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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Plan B und das Gesetz der Vibration

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Ich bin irritiert. Die Eule schaukelt hin und her. So wie ein Schilfrohr im Wind.

„Was machst du?“, frage ich, weil sie mich dabei auch noch provozierend anschaut.

„Ich will dir das dritte Gesetz erklären“, lautet die Antwort, während sie sich weiter wie ein Stehaufmännchen in der Endphase bewegt.

Ich sage nichts und bin genervt. Immer diese Ratespiele. Natürlich liest sie wieder einmal meine Gedanken. Sie bleibt stehen und legt den Kopf schief.

„Es geht um das Gesetz der Vibration.“

„Aha“, meine ich, obwohl ich wieder einmal nur Bahnhof verstehe. „Und dafür musst du so schwanken, als hättest du zu viel Weinbrandbohnen genascht.“ Während ich das sage, frage ich mich gleichzeitig, ob so eine Kunststofffigur überhaupt …

„Bleib beim Thema“, ermahnt sie mich. „Das Gesetz der Vibration besagt, dass alles um uns herum – und wir natürlich auch – aus Schwingungen besteht. Da kannst du jeden Physiker fragen, besser noch die Quantenphysiker. Das sind tolle Kerle. Wenn die bald einmal so nach und nach mit ihren Forschungsergebnissen herausrücken, dann wird sich vieles verändern.“ Plan B kommt direkt ins Schwärmen. Doch dann scheint sie sich selbst zur Ordnung zu rufen und kehrt zum Thema zurück.

„Also. Gehen wir davon aus, dass alles in Schwingung ist.“ Ich nicke, denn diese Erkenntnis ist mir nicht fremd. „Ein Gefühl, kann ebenfalls eine Schwingung sein.“ Wieder nicke ich, allerdings, etwas verhaltener. „Dein innerer Schwingungszustand beherrscht deine Gedanken.“ Sie schaut mich erwartungsvoll an.

Wahrscheinlich soll ich jetzt etwas sagen. „Wenn ich ein negatives Gefühl habe“, beginne ich zögernd. Zustimmend schaut sie mich an. „Dann hat das Einfluss auf meine Gedanken?“ Das ist mehr eine Frage als eine Aussage. Sie nickt eifrig. „Und dann schwingen meine Gedanken ins Negative“, schlussfolgere ich.

Jetzt hüpft sie begeistert auf und ab und schlägt mit den Flügeln! „Genau das ist es!“ Ein Glück, dass sie keine Federn verlieren kann. „Wenn du die negativen Schwingungen in deinem Inneren zulässt, dann werden sie deine Gedanken und schlussendlich dein Leben in diese Richtung hin beeinflussen.“

Sie beugt sich vor, als wolle sie mir ein Geheimnis verraten. „Das Gesetz der Vibration ist die Grundlage für das Gesetz der Anziehung. Menschen, Erlebnisse und Dinge zu denen du eine gleichartige Schwingung hast, die ziehst du an.“

Kokett klimpert sie mit den Augen. „Das ist wie mit uns beiden.“

Wie ist denn das jetzt wieder gemeint? Doch bevor ich nachfragen kann erklärt, sie mir: „Du hast dir Gedanken gemacht, wie du dein Wissen in eine Form bringst und komplettierst. Und ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich mein Wissen an den Mann beiziehungsweise die Frau bringe. Und so sind wir zusammen gekommen.“

Ich schweige.

„Du brauchtest einen Plan B im Leben. Und hier bin ich!“

So, so. Ich brauchte. Und was ist mit ihr?

„Ich habe es doch schon am Anfang unserer Bekanntschaft gesagt“, kommt es nun recht kläglich zurück. „Mir war langweilig.“

Wahrscheinlich blicke ich immer noch skeptisch drein.

„Gut“, meint sie. „Anderes Beispiel. Als du mit deinen Kindern schwanger warst, hast du da nicht an jeder Ecke andere Schwangere und Mütter mit kleinen Kindern gesehen?“

Stimmt.

„Und jetzt? Es werden derzeit nicht weniger Frauen schwanger als damals. Aber du nimmst sie kaum war. Weil deine inneren Schwingungen nicht darauf ausgerichtet sind.“

Stimmt tatsächlich.

„Und wie oft ist es vorgekommen, wenn du ein Problem nicht als endgültig an sich betrachtet hast, sondern nach einer Lösung gesucht hast, dass du diese auch gefunden hast?“

Wie meint sie denn das jetzt wieder?

„Sag nicht, dass es nicht geht. Sondern stelle die Frage, wie du es am besten hinbekommst.“ Das ist bestimmt ein Zitat von so einem hochbezahlten Motivationstrainer. Aber Recht hat sie. Wenn man nach einer Lösung sucht, dann findet man sie. Wenn man von vorn herein die Einstellung hat, dass es nicht funktioniert und man es nicht beeinflussen kann, dann wird man seine Situation nicht ändern.

Sie grinst. „Du wolltest wissen, wie du es am besten angehst, deine Informationen für die Kursteilnehmer als eine Art lockeres Gespräch aufzubauen. Und dann kam ich.“

Als ich nicke, merke ich, dass sie mich wieder mal dort hat, wo sie mich hinhaben will. Aber ich kann ihr nicht einmal böse sein.

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Bildquellenangabe: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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