junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Nur was teuer ist, ist gut?

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Wir sitzen in lockerer Runde und schwatzen über dieses und jenes. Irgendwie kommt das Gespräch auch auf Bücher und was wir so lesen. Eigentlich mein Thema. Doch bevor ich richtig loslegen kann, ergreift Beate das Wort und erzählt von ihren neuesten Erkenntnissen. Dabei wirft sie alles, was sie in den letzten Wochen an unterschiedlichster Fachliteratur so durchgearbeitet hat, in einen Topf. Weil da auch einige Dinge dabei sind, die mich stark interessieren, höre ich besonders genau hin.

Zugegeben, ich kenne nicht alle aufgeführten Werke, aber immerhin einige davon. Manche der Verfasser verfechten doch recht differenzierende Meinungen. Dal ich mich ja bemühen will, nicht ständig irgendwelche Werturteile abzugeben versuche ich vorsichtig meine Aussage zu formulieren. Das läuft darauf hinaus, dass ich einmal anführe, dass sich das Gelesene vielleicht nicht alles in einen Topf werfen lässt, weil es aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammt. Als Gegenargument bekomme ich zu hören, Beate sei eben gerade dabei alles zusammenzubringen und ein ganzes daraus zu machen.

Mit bedächtig wackelnden Kopf verkünde ich (dabei ein bissel frech grinsend), dass in manchen Büchern auch ganz schöner Mist stehen würde. Dieser Einwand zählt nicht, denn Beate erklärt, sie hätte recht teure Publikationen und nicht solche billigen Machwerke aus der Krabbelkiste.

Meinen letzten Vorstoß, sich doch für das Geld eine richtige Ausbildung zu leisten, schmettert sie mit der Bemerkung ab, dass sie Autodidakt sei und sich lieber alles selbst erarbeite.

Ich halte (eingedenk meines Vorsatzes nicht stets recht haben zu wollen) den Mund und denke stattdessen darüber nach, ob in teuren Büchern immer die Wahrheit steht.

Als Selbermacher von etlichen E-Books habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich meine Preise selber bestimmen kann. Wenn ich der Meinung bin, dass ich etwas sehr Kluges verfasst habe, dann verkaufe ich das Werk einfach recht teuer und alle glauben mir? Leicht beschämt denke ich an meine 99-Cent-Heftchen. Sind die denn gar nichts wert? Dabei habe ich versucht jeden Schritt bei der Erstellung von Blog, Shop oder E-Book-Veröffentlichung aufzuführen. Dabei gab ich mir echt Mühe, denn ich wollte meinen Lesern einen richtigen Leitfaden in die Hand geben, an dem sie sich langhangeln können.

Bevor ich mir ernsthaft demoralisierende Gedanken machen kann, fallen mir die vielen Bücher ein, die ich mir gekauft habe und die dann am Ende in der „Zu-Verschenken-Kiste“ unseres Sportvereins gelandet sind. Nicht alles was gutes Geld kam, war auch gut zu lesen. Die teureren Exemplare, zu deren Kauf ich mich durch Empfehlungen verleiten lies, habe ich manchmal zuerst bei eBay verkaufen wollen. Das hat selten geklappt. Und wenn, dann habe ich echt kaum ein Viertel des Anschaffungspreises erhalten. Da waren wohl auch schon andere Leser auf den Gedanken gekommen, dass der praktische Inhalt und der Preis des Buches nicht zusammenpassen. Das beruhigt mich dann doch. Und als mir einfällt, dass ich sogar mal ein Paperback von Julia Onken (die ich sehr schätze) in der Krabbelkiste für 2,99 € gefunden habe, bin ich wieder mit der Welt versöhnt.

Was hat das aber mit Dir zu tun?

Ich will Dich nur auffordern, nicht alles hinzunehmen. (Auch in teuren Schriften wird nicht jederzeit die absolute Wahrheit verkündet). Hinterfrage, recherchiere, gehe den Dingen auf den Grund. Auf alle Fälle solltest Du das tun, wenn Du eine eigene Meinung zu den Dingen haben willst.

Nimm nicht alles als gegeben hin, vor allem wenn es heißt „Das haben wir schon immer so gemacht“. Lass Deine Betrachtungen mal in eine ganz andere Richtung fließen und erwäge folgenden Fragen:

  • Ist das tatsächlich so? Trifft das wirklich zu?
  • Kann man das nicht auch anders machen?
  • Gibt es ein grundlegendes Motiv, das so zu sehen?

Eine meiner Freundinnen hat das mal ganz pragmatisch zusammengefasst. „Wenn Du keine Ahnung hast, was das soll, dann folge in Gedanken einfach den Weg des Geldes.“

Heike Thormann, die „Fachfrau für kreatives Denken“ hat in einem ihrer Artikel übrigens eine recht gute Anleitung fürs Hinterfragen geschrieben. Die solltest Du Dir vielleicht auch einmal durchlesen …

schwedisch

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