warum scheinen uns unsere aktuellen Probleme schier unüberwindbar. Die Antwort ist einfach. Da greift wieder mal ein ziemlich altes Gesetz. „Das worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das wächst.“

Wenn Du Kinder hast, dann erinnerst Du Dich vielleicht an die Zeit der Schwangerschaft. In diesen Monaten, hast Du so viele Frauen mit Babybauch gesehen, wie nie zuvor. Stimmt doch? Ist aber ganz leicht erklärbar. Dein Focus war einfach auf diese Angelegenheit ausgerichtet und daher ist Dir alles was zum Thema passt aufgefallen.

Mach doch mal ein Experiment. Wir behaupten jetzt ganz einfach: Die meisten Menschen sind freundlich! (Rede jetzt nicht dagegen und bringe Beispiele war das nicht so ist!) Nimmt Dir also mal einen Nachmittag Zeit und gehe hinaus, um diese These zu beweisen. Suche nach Situationen, die das unterstreichen. Vergiss aber nicht, dass Du selber auch freundlich sein musst. Das ist die erste Voraussetzung! Sonst funktioniert es nicht.

Du wirst erstaunt sein, wie viele freundliche Menschen es gibt.

Natürlich läuft die Sache auch anders herum. Aber das wollen wir nicht ausprobieren. Schließlich wünschen wir uns alle ein schönes und erfülltes Leben. Da sollte für Aggressivität und feindselige Reaktionen freiwillig kein Platz eingeräumt werden.

Was bedeutet dieses Freundlichkeits-Experiment nun aber für Dein aktuelles Problem?

Stell Dir vor Du ärgerst Dich über Deinen Nachbarn. Dann richtest Du unbewusst Deine Aufmerksamkeit auf ihn. (Jetzt kann der Mensch schon ein richtiger Nervenbold sein – das lassen wir jetzt mal außen vor.) Es ist jedoch so, dass Du alles bemerkst was er tut. (Würdest Du Dich nicht über ihn ärgern, würde Dir das alles nicht auffallen.) Bei jeder Aktivität, die Du von ihm feststellst, wertest Du. Passt es in Dein Ärgerschema, dann packst Du es sozusagen auf den imaginären Berg mit Namen „Mein Nachbar ist doof“. Passt es nicht, dann fällt es überhaupt nicht ins Gewicht. Dein Unterbewusstsein sucht gezielt nach Beweisen, dass Du Recht hast. Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf seine (scheinbaren) Verfehlungen. Und die werden immer mehr und größer!

Das ist eine ziemlich verfahrene Kiste. Da kommt man nur heraus, wenn man sich erst einmal eingesteht, dass man seinen Focus wirklich auf so eine Problematik richtet. Dann muss man versuchen, deren Wertigkeit abzuschwächen. Im Grunde genommen hilft Dir hier wieder nur eine andere alte Weisheit: Love it, leave it or change it. Danach hast Du immer drei Möglichkeiten im Leben: Mag es, toleriere es oder ändere es. Aber hör auf, Dir ständig Gedanken darüber zu machen. Sonst wird diese Sache irgendwann mal Dein ganzes Leben bestimmen. Das ist es einfach nicht wert.

Also vergiss nicht: Darauf wo Du Deine Aufmerksamkeit richtest, das wächst!

Das kann man ganz kurz zusammenfassen:

  • Du entscheidest worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest!
  • Es gibt keine positive oder negative Aufmerksamkeit. Sie ist einfach da und funktioniert wie ein Verstärker.
  • Aufmerksamkeit ist eine Form von Energie.
    • A)Du sendest Energie in Deine Pläne und Vorhaben, damit sie wachsen und Wirklichkeit werden.
    • B)Du wendest Energie für eine Sache auf, die Du eigentlich nicht magst.
  • Energie ermöglicht Wachstum.
    • A)Du unterstützt einen Sachverhalt, der gut für dich ist.
    • B)Du „fütterst“ eine Sache, die Du nicht magst.
  • Ignorieren ist eine andere Art von Aufmerksamkeit. Da unser Unterbewusstsein kein NEIN oder NICHT kennt, werden alle konsequenten Bemühungen jemanden nicht wahrzunehmen ins Gegenteil verkehrt. (Denke mal nicht an einen Baum – das funktioniert nicht).

Übe Dich stattdessen im Wahrnehmen, Nichtbewerten und Loslassen. Das ist schwer. Man braucht Übung und Mut dazu.

Wieso Mut?

Es ist viel einfacher, die Schuld für anstehende Probleme woanders zu vermuten und Beweise für diese Theorie zu suchen. Deine Aufmerksamkeit liefert Dir genau das richtige Instrument dafür.

unten