junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Ein Licht im Dunklen

Ein Kommentar

Manchmal kann das Leben ziemlich trübe sein. Oder anstrengend. Oder vielleicht auch beides.

Bei mir sind im Winterhalbjahr oft Abendkurse angesagt. So ist das halt auf dem Lande. Im Sommer haben die Leute hier im eigenen Garten zu tun. In der dunklen Jahreszeit nehmen sie sich Zeit zur Weiterbildung, für den Sport oder für kulturelle Veranstaltungen. Daran habe ich mich gewöhnt.

Trotzdem ist es nicht immer einfach, erst in stockfinsterer Nacht nach Hause zu kommen. Auch wenn man am frühen Morgen nicht ganz so zeitig aus den Federn muss. Autofahren im Winter ist sowieso hin und wieder mit einem Risiko verbunden. Der Räumdienst funktioniert auf den Dörfern nicht zu allen Zeiten so, wie man sich das vorstellt. Bei Schnee und Glatteis bin ich dann immer froh, wenn ich es nicht mehr weit bis an den heimischen Herd habe.

In den letzten Jahren war mir oft ein kleines Licht am Wegesrand ein Zeichen dafür, dass ich es bald geschafft habe. Ich wusste, wenn ich das erblicken kann, dann dauert es nur noch wenige Minuten und ich kann meine Haustür aufschließen. So nach und nach wurde mir der Anblick des erleuchteten Fensters sogar ein richtiger Trost. Wenn ich den hellen, warmen Schein durch die Dunkelheit schimmern sah, dann konnte ich mich zurücklehnen und zu mir selbst sagen: „Jetzt ist es nicht mehr weit, jetzt hast du es gleich geschafft.“ Das war wie Balsam für die Seele. Ein letzter Meilenstein, ein Zeichen dafür, dass ich sehr bald zu Hause bin.

Selbst als das Wetter besser und die Straßen frei waren, habe ich noch immer nach diesem Licht Ausschau gehalten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zuverlässig zeigte es mir das nahe Ende meines Heimweges an. (Die Leute die dort wohnen, wissen gar nicht, was sie mir für eine Freude gemacht haben.)

Was hat das alles mit dir zu tun?

Schaffe dir etwas, was wie dieses Licht im Dunklen wirkt. Erdenke dir ein Fünkchen Hoffnung. Kreiere dir einen Ankerpunkt. Nimm etwas, was dir in deinem Leben sagen kann: Gleich geschafft. Du wirst dich wundern, was dieses kleine Detail für eine Wirkung entwickelt. Es ist ein Hoffnungsschimmer, ein Silberstreifen am Horizont und möglicherweise sogar ein Rettungsanker. Du brauchst etwas, woran du dich halten kannst. Vielleicht nur bei einer nächtlichen Autofahrt, vielleicht aber auch, wenn sich das Leben mal wieder von seiner stürmischen Seite zeigt.

Es ist allenfalls etwas unklug, sich bei so einem Leuchtpunkt von anderen abhängig zu machen. Ich wäre sicher enttäuscht gewesen, wenn ich eines Abends kein Licht gesehen hätte. Aber mein Problem war ja vergleichsweise auch nicht so groß. Ich befand mich einfach nur auf der Heimfahrt und habe mich an dem Anblick erfreut. Im Falle eines Falles wäre ich möglicherweise betrübt, wenn sich das Haus in Dunkel hüllt. Es hätte mich jedoch nicht unmittelbar beeinträchtigt.

Bei anderen Zielen, die in weiter Ferne liegen und bei denen ich vielleicht doch mal eine Aufmunterung brauche, dann suche ich mir schon etwas, was meinem Einfluss unterliegt. Ein Buch, ein Foto von einem besonders schönen Erlebnis, ein Urlaubsandenken. Es gibt viele Möglichkeiten, sich sein Licht im Dunklen zu schaffen. Was wirklich wirkt, das kann man nur für sich allein entscheiden.

Wichtig ist, dass es das gibt: Das Licht im Dunklen.

(P.S. Ilona – es war ein Licht aus deinem Haus.)

Kerze

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Ein Kommentar zu “Ein Licht im Dunklen

  1. Liebe Conny, das ist ja doll – als ich deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich noch „das ist genauso wenn ich nach Hause komme und das Licht meiner Lampen-Eule im Fenster sehe….und dann kam dein P.S. dazu ! So past es manchmal…! Danke

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