junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Lächelnde List

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Zugegeben, das ist ein komischer Titel für das heutige Kapitel. Und dann ist er noch nicht einmal von mir. Ich gestehe: Ich habe die Überschrift geklaut. Das ist vielmehr ein Buchtitel des chinesischen Autors Chao-Hsiu Chen. Der beschreibt in seinem Werk Erfolgs-Strategeme aus dem alten China. Natürlich taucht jetzt sofort die Frage auf, was das alte China mit uns zu tun hat. Erfolg hat sich damals sicher ganz anders definiert als heute. Oder?

In meinem Bücherregal stehen übrigens lauter so „eigenartige Sachen“. Ein Exemplar trägt beispielsweise den Titel „Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen“. Natürlich beinhaltet es wieder einmal asiatische Weisheiten, denn ich bin ein Fan von solchen Publikationen.

Kommen wir aber zurück zum Thema. Erfolg ist das, was folgt. Auf unsere Taten, unsere Worte unser Denken. Das war früher so und wird wohl auch immer so bleiben.

Aber wie ist das mit der List?

Das Wort ist wahrlich nicht besonders positiv besetzt: Bei google finden sich folgende Einträge.

  1. Verhalten, bei dem man jmdn. täuscht, um ein Ziel zu erreichen. „Die Betrüger gingen mit List vor.“
  2. Handlung, durch die man jmdn. täuscht, um etwas zu erreichen. „eine List anwenden“

Das klingt ja nicht außerordentlich nett.

Der Thesaurus bietet auch nicht gerade freundliche Sachen an: Intrige, Ränkespiel, Tücke, Winkelzug, Trickserei, Manipulation, Bluff … . Das sind auch nicht gerade mit angenehmen Assoziationen besetzte Worte. Und daran sollen wir uns heute ein Beispiel nehmen? Das kann es doch nicht sein.

Oder?

Mir fällt dann zum Glück der listenreiche Odysseus ein. Das ist ein durch und durch positiver Held. In der Geschichte vom „Hase und Igel“, wird der Letztere ebenfalls als listenreich beschrieben und alle freuen sich am Ende über seine Idee, den Hasen übers Ohr zu hauen. Feldherren vergangener Schlachten können sich ebenfalls ihrer Listen rühmen. Beim Schach und anderen Strategiespielen ist es wichtig, dass man seine Taktik verschleiert, um zu gewinnen. Schließlich ist die Redewendung „Das war ein kluger Schachzug“ durchaus ein Lob.

Und auch der schon erwähnte Thesaurus bietet durchaus angenehme Synonyme an. Schläue, Gewitztheit, Kniff und Pfiffigkeit sind einige davon.

Vielleicht heißt das Ganze nur so viel wie; man muss nicht immer mit dem Kopf durch die Wand?

Ich habe in der letzten Zeit einige Situationen erlebt, bei denen ich die Wahl hatte, mich zu streiten oder lächelnd nach einem Kompromiss zu suchen. Ein Streit hätte mich Nerven, (vielleicht Geld) und Zeit gekostet. Die „lächelnde List“ oder das „Siegen, ohne zu kämpfen“ verlangten nur Freundlichkeit und einige Abstriche an meinen Vorstellungen (mit denen ich gut leben kann.) So habe ich am Ende doch mein Ziel erreicht.

Und was hat das mit dir zu tun?

Denk einmal an vergangene Konflikte. War es immer sinnvoll, auf deiner Meinung zu beharren? Oder wäre manchmal etwas mehr Flexibilität angebracht gewesen? Wenn beide Parteien „ihr Gesicht wahren können“, dann ist im Grunde genommen allen geholfen. Diese schöne alte Redewendung heißt übrigens auf Neudeutsch Win-win-Situation.

buddha

Bildquellenangabe:        Kurt Bouda / pixelio.de

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