junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Norbert, Eva und ich

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Mein innerer Schweinehund heißt Norbert. Leider bin ich nicht auf diese geniale Idee gekommen, der persönlichen Bremsvorrichtung einen Namen zu geben. Zugegebener Maßen war das Stefan Frädrich in seinem Buch „das Günter-Prinzip“. Aber wenigstens ist mir ein eigener Begriff für den privaten Spielverderber eingefallen.

Es ist ja auch so schon nicht ganz so einfach mit diesem unleidlichen Kerl. Nehmen wir nur einmal diese Woche. Gut – ich gebe es zu ich habe zurzeit etwas Stress. Nichts Unangenehmes. Weil in der nächsten Woche eine größere Familienfeier ansteht, gibt es da eine ganze Menge zu planen, organisieren und zu bedenken. Das ist schon ein zusätzlicher Berg Arbeit. Aber da sind ja auch noch die kleinen und alltäglichen Aufgaben. Und genau hier schlägt Norbert zu!

Musst du denn wirklich auch jetzt, wo so viel zu verrichten ist, deine regelmäßigen Blogartikel veröffentlichen? Das merkt doch sicher kein Mensch, wenn mal eine Woche kein Beitrag zu gewohnten Zeit erscheint.

Du musst dich jetzt nicht um die tägliche Post kümmern, pack bloß alles beiseite und erledige das, wenn du wieder Zeit hast.

Du brauchst dich jetzt nicht für den Gefallen zu bedanken, den man die gemacht hat. Das kannst du machen, wenn du den Kopf frei hast.

Leg doch die tägliche To-Do-Liste weit weg. Routineaufgaben lassen sich auch später aufarbeiten.

Und so geht das die ganze Zeit.

Natürlich habe ich im Moment mal gerade mehr zu tun als noch vor vier Wochen. Aber wer sagt mir denn, dass ich in einem halben Monat nicht einen richtig dicken Auftrag bekomme? Soll ich dann alles liegen lassen und noch auf den Berg packen, auf den das bisher Aufgeschobene aufgestapelt ist? Und danach kommt wieder etwas Unerwartetes?

Nein, nein, mein lieber Norbert. So nicht! Wir lassen uns von einer angespannten Arbeitssituation nicht aus der Ruhe bringen. Von wegen, die täglichen Aufgaben vernachlässigen! Wir machen einen Plan, organisieren uns und behalten die Ruhe und die Übersicht.

Wer ist denn wir? (Ha, ha: Die Rechtschreibprüfung in Word schlägt mir vor, doch lieber „Wer bin denn ich“ zu benutzen.)

Wir – das sind die Eva und ich. Die Eva, die habe ich jetzt erfunden. Sie ist das Pendant zum Norbert. Eva ist die Macherin, die sagt: Los geht’s! Sie schubst mich an, wenn ich keine Lust habe und mich hinter Norbert verstecken will. Eva klopft mir aufmunternd auf die Schulter, sobald ich die Ohren hängen lasse. Und Eva denkt sich die Belohnungen aus, die wir bekommen, wenn wir einen dicken Batzen der Aufgaben erledigt haben. Falls ich mal wieder zweifle, ob das, was ich gerade plane, auch Erfolg verspricht, dann ist sie es, die sagt: Probiere es – sonst wirst du es nie erfahren. Sie ist meine anstrengende Freundin, mein innerer Motor, mein Auslöser fürs Tun.

Vollkommen verständlich, dass sie und der Norbert keine Freunde sind. Er liegt faul auf dem Sofa, liest Liebesromane und stopft Nougat in sich hinein. Sie dagegen hüpft durch den Wald, macht tausend interessante Dinge und hat stets eine Idee, wie es weiter geht.
Manchmal geht sie mir auch auf die Nerven, mit ihrer ewigen guten Laune und dem Tatendrang. (Wer will schon immer gut drauf sein?) Dann kuschle ich mich an Norbert und lasse mich von ihm zum Nichtstun überreden. (So war es an diesem Tag auch.) Aber es dauert meist nicht lange, dann steht Eva in der Tür und rollt mit den Augen. Und weil ich weiß, dass sie Recht hat, habe ich mich an den heute fälligen Blogbeitrag gesetzt und ihn doch geschrieben.

Und jetzt kochen wir uns als Belohnung einen schönen Kaffee und setzen uns für finf Minuten in den Garten: Die Eva und ich.

Kloster1

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