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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Von Handlungen und Resultaten

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Cordula ist sauer. Sie gibt sich wirklich Mühe auf ihrer neuen Arbeitsstelle und kniet sich vollkommen rein. Dabei ist sie wie immer selbstbewusst und von ihrer Mission überzeugt. Oft wirkt sie den anderen gegenüber dominant oder sogar arrogant. Das ist sie eigentlich gar nicht, aber sie kommt so rüber. Damit sie alles mehr als 100%ig erledigen kann, wirft sie ihr ganzes Sein in die Waagschale. Sogar ihr Privatleben hat sie so zusammengestrichen und ausgerichtet, dass ihr Job immer im Fokus steht. Vor kurzem hat sie aus Zeitgründen sogar ihren geliebten Malkurs gekündigt, nur weil sie alle Kraft für die Arbeit braucht. Und trotzdem erkennen ihre Mitmenschen das nicht an.

Es ist nicht nur so, dass ihre Freundinnen entgeistert den Kopf schütteln – nein ihre Kollegen versagen ihr die ihr gebührende Anerkennung. Das war schon im letzten Betrieb so. Und im vorletzten auch. Cordula findet, dass alle ganz schön gemein zu ihr sind und niemand ihren Einsatz zu schätzen weiß.

Kennst du das? Oder kennst du jemanden, dem sowas ständig passiert?

Da sitzt wohl jemand in der „Täglich grüßt das Murmeltier-Falle“. Wenn man, ganz gleich was man macht (und wo) immer das gleiche (oder ein ähnliches) Ergebnis erhält, dann sollte man sein eigenes Tun hinterfragen.

Gleiche Ergebnisse sind das Resultat von gleichen Handlungen.

Warum soll das, was in Betrieb 1 und 2 nicht funktioniert hat, denn auf einmal in Firma 3 zu einem positiven Ergebnis führen?

Das wäre ja seltsam.

Schließlich läuft unser Leben, auch wenn wir es nicht anerkennen (oder anerkennen wollen) nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten ab.

Albert Einstein soll das ziemlich barsch auf den Punkt gebracht haben: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Jetzt will ich die arme Cordula nicht gleich beschimpfen. Sie gibt sich ja wirklich Mühe. Aber das kommt von „sich mühen“ und damit reibt sie sich auf. Und dafür erhält sie noch nicht einmal die ersehnte Anerkennung.

Wie kommt sie nun aber raus aus diesem Teufelskreis?

Zuerst einmal muss sie ihr Verhalten analysieren um herauszufinden, was da eigentlich schief läuft.

Wie macht man das?

(Natürlich am besten schriftlich)

Man nimmt eine Handlung und verknüpft sie mit dem Resultat. Beachte: Mit dem erreichten Ergebnis, nicht mit dem erwünschten! Dabei sollte man klar und ehrlich sein: Ist das, was am Ende herauskommt, auch das was alle wollen und allen zugutekommt? Oder ist es das, was meinen persönlichen Wunschvorstellungen entspricht? Ich finde es toll, aber der Rest der Welt ist wenig begeistert. (Motto: Alle doof, außer ich!) Da muss man genau hinsehen und auch mal bittere Wahrheiten schlucken.

Das ist wie beim Kuchenbacken. Du backst einen wundervollen Rhabarberkuchen mit Pudding und Baiser. Er sieht super aus und du rühmst dich stolz deiner Backkunst. Die anderen hätten aber lieber eine einfache Erdbeertorte mit einem gekauften Boden. Glaubst du, die finden dich und deinen Rhabarberkuchen trotzdem toll? Ich denke nicht.

Es ist also besser vor dem Backen einmal nachzufragen, welcher Kuchen denn gewünscht wird.

Wer von sich selbst und von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, der wirkt seinen Kollegen und Mitarbeitern gegenüber häufig überlegen oder sogar anmaßend. Hier sollte man lernen, sich zurückzunehmen. Es hilft, Fragen zu stellen, anstelle Manifestationen abzugeben. Es macht Sinn, Interesse an anderen Menschen und Ideen zu zeigen, anstatt nur sich selbst zu präsentieren.

Wenn man den Wunsch verspürt Teil eines Teams zu sein, dann sollte man sich auch so verhalten.

Sicher gibt es Situationen, in denen man nichts dafür kann, weil die Umstände einfach dagegen sind. Wiederholen sich die Umstände aber, dann sollte man stutzig werden. Liebe Cordula, das Leben haut dir nun schon mehrmals ein und denselben Sachverhalt um die Ohren. Was glaubst du, warum es das macht?

Zweifellos nicht, damit du alles beim Alten lässt.

Also fang an und verändere dich. (Denn die anderen kannst du nicht ändern). Das ist keineswegs einfach und wird auch nicht so schnell gehen.

Roland Kopp-Wichmann schreibt in seinem Persönlichkeits-Blog zum Thema „sich verändern“: „All das ist am Anfang nicht einfach. Das hat vor allem neurobiologische Gründe. Unsere Gewohnheiten im Denken, Fühlen und Handeln sind jahrzehntelang gespurt wie sechsspurige Autobahnen. Hier die Ausfahrt zu nehmen und einen anderen Weg einzuschlagen, ist zwar möglich – aber ungewohnt.“

Allerdings sind Veränderungen die einzige reale Chance, um ein anderes Resultat zu erzielen. (Und ich meine hier nicht, den Job zu wechseln)

Na – welchen Kuchen hättest du denn gern?

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