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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Plan B – Glaubst du, was du denkst oder denkst du, was du glaubst?

Zugegeben, ich quäle mich ein bisschen mit dem Thema Glaubenssätze herum. Ich würde ja gern solche klugen Sätze wie den von Catherine Ponder, die eine der bedeutendsten Lebenshilfe-Autorinnen Amerikas ist, schreiben: „Wenn sie es in ihren Gedanken halten können, dann können sie es auch in ihren Händen halten.“ Im Denken war ich schon immer gut, nur mit der Umsetzung hapert es.

Die Eule neben meinem Monitor kichert.

„Das ist nicht sehr hilfreich!“, maule ich.

Jetzt verdreht sie doch tatsächlich die Augen! „Merkst du nicht, was du gerade tust?“

„Ich zermartere mir den Kopf, wie ich das mit den Glaubenssätzen zu Papier bringen soll.“

„Aha.“

Das nervt schon wieder. Warum spricht dieses Ding fortwährend in Rätseln?

„Ich bin kein Ding und ich nerve nicht“, kommt prompt als Antwort. „Mein Name ist … “

„Plan B“, falle ich ihr ins Wort. „Und du willst mir nur helfen, meine Gedanken zu sortieren. Und das, obwohl du eigentlich nichts in meinem Kopf zu suchen hast.“

Sie ignoriert diesen Vorwurf und fährt in einem sachlicheren Ton fort: „Lies doch mal den letzten Satz, den du geschrieben hast, bevor da steht, das ich kichere.“

„Im Denken war ich schon immer gut, nur mit der Umsetzung hapert es“, zitiere ich mich selbst.

„Siehst du!“

„Was?“

„Na den Glaubenssatz“, kommt es leicht vorwurfsvoll zurück.

Tatsächlich. Da habe ich doch glatt von mir gedacht, dass ich zwar gute Ideen habe, sie aber nicht verwirklichen kann. Wenn ich diese Meinung von mir habe, benehme ich mich dann etwa auch so? Könnte es sein, dass mein Unterbewusstsein sagt: „Klasse Einfall, aber mache es lieber nicht, denn du wirst es sowieso nicht erfolgreich zu Ende bringen“? Das ist ja absolut kontraproduktiv.

Ich muss das jetzt mal zusammenfassen. Wenn mein Unterbewusstsein der Ansicht ist, dass ich mein Vorhaben nicht gebacken bekomme, dann wird es mich wahrscheinlich unbewusst so steuern, dass ich entweder gar nicht anfange oder beim kleinsten Hindernis aufgebe.

Vorsichtig schiele ich zu der kleinen weißen Eule hin. Sie nickt. „Und das ist in allen Bereichen des Lebens so. Wie denkst du über Geld, Erfolg, Wissen, Arbeit, Kreativität, Reichtum, Begabung ….?“

Bevor ich antworten kann, fährt sie fort: „Bleiben wir beim Geld. Den Ausspruch, dass Geld nicht wichtig ist, den hört man meistens von Leuten, die pleite sind.“

Jetzt werfe ich ihr einen scheelen Blick zu. Meint sie etwa mich? Ich bin nicht pleite!
„Aber auch nicht gerade reich. Oder wieso hört man dann von dir den blöden Spruch, dass am Ende des Geldes noch Monat übrig ist?“

„Das ist doch nur so dahin gesagt“, maule ich.

Plan B wackelt mit dem Kopf. „Sag es nur oft genug, dann wird es zur Wahrheit.“

Bevor ich ein Gegenargument finde, wirft sie mir den Begriff selbsterfüllende Prophezeiung an den Kopf. Da kann ich nun wirklich nichts dagegen sagen. Wir kennen alle solche Situationen, in denen man denkt, dass man auf keinen Fall kleckern, stolpern, sich verhaspeln oder ähnliches tun soll – und genau das passiert. Und auch nur, weil dieses blöde Unterbewusstsein kein NICHT kennt. Wenn ich mir vornehme, dass dieses und jenes nicht passieren soll, dann läuft meine innere Programmierung genau auf das Gegenteil hinaus.

Man sollte also unbedingt aufpassen, was man denkt, denke ich.

Aber wieso denke ich überhaupt derlei negative Sachen? Sind das meine Erfahrungen oder habe ich das einfach übernommen?

Wie haben meine Eltern, meine Familie über Geld gedacht? Habe ich ihre Einstellung unbedarft kopiert?

In welchen Schulfächern haben mich die Lehrer bestärkt und wo hat man mich ausgebremst? Welchen Einfluss hat das auf das Bild, welches ich von mir habe?
Bin ich so, wie ich mich sehe, oder bin ich ganz anders?

Habe ich es zugelassen, dass ich denke, das und das kann ich nicht, weil man mir das irgendwann einmal an den Kopf geworfen hat?

Ich grübele weiter. Könnte das bedeuten, wenn jemand will, dass ich etwas so und so als Wahrheit akzeptiere, dann muss er nur lange genug auf mich einreden. Habe ich denn gar keine Wahl?

„Jetzt muss ich einschreiten“ stoppt die kleine weiße Eule meinen Gedankenstrom. „Du bist schon auf dem richtigen Weg. Aber du vergisst, das Bewusstsein. Das ist wie ein Pförtner, der vor dem Unterbewusstsein sitzt. Bevor du dich mit so einem Glaubenssatz identifizierst, kannst natürlich entscheiden, ob er wahr oder falsch ist. Befindet sich das Ding einmal in deinem Unterbewusstsein, dann steuert er dich, ohne dass es dir groß auffällt.“

Als ich resigniert seufze, fährt sie fort. „Aber wenn man seine hinderlichen Glaubenssätze kennt und sich deren Wirkung bewusst ist, dann kann man sie auch wieder löschen. Besonders schwer ist das mit solchen aus der Kindheit. Damals hat man ja vieles, was die Erwachsenen gesagt haben, ungefragt übernommen. Wenn man älter ist, Erfahrung und einiges an Selbstbewusstsein besitzt, dann hinterfragt man Sachen und lässt sich auch nicht so schnell etwas einreden.“

Das leuchtet mir ein. Nun muss ich nur noch herausfinden, wie die Glaubenssätze lauten, die mich ausbremsen und wie ich sie löschen und umwandeln kann.

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Bildquellenangabe:        RainerSturm  / pixelio.de


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Plan B – die weiße Eule und ich

Genaugenommen ist der Plan B eine Alternative, falls der ursprüngliche Plan nicht gelingen sollte. Es passiert im Leben schon ziemlich oft, dass wir einen solchen brauchen. Mein ganz persönlicher Plan B manifestiert sich in Form einer sprechenden Eule, die als weiße Dekofigur auf meinem Schreibtisch sitzt.

Ich wollte doch eigentlich nur mein erlerntes Wissen aufbereiten und einen Einsteiger-Kurs für Leute, die ihr Leben ändern wollen, kreieren. Das was daraus entsteht, wird jedoch wohl mein eigenes Leben umkrempeln.