junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Warum es ok ist, wenn man ab und zu mal gern allein ist

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Ich bin die ganze Woche über mit Menschen zusammen. Und weil ich als Trainerin im Sportverein agiere, bin ich sozusagen der Vorturner. Der Pausenclown, die „Immer-gut-Draufsein-Frau“. Das macht meistens Spaß, ist aber manchmal auch verdammt anstrengend. Darum bin ich auch mal gern allein. Ich finde das völlig normal und dachte, das wäre doch auch mal ein nettes Thema für einen Beitrag. Um zu sehen „was die Welt dazu sagt“ gebe ich bei google, als Frage „warum man manchmal auch gern allein sein will“ ein. Die anzeigten Antworten schaffen es, dass ich erstaunt die Augenbrauen hochziehe. Anscheinend ist es nicht normal, dass man ab und zu mal gern allein ist. Ich bekomme hauptsächlich Artikel von psychologischen Foren angezeigt, in denen Leute sich über das Alleinsein beklagen. Ich bin ab und zu gern allein. Muss ich mir jetzt Sorgen um meinen seelischen Zustand machen?

Zum Glück finde ich dann noch einen Beitrag einer Frauenzeitschrift, der mir diese Ängste nimmt.

Eine der Zwischenüberschriften lautet: Alleinsein ist keine Notlösung, sondern ein Akt der Selbstbestimmung. Es macht stark!

Das bedeutet: Ich bin nicht allein, weil ich es muss, sondern weil ich mich dafür entschieden habe. Meine Isolation ist selbstgewählt und ein Teil meiner persönlichen „Lebenspflege“. Allein oder nur mit Hund, (aber der zählt nicht, weil er „anders kommuniziert“) in den Wald zu gehen, ist Erholung. Ich kann mich auf meine eigenen Gedanken und Gefühle konzentrieren. Kann schneller und langsamer werden, ohne es begründen zu müssen. Kann stehenbleiben, mich hinsetzen oder mich auf den Bauch legen, um einen Käfer zu betrachten. Ich bestimme den Weg, das Tempo und die Dauer. Ich bestimme selbst. Und bestimme auch, wann ich wieder „in die Welt zurückkehre“.

Nächste Überschrift: Alleinsein ist kein Zustand des Mangels, sondern die Möglichkeit, sich zu entspannen.

Weil man den ganzen Tag beim Zusammensein mit anderen Leuten konfrontiert wird, bekommt man unzählige Informationen. Positive, negative und auch überflüssige. Irgendwann möchte man gern auch mal „nichts hören.“ Das schließt natürlich auch die Medien-Abstinenz mit ein. Wer seinen Urlaub im Ausland verbracht hat, wo er die Sprache kaum oder gar nicht versteht, der kann den heilsamen Effekt, mal nichts von der Welt mitzubekommen, sicher bestätigen. Alleinsein muss jedoch keine absolute Stille bedeuten: Waldesrauschen, Vogelstimmen, Käfergebrumm – all das sind Töne, die wir nicht mit direkten Informationen verbinden. Unser Gehirn braucht nichts zu verarbeiten, kann entspannen. Die Gedanken können kommen und gehen. Wie entspannend!

Etwas später folgt: Bewusst alleine sein kann glücklich machen!

Macht es, brumme ich vor mich hin, als ich an diese Stelle des Artikels komme. Dazu brauche ich keine Diplom-Psychologin, die sich zu diesem Thema äußert. Trotzdem finde ich es spannend, dass diese Ursula Werner ein Buch über „die Kunst des Alleinseins“ geschrieben hat. Und das gibt es sogar schon in einer neuen Auflage. Wahrscheinlich bin ich doch nicht so allein mit meiner Vorliebe für das Alleinsein.

Natürlich gibt es auch zu dieser Problematik einige kluge Sprüche. Die (für mich) passendsten habe ich hier mal zusammengetragen:

Überlege wohl, bevor du dich der Einsamkeit ergibst, ob du auch für dich selbst ein heilsamer Umgang bist. Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Wenn du Einsamkeit nicht ertragen kannst, dann langweilst du vielleicht auch andere. Oscar Wilde

Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei. Arthur Schopenhauer

Einsamkeit ist das Los aller hervorragender Geister: sie werden solche bisweilen beseufzen, aber stets sie als das kleinere von zwei Übeln erwählen. Arthur Schopenhauer

Einsamkeit ist das Los aller hervorragender Geister: sie werden solche bisweilen beseufzen, aber stets sie als das kleinere von zwei Übeln erwählen. Arthur Schopenhauer

Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise, Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise. Friedrich Rückert

mano

 

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