junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Einfach alles hinschmeißen?

Du hast ein Ziel und einen Plan. Nun versuchst du alles, um das Ganze in die Tat umzusetzen. Das ist mühsam und immer leichter gesagt als getan. Und dann kommt irgend so eine vertrackte Situation. Die raubt dir alle Energie und jeglichen Tatendrang.

Vielleicht kennst du das: Manchmal möchte man einfach alles hinschmeißen und sich nicht weiter abmühen? Irgendwie hat man das Gefühl, dass man sich Mühe gibt und noch mehr Mühe gibt, aber das Ergebnis lässt einfach auf sich warten.

Da schleicht sich schon mal der Gedanke ein, dass es doch viel besser wäre, alles beim Alten zu lassen. Wozu der ganze Stress? Es bringt doch sowieso nichts! Dann kann man doch auch gleich alle Viere gerade sein lassen.

Achtung! Genau das ist der Punkt, wo dein Unterbewusstsein dich ganz schön zu manipulieren versucht. Du verlässt gerade deine Komfortzone. Da ist alles andere als angenehm. Denn nun könnte sich dein Leben verändern. Altes und Ungeliebtes wird dich vielleicht verlassen und Platz für Neues machen. Veränderte Situationen verlangen eine Umstellung. Und damit ist dein innerer Schweinehund gar nicht einverstanden. Darum flüstert er dir jetzt ein, dass die ganzen Anstrengungen am Ende doch sinnlos sind.

Da hast du jetzt ein dickes Problem.

Sich gegen die negative Stimme in deinem Kopf zu wehren kostet jede Menge Kraft. Vor allem, wenn du noch keine greifbaren Ergebnisse aufweisen kannst. Wie soll man den jemanden, überzeugen (vor allem sich selbst) wenn man keine passenden Argumente hat.

Hier kommt mein Tipp fürs Durchhalten und Weitermachen. (Das klappt aber nur, wenn du wirklich von deinem Ziel, deiner Vision oder deiner Idee überzeugt bist.)

Mache dir eine Liste mit vier Spalten.

In die Nummer 1 schreibst du den Istzustand (wovon auch immer), der so bleibt, wenn du nichts veränderst.

Dazu kommt in Spalte 2, ob du das auch wirklich so beibehalten willst (und warum oder warum nicht.)

In Nummer 3 notierst du, was du stattdessen haben möchtest.

In der 4. Spalte wird dann niedergeschrieben, wie man das erreicht. (Am besten kommt noch ein Termin dazu, damit du dich nicht um diese Aufgabe drücken kannst.)

Vielleicht hängst du noch eine Spalte 5 an, in der du den neuen Zustand einträgst.

Du kannst dir das nicht so richtig vorstellen?

Hier folgt ein einfaches Beispiel: Du wolltest schon immer mal einen Rundumschlag durch deine Wohnung machen und dich von vielen überflüssigen Dingen trennen. Beginnen wir mit dem Kleiderschrank (weil der am vollsten ist)

Istzustand mit dem ich  unzufrieden bin: Soll das so bleiben? Was will ich stattdessen? Wie mach ich das? Neuer Zustand
Der Kleiderschrank quillt über. Da sind ganz viele Sachen drin, die mir nicht mehr passen, kaputt oder unmodern sind.

 

NEIN

(Ich finde nichts und schon beim Öffnen der Türe bekomme ich schlechte Laune.)

Ordnung, Übersicht und nur noch Sachen die mir passen und die ich mag (Rest soll weg) Schritt für Schritt.

Erst eine Seite komplett ausräumen und durchschauen. Was gut ist kommt zurück, was nicht mehr gebraucht wird in die Kleiderspende und was kaputt ist in einen Korb.

Termin: Mittwoch-Nachmittag

Alles aufgeräumt und übersichtlich.

Tolles Gefühl!

Naja – Kleiderschrank aufräumen ist jetzt nicht so dein Thema. Du möchtest vielleicht neue Menschen kennenlernen, weil du in eine andere Stadt gezogen bist.

Istzustand mit dem ich  unzufrieden bin: Soll das so bleiben? Was will ich stattdessen? Wie mach ich das?
Ich kenne hier kaum jemanden.

 

NEIN

(Ich brauche soziale Kontakte und Menschen, mit denen ich mich austauschen kann.)

Bekanntschaften, Geselligkeit, neue Impulse Welche allgemeinen Vereine, Sportvereine und andere Gruppen gibt es am Ort? Was könnte für mich passen?

Aufraffen und schnuppern gehen – garantiert wird sich irgendetwas finden lassen.

Termine:

Alles sichten bis Wochenende

Schnupperkurse erfragen: Mo bis Mi

Ausprobieren und Entscheiden bis …

 

Versuch das doch mal mit deinem aktuellen Problem, bei dessen Lösung dir gerade jetzt so ein bisschen die Luft ausgehen will.

Arbeit

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Geh allein ins Bett!

Auch wenn es die Überschrift vermuten lässt, das ist jetzt kein Aufruf zum Single-Sein. Ich will damit etwas ganz anders ansprechen. (Ein Schelm, wer übel denkt!)
Zu Bett gehen, das kann schon mal eine stressige Sache werden. Nicht das Hineinsteigen (es sei denn du hast ein Hochbett), sondern das Einschlafen. Manchmal ist man hundemüde und wälzt sich trotzdem ewig hin und her. Ist man dann endlich zur Ruhe gekommen, dann wacht man mitten in der Nacht wieder auf und das Spiel beginnt von vorn.

Bei mir liegt das öfter am Vollmond (in solchen Phasen habe ich ganze Kapitel von meinen E-Books verfasst) oder daran, dass mich irgendwelche Sorgen und Probleme plagen. Der nächste Tag ist meist echt übel, schließlich fühle ich mich wie gerädert und total durch den Wind. (Da helfen dann auch die Gedanken an die 2500 Wörter nicht, die ich in der Nacht zuvor kreiert habe.) Weil es vielen Leuten so geht, ist das Internet voll von Ratschlägen zum Thema »besser Schlafen«. Ein englischer Blogger hat beispielsweise eine Liste mit fünf „produktiven und entspannenden Dingen“ aufgestellt, die man beachten sollte, bevor man sich zur Ruhe legt. Ich habe die ein bisschen „aufgepolstert“ und mit meinen Erfahrungen vermischt.

1. Das Gesicht reinigen
Bitte, das darfst du jetzt nicht falsch verstehen. Natürlich gehe ich erst einmal davon aus, dass wir uns nach unserem Tagwerk ordentlich waschen. Dazu gehört selbstverständlich auch das Gesicht. Dieser Punkt bezieht sich also eher auf das Pflegen als auf das einfache Reinigen. Wir haben es verdient, dass wir uns etwas verwöhnen. Eine Gesichtsmassage, vielleicht ein Peeling und gute Pflegeprodukte sollten schon drin sein. Das bedeutet einerseits, dass wir uns etwas Gutes tun und anderseits, dass wir etwas Zeit mit uns verbringen. Diese Minuten gehören uns. Uns ganz allein. Wenn wir uns diese kurze Zeitspanne gönnen, dann ist das eine besondere Art der Wertschätzung. Wir tun uns gut.

2. Etwas Positives Lesen
Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett. Das war mal ein alter Schlager, an den sich viele auch heut noch halten. Doch eigentlich sollte man so kurz vor dem Schlafengehen nichts lesen, was uns aufregen kann. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass wir das Thema mit in den Schlaf nehmen und uns in den Träumen auf die Suche nach dem Täter machen. Viel besser ist es, etwas „Erbauliches“ als Nachtlektüre ans Bett zu legen. Kluge Sprüche, kleine fröhliche Kurzgeschichten oder chinesische Lebensweisheiten. Damit schläft es sich gleich viel besser.

3. Die To-Do-Liste für den nächsten Tag
Wenn man die am Abend vorher schreibt, dann kann man sich getrost aufs Ohr legen. Auf jeden Fall steht der Plan für den nächsten Tag schon. Das ist eine prima Vorbereitung und beruhigt ungemein. Man kann sich auch schon die Kleidung herauslegen und bei Bedarf die Tasche für die Arbeit packen. Ist alles für den Folgetag vorbereitet, kann man sich entspannt zurücklehnen.

4. Abschalten
Das gilt nicht nur für das Gedankenkarussell, sondern auch für die elektronischen Medien. Handy, Tablet und Fernseher haben im Schlafzimmer nichts zu suchen. Fragt doch mal euren Feng-Shui-Berater. Der wird schon über den Radiowecker entsetzt den Kopf schütteln.

5. Glückstagebuch schreiben
Auch wenn der Tag noch so schlecht gelaufen ist, irgendetwas Positives wird doch wohl gewesen sein. Vielleicht war es ein Sonnenstrahl, der durch die Wolken kam. Oder ein Geruch, den wir schon als Kinder liebten. Es kann auch ein lustiges Katzenvideo sein, ein gefundener Glücks-Cent oder etwas Leckeres zum Essen. Bevor man einschläft, schreibt man drei bis fünf Dinge in ein Glückstagebuch. Das heißt so, weil da nur Schönes hineinkommt. Und mit diesen glücklichen Gedanken legt man sich hin. Man hält sie fest, denkt noch ein bisschen daran, wie toll es war und … schläft einfach ein.

Natürlich gibt es keine Garantie, dass diese Methode auch funktioniert. Manchmal helfen zusätzlich heiße Milch mit Honig oder ein Glas Wein. Meditieren ist auch noch eine Möglichkeit. Oder mit etwas Schönem kuscheln. Hin und wieder nützt auch alles nichts.

Aber immerhin haben wir jetzt eine Aufgabe.  Um am Abend etwas in unser Glückstagebuch schreiben zu können, müssen wir aufmerksam nach schönen Dingen, Situationen und Empfindungen Ausschau halten. Das ist doch schon mal die halbe Miete für einen tollen Tag (und hoffentlich eine angenehme Nacht).

zweiherzenalle

Die süßen Kuschelherzen sind von Frau Roswitha Pagel.


Ein Kommentar

Ein Licht im Dunklen

Manchmal kann das Leben ziemlich trübe sein. Oder anstrengend. Oder vielleicht auch beides.

Bei mir sind im Winterhalbjahr oft Abendkurse angesagt. So ist das halt auf dem Lande. Im Sommer haben die Leute hier im eigenen Garten zu tun. In der dunklen Jahreszeit nehmen sie sich Zeit zur Weiterbildung, für den Sport oder für kulturelle Veranstaltungen. Daran habe ich mich gewöhnt.

Trotzdem ist es nicht immer einfach, erst in stockfinsterer Nacht nach Hause zu kommen. Auch wenn man am frühen Morgen nicht ganz so zeitig aus den Federn muss. Autofahren im Winter ist sowieso hin und wieder mit einem Risiko verbunden. Der Räumdienst funktioniert auf den Dörfern nicht zu allen Zeiten so, wie man sich das vorstellt. Bei Schnee und Glatteis bin ich dann immer froh, wenn ich es nicht mehr weit bis an den heimischen Herd habe.

In den letzten Jahren war mir oft ein kleines Licht am Wegesrand ein Zeichen dafür, dass ich es bald geschafft habe. Ich wusste, wenn ich das erblicken kann, dann dauert es nur noch wenige Minuten und ich kann meine Haustür aufschließen. So nach und nach wurde mir der Anblick des erleuchteten Fensters sogar ein richtiger Trost. Wenn ich den hellen, warmen Schein durch die Dunkelheit schimmern sah, dann konnte ich mich zurücklehnen und zu mir selbst sagen: „Jetzt ist es nicht mehr weit, jetzt hast du es gleich geschafft.“ Das war wie Balsam für die Seele. Ein letzter Meilenstein, ein Zeichen dafür, dass ich sehr bald zu Hause bin.

Selbst als das Wetter besser und die Straßen frei waren, habe ich noch immer nach diesem Licht Ausschau gehalten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zuverlässig zeigte es mir das nahe Ende meines Heimweges an. (Die Leute die dort wohnen, wissen gar nicht, was sie mir für eine Freude gemacht haben.)

Was hat das alles mit dir zu tun?

Schaffe dir etwas, was wie dieses Licht im Dunklen wirkt. Erdenke dir ein Fünkchen Hoffnung. Kreiere dir einen Ankerpunkt. Nimm etwas, was dir in deinem Leben sagen kann: Gleich geschafft. Du wirst dich wundern, was dieses kleine Detail für eine Wirkung entwickelt. Es ist ein Hoffnungsschimmer, ein Silberstreifen am Horizont und möglicherweise sogar ein Rettungsanker. Du brauchst etwas, woran du dich halten kannst. Vielleicht nur bei einer nächtlichen Autofahrt, vielleicht aber auch, wenn sich das Leben mal wieder von seiner stürmischen Seite zeigt.

Es ist allenfalls etwas unklug, sich bei so einem Leuchtpunkt von anderen abhängig zu machen. Ich wäre sicher enttäuscht gewesen, wenn ich eines Abends kein Licht gesehen hätte. Aber mein Problem war ja vergleichsweise auch nicht so groß. Ich befand mich einfach nur auf der Heimfahrt und habe mich an dem Anblick erfreut. Im Falle eines Falles wäre ich möglicherweise betrübt, wenn sich das Haus in Dunkel hüllt. Es hätte mich jedoch nicht unmittelbar beeinträchtigt.

Bei anderen Zielen, die in weiter Ferne liegen und bei denen ich vielleicht doch mal eine Aufmunterung brauche, dann suche ich mir schon etwas, was meinem Einfluss unterliegt. Ein Buch, ein Foto von einem besonders schönen Erlebnis, ein Urlaubsandenken. Es gibt viele Möglichkeiten, sich sein Licht im Dunklen zu schaffen. Was wirklich wirkt, das kann man nur für sich allein entscheiden.

Wichtig ist, dass es das gibt: Das Licht im Dunklen.

(P.S. Ilona – es war ein Licht aus deinem Haus.)

Kerze