junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Plan B – negative Glaubenssätze umwandeln

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Ich setze mich ganz stolz mit meinem Zettel, auf dem zig negative Glaubenssätze stehen an den Schreibtisch, und schaue die weiße Eule erwartungsvoll an.

Die schüttelt mit dem Kopf.

„Was ist?“, frage ich sie.

„Ich wundere mich darüber, dass du dich so freust.“

„Warum nicht? Schließlich habe ich ein ganzes Blatt vollgeschrieben.“

„Das ist der Müll, der in deinem Kopf rum spukt und du bist stolz darauf?“
Verflixt und zugenäht. Natürlich hat sie wieder einmal Recht. Ich schaue auf einmal ganz anders auf mein Blatt Papier, auf dem sich lauter Sätze drängeln, die nicht gerade hilfreich sind, wenn man im Leben was bewirken will.

„Und was jetzt?“, frage ich kleinlaut.

„Jetzt musst du sie umwandeln und dein Unterbewusstsein neu programmieren.“

„Und wie funktioniert das?“

„Gib mir ein Beispiel von deinen Sätzen und ich zeige es dir“, verlangt sie.

Ich winde mich bei dem Vorschlag nicht wenig. Vom Prinzip her schreibe ich jeden Tag Sachen, die an die Öffentlichkeit gehen. Aber die meisten davon sind Fiktion. Soll ich jetzt hier mein Innerstes preisgeben? Meine Gedanken und Einstellungen ans Licht zu zerren und vor anderen auszubreiten, das geht mir doch zu weit.

Natürlich weiß dieses weiße Monster genau, was in mir vorgeht. Doch der erwartete Tadel bleibt aus. Stattdessen kommt sie mir mit Verständnis. „Lass uns einfach mal einen ziemlichen Allgemeinplatz nehmen, der bei vielen Menschen im Kopf sitzt.“

Da mir vor lauter Schreck nichts einfällt, schlägt sie „Geld allein macht auch nicht glücklich“ vor. Ich nicke.

„Was ist die Hauptaussage in diesem Satz?“, fordert sie mich auf.

„Geld macht nicht glücklich“, kommt es zögerlich von mir.

„Genau!“ Sie plustert sich auf. „Und glaubst du, dass jemand, der so etwas denkt, reich werden kann?“

Vorsichtig antworte ich: „Nö“.

Die Eule wirft sich in der Brust. „Genau. Dein Unterbewusstsein glaubt, was du denkst. Und wenn du denkst, dass Geld unglücklich macht, dann wird es alles tun, damit du glücklich bist.“ Rhetorische Pause. „Also wird dir das Geld durch die Finger rinnen und du wirst keine Gelegenheiten erkennen, die dich reich machen könnten.“

„Warum macht das blöde Unterbewusstsein sowas mit mir?“, frage ich entsetzt.

„Weil es dafür sorgt, dass es dir gut geht.“

„Aber es geht mir nicht gut, wenn ich ein leeres Konto habe!“

Die Eule wackelt mit dem Kopf. „Du denkst aber, dass Geld unglücklich macht. Und das nimmt ES für bare Münze.“ Jetzt kichert sie auch noch über ihren Wortwitz, dabei ist mir gar nicht zum Lachen.

„Was soll ich denn jetzt tun?“, frage ich sie ziemlich genervt.

„Du musst deine negativen Glaubenssätze auflösen und dein Unterbewusstsein umprogrammieren.“

„Und wie geht das?“

„Mach aus diesem negativen Satz einen positiven.“

„Geld macht glücklich“, kommt es ziemlich genervt von mir als Antwort. Als ob das so einfach wäre!

Die Eule verdreht die Augen. „Kannst du dir vielleicht ein bisschen mehr Mühe geben?“
Ich weiß nicht so wirklich, was sie von mir will. „Begründe es“, hilft sie mir auf die Sprünge.

Ich versuche es noch einmal. „Geld macht glücklich, weil ich damit viele gute Dinge erleben und auch in die Welt tragen kann. Ich brauchte mir keine Sorgen um unbezahlte Rechnungen machen und würde nur die Arbeiten übernehmen, die mir wirklich Spaß machen. Ich könnte die Tierheime unterstützen, anderen helfen. Und, und, und …“

„Geht doch.“ Sie nickt eifrig mit dem Kopf. „Und das machst du jetzt mit jedem deiner negativen Glaubenssätze. Bis du ein ganzes Blatt voller positiver Gedanken hast.“

„Und dann?“

„Dann liest du dir das jeden Tag mindestens einmal früh und einmal am Abend laut vor.“

„Du spinnst wohl!“, kommt es prompt von mir. Ich mache mich doch nicht zum Affen! Nicht mal vor mir selber.

„Wenn du dein Leben ändern willst, dann musst du das so machen. Wie willst du diese neuen Gedanken denn sonst in deinem Kopf festmachen? Da hilf nur ständiges Wiederholen, lautes Wiederholen. Solange bis du selbst ganz fest daran glaubst, was du dir da vorsagst.“

„Pffff“, töne ich ohne rechte Überzeugung.

„Wie alt bist du?“, fragt sie mich daraufhin. Das erscheint mir jetzt doch ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen. Und außerdem weiß sie es ja.

„Ja, ich weiß es.“ Natürlich liest sie wieder meine Gedanken.

„Überlege doch mal“, mahnt sie mich. „Seit mehr als 50 Jahren schleppst du diesen Gedankenmüll mit dir herum. Glaubst du in echt, dass es reicht einige positive Affirmationen aufzuschreiben und dein Unterbewusstsein nimmt dir das ab? Da musst du schon stärkere Geschütze auffahren. Um deine Einstellung zu ändern gibt es keine andere Lösung als dich selbst umzuprogrammieren. Es gibt keinen Plan B.“ Sie kichert, „außer mir“.

Ich befürchte, sie hat Recht und ich muss da durch, wenn ich mein Leben umkrempeln will.

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Bildquellenangabe: Claudia Hautumm  / pixelio.de

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