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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Die Sache mit der Aufmerksamkeit

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Wir sitzen monatlich einmal im Freundinnenkreis herum, trinken Tee oder Kaffee und erzählen, wie es uns so geht. Was wir gerade so machen, wo der Schuh drückt und welche Projekte demnächst geplant sind. Dabei fällt mir auf: Wann immer Eine von uns Probleme hat, dann fällt augenscheinlich alles andere in den Hintergrund. Es gibt (so gut wie nichts) positives mehr zu berichten. Sämtliche Berichte drehen sich um diesen Punkt. Den anderen Mädels wird schon bei Zuhören ganz flau im Magen. „Was ist das nur für ein Riesenproblem? Das kann man doch wirklich nicht allein lösen!“ Trifft man sich nach vier Wochen wieder, ist es dann aber möglich (klappt nicht immer), das dieses Thema gar nicht mehr zur Sprache kommt, weil es sich erledigt hat.

Komisch, nicht?

Nun stellt sich die Frage: Warum ist das so? Warum scheinen uns unsere aktuellen Probleme schier unüberwindbar. Die Antwort ist einfach. Da greift wieder mal ein ziemlich altes Gesetz. „Das worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das wächst.“

Wenn Du Kinder hast, dann erinnerst Du Dich vielleicht an die Zeit der Schwangerschaft. In diesen Monaten, hast Du so viele Frauen mit Babybauch gesehen, wie nie zuvor. Stimmt doch? Ist aber ganz leicht erklärbar. Dein Focus war einfach auf diese Angelegenheit ausgerichtet und daher ist Dir alles was zum Thema passt aufgefallen.

Mach doch mal ein Experiment. Wir behaupten jetzt ganz einfach: Die meisten Menschen sind freundlich! (Rede jetzt nicht dagegen und bringe Beispiele war das nicht so ist!) Nimmt Dir also mal einen Nachmittag Zeit und gehe hinaus, um diese These zu beweisen. Suche nach Situationen, die das unterstreichen. Vergiss aber nicht, dass Du selber auch freundlich sein musst. Das ist die erste Voraussetzung! Sonst funktioniert es nicht.

Du wirst erstaunt sein, wie viele freundliche Menschen es gibt.

Natürlich läuft die Sache auch anders herum. Aber das wollen wir nicht ausprobieren. Schließlich wünschen wir uns alle ein schönes und erfülltes Leben. Da sollte für Aggressivität und feindselige Reaktionen freiwillig kein Platz eingeräumt werden.

Was bedeutet dieses Freundlichkeits-Experiment nun aber für Dein aktuelles Problem?

Stell Dir vor Du ärgerst Dich über Deinen Nachbarn. Dann richtest Du unbewusst Deine Aufmerksamkeit auf ihn. (Jetzt kann der Mensch schon ein richtiger Nervenbold sein – das lassen wir jetzt mal außen vor.) Es ist jedoch so, dass Du alles bemerkst was er tut. (Würdest Du Dich nicht über ihn ärgern, würde Dir das alles nicht auffallen.) Bei jeder Aktivität, die Du von ihm feststellst, wertest Du. Passt es in Dein Ärgerschema, dann packst Du es sozusagen auf den imaginären Berg mit Namen „Mein Nachbar ist doof“. Passt es nicht, dann fällt es überhaupt nicht ins Gewicht. Dein Unterbewusstsein sucht gezielt nach Beweisen, dass Du Recht hast. Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf seine (scheinbaren) Verfehlungen. Und die werden immer mehr und größer!

Das ist eine ziemlich verfahrene Kiste. Da kommt man nur heraus, wenn man sich erst einmal eingesteht, dass man seinen Focus wirklich auf so eine Problematik richtet. Dann muss man versuchen, deren Wertigkeit abzuschwächen. Im Grunde genommen hilft Dir hier wieder nur eine andere alte Weisheit: Love it, leave it or change it. Danach hast Du immer drei Möglichkeiten im Leben: Mag es, toleriere es oder ändere es. Aber hör auf, Dir ständig Gedanken darüber zu machen. Sonst wird diese Sache irgendwann mal Dein ganzes Leben bestimmen. Das ist es einfach nicht wert.

Also vergiss nicht: Darauf wo Du Deine Aufmerksamkeit richtest, das wächst!

Das kann man ganz kurz zusammenfassen:

  • Du entscheidest worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest!
  • Es gibt keine positive oder negative Aufmerksamkeit. Sie ist einfach da und funktioniert wie ein Verstärker.
  • Aufmerksamkeit ist eine Form von Energie.
    • A)Du sendest Energie in Deine Pläne und Vorhaben, damit sie wachsen und Wirklichkeit werden.
    • B)Du wendest Energie für eine Sache auf, die Du eigentlich nicht magst.
  • Energie ermöglicht Wachstum.
    • A)Du unterstützt einen Sachverhalt, der gut für dich ist.
    • B)Du „fütterst“ eine Sache, die Du nicht magst.
  • Ignorieren ist eine andere Art von Aufmerksamkeit. Da unser Unterbewusstsein kein NEIN oder NICHT kennt, werden alle konsequenten Bemühungen jemanden nicht wahrzunehmen ins Gegenteil verkehrt. (Denke mal nicht an einen Baum – das funktioniert nicht).

Übe Dich stattdessen im Wahrnehmen, Nichtbewerten und Loslassen. Das ist schwer. Man braucht Übung und Mut dazu.

Wieso Mut?

Es ist viel einfacher, die Schuld für anstehende Probleme woanders zu vermuten und Beweise für diese Theorie zu suchen. Deine Aufmerksamkeit liefert Dir genau das richtige Instrument dafür.

unten

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