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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Plan B und das Gesetz der Entwicklung

Vielleicht liegt es am Wetter. Oder woran auch immer? Ich bin voll motiviert, denke nur positiv und will jetzt am liebsten, von heute auf morgen, mein ganzes Leben umkrempeln.

Die Eule stöhnt genervt. „Du wieder! Blinder Aktionismus schadet nur!“, wirft sie mir schabelklappernd vor.

„Ich denke die ganze Zeit nur, wie toll mein Leben ab jetzt wird. Was ist denn daran nun schon wieder falsch?“, maule ich. „Du hast gesagt, ich soll meine Gedanken ändern, weil sie die Ursache für die Wirkungen in meinem Leben sind.“

Sie seufzt. „Ja.“

„Ja, aber?“, will ich wissen, denn ich sehe ihr an, dass sie es nicht bei diesem einen Wort belassen wird.

„Erstens, reicht denken allein nicht aus, man muss auch handeln. Aber dazu kommen wir später noch. Jetzt ist erst einmal das siebente und letzte Gesetz an der Reihe.“

Pause.

Ich hasse es, wenn sie mich so auf die Folter spannt. Jetzt grinst sie auch noch in sich hinein – soweit man das mit Federn und einem Schnabel im Gesicht machen kann.

„Sprechen wir heute doch einmal über das Gesetz der Entwicklung.“

Sie macht schon wieder eine Pause! An diesem Vogel ist ein echter Entertainer verloren gegangen. Den großen Auftritt beherrscht die kleine Eule jedenfalls perfekt.

„Du hast doch einen Garten?“, fragt sie. Will sie mir jetzt etwa einen Vortrag halten, dass es Zeit ist, mal wieder Unkraut zu rupfen? Das geht sie doch wohl nichts an!

Natürlich liest sie wieder meine Gedanken. „Wie deine Beete aussehen, ist mir vollkommen schnuppe. Ich brauche einen Vergleich, der  dir einleuchtet. Und das geht mit dem Gärtnern ganz gut.“

Aha, jetzt bin ich wohl auch zu dumm, um philosophische Zusammenhänge zu verstehen? Ich grummle innerlich vor mich hin und vergesse vor lauter gekränkter Eitelkeit, dass ich mich manchmal wirklich schwertue.

Diesmal geht sie nicht auf mein inneres Zwiegespräch ein. „Wenn du einen Samen in die Erde bringst, dann braucht es Zeit, bis er keimt. Zuerst entsteht ein junges Pflänzchen, das manchmal sogar ganz anders aussieht, wie das Bild auf der Samentüte. Die Pflanze wächst und wächst, erwartet Hege und Pflege von dir, und irgendwann kannst du sie ernten.“

Ich zucke mit den Schultern. „So ist es nun mal“, stimme ich zu. „Alles braucht seine Zeit. Keimen, wachsen, reifen.“

Plan B strahlt mich an. „Genau!“

An meinem Gesicht sieht sie wohl, dass ich nicht ganz verstanden habe, wie dieser Freudenausbruch zustande kommt. Nun verdreht sie die Augen. „Es ist mit dem Leben, wie mit dem Garten. Deine Gedanken und Ideen sind die Samen. Die müssen keimen und wachsen. Und du musst die ganze Sache zusätzlich noch pflegen. Das bedeutet, so zu handeln, dass das gewünschte Ergebnis angestrebt wird. Mit dem Denken allein ist es also nicht getan. Und von heute auf morgen geht es auch nicht.“

„Gut Ding will Weile haben?“, frage ich sicherheitshalber nach.

„Ja und nein“, wiegt sie den Kopf. „Ob du ein Leben nach deinen Vorstellungen führen kannst, hängt davon ab, was du denkst, was und wie du etwas tust und ob du die sieben Gesetzmäßigkeiten beachtest.“

„Und wenn ich das mache, dann wird alles chic?“, will ich natürlich wissen.

„Ja“, kommt es gedehnt als Antwort.

„Das heißt, wir sind noch lange nicht am Ende?“

Jetzt ist es eindeutig: die Eule grinst! „Da sind noch einige Sachen, die du beachten solltest. Dazu kommen wir dann in den nächsten Tagen. Erinnerst du dich, an unsere ersten Gespräche über die Komfortzone und die Glaubenssätze? Wir haben jetzt zwar über die Gesetzmäßigkeiten des Lebens gesprochen, aber ich finde, wir sollten noch die eine oder andere Betrachtung anstellen.“

Ich grinse auch. Wäre echt schade gewesen, wenn es jetzt schon vorbei ist.

ernte

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Plan B und das Gesetz von Ursache und Wirkung

Ich sitze an einer Auftragsarbeit und komme nicht voran. Es fällt mir unheimlich schwer, auch nur einen vernünftigen Satz in den Computer zu tippen. Dabei müsste der Text schon fertig sein. Aber das Thema macht mir keinen Spaß und ich grummle innerlich, dass ich keine Lust zu dieser Arbeit habe.

Ich würde mich viel lieber mit der Eule unterhalten. Das habe ich schon seit Wochen nicht mehr getan. Mir fehlte die Zeit für lange Gespräche, fand ich. Es gab so viel zu erledigen, was mir wichtiger erschien. Sie dagegen hat mehrmals versucht, mich in eine Diskussion zu verwickeln. Aber ich habe abgeblockt.

Nun schweigt sie. Seit Tagen. Täusche ich mich, oder macht sie ein beleidigtes Gesicht?

„Hey“, sage ich und stupse sie vorsichtig mit dem Finger an.

„Was ist?“, fragt sie ungehalten.

„Hast du Zeit?“, will ich wissen und ärgere mich gleich darauf über mich selbst. Warum sollte eine Plastefigur, die auf meinem Schreibtisch herumsteht, beschäftigt sein?

„Eigentlich nicht“, lautet die Antwort.

Na toll! Ich wusste es: Sie ist eingeschnappt. „Was hast du denn so Wichtiges zu tun?“, frage ich und versuche meiner Stimme einen einschmeichelnden Klang zu geben.

„Ich denke.“

Was soll sie denn sonst machen? Holz hacken oder Spargel stechen?

Bevor ich mir eine Strategie überlegen kann, wie ich sie doch noch zum Reden bringe, fährt sie fort: „Ich denke über das Gesetz von Ursache und Wirkung nach.“

Aha. Das ist jetzt sicher die Retourkutsche. Also murmele ich entschuldigend: „Sorry. Ich habe es verstanden. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Ich hatte die ganzen Tage keine Zeit für dich und jetzt hast du keine für mich.“

Sie antwortet nicht, sondern schaut mich nur an.

„Es tut mir leid“, setzte ich hinzu. „Es war blöd von mir. Zwischen all der Arbeit hätte ich sicher auch noch ab und zu mal einen Schwatz mit dir halten können.“

„Wir schwatzen nicht“, erklärt sie würdevoll. „Ich versuche, dir was fürs Leben beizubringen. Aber du willst das ja nicht hören.“ Sie plustert sich auf. „Und umsetzen willst du das schon gar nicht.“

„Das stimmt aber so nicht!“, protestiere ich. „Ich habe in den letzten Wochen richtig viel gearbeitet.“

Die Eule legt den Kopf schief: „Bist du jetzt reich?“

„So schnell wird man nicht reich“, kommt mein Konter.

„Hast du etwas anderes gemacht als sonst?“, will sie wissen.

„Naja, nicht unbedingt“, druckse ich herum. „Ich habe mehr gearbeitet als sonst.“

„Aber du hast nichts Grundlegendes verändert?“

„Nicht direkt“, gebe ich zu. Worauf will sie denn nun schon wieder hinaus? Ich kann doch nicht mehr als arbeiten! Dafür habe ich doch sogar Aufträge angenommen, die mir keinen Spaß machen. Schließlich hat sie mir was von dem Gesetz des Rhythmus erzählt. Nach den schlechten Zeiten sollen doch irgendwann die Guten kommen. Ich will jetzt endlich reich werden und nicht immer jeden Euro umdrehen müssen. Aber es ist wie verhext, egal wie ich mich bemühe, ich schaffe es einfach nicht, so zu leben wie ich es gern würde.

„Weißt du, was Einstein gesagt haben soll?“, unterbricht sie meine Gedanken.

„Der hat ziemlich viel gesagt“, antworte ich sauer. Garantiert hat sie wieder meine Gedanken gelesen.

„Also der hat gesagt: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Die Eule klappert bedeutungsvoll mit den Augen.

Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass sie wieder in meinem Kopf war. Ich habe ihr das schon so oft untersagt. Ich will das nicht!

„Ich muss das aber tun“, verteidigt sich dieses kleine Plasteding. Noch bevor ich „schon wieder“, grummeln kann, spricht sie weiter. „Du bist nicht ehrlich zu mir. Vielleicht nicht einmal zu dir selber. Deine Gedanken verraten dich.“

„Wie meinst du das?“

„Du willst erfolgreich werden?“, fragt sie. Ich nicke und warte auf den nächsten verbalen Schlag.

„Aber du schaffst es nicht.“ Sie wiegt den Kopf hin und her und beschwichtigt. „Also zumindest lebst du nicht so ein Leben, wie du es dir in deinen Träumen vorstellst.“

Resigniert zucke ich mit den Schultern.

„Du denkst: Du schaffst es einfach nicht.“

Mein „doch“ kommt ziemlich kläglich, gebe ich zu.

„Ja, ja.“ Die kleine, weiße Eule verschränkt ihre Flügel hinter dem Rücken und beginnt, wie ein Oberlehrer auf meinem Schreibtisch hin und her zu laufen. „Deine Gedanken sind wie Energiewellen, die du in die Welt schickst. Und alles was du denkst, das kommt auf die eine oder andere Art wieder zu dir zurück. Manchmal kann man es direkt erkennen. Beispielsweise an deinem Kontostand.“ Sie kichert, was ich ziemlich gemein finde.

„Actio gleich reaktio“, doziert sie weiter. Jetzt ist sie in ihrem Element und ich weiß, dass sie kaum noch zu bremsen ist. „Das Gesetz von Ursache und Wirkung ist unumgänglich. Alles hängt mit allem zusammen. Wie viel Geld du verdienst, das ist übrigens eine Wirkung. Willst du etwas an deinen Einnahmen ändern, dann solltest du dich auf die Ursache konzentrieren.“

„Ich habe doch in den letzten Wochen viel mehr gearbeitet und es hat sich doch nichts prinzipiell verbessert“, fahre ich dazwischen.

„Könnte es sein, dass der entscheidende Faktor nicht die Menge deiner Arbeit ist?“, fragt sie leise. „Die Wirkung, die du erzielt hast, war jedenfalls nicht das erwünschte Ergebnis.“

Sie bleibt stehen und sieht mich mit ihren großen Augen an. „Wenn du etwas an deinem Leben ändern willst, solltest du dich zuerst einmal um deine Gedanken kümmern. Hör endlich auf, dir selber einzureden, dass du etwas nicht schaffen kannst oder wirst. Konzentriere dich darauf, eine Ursache zu erschaffen, die Wirkungen nach sich zieht, die deinen Träumen entspricht.“

Ich glaube, ich verstehe nicht ganz, was sie meint.

„Gedanken sind Energie. Alles was jemals im Leben erschaffen wurde, existierte zuerst in Gedanken. Dann erst wird eine Handlung daraus und sozusagen Materie erschaffen. Deine Gedanken sind die Ursache, die eine bestimmte Wirkung hervorbringt.“

Sie wirft mir einen scharfen Blick zu. „Wenn du tief aus deinem Inneren eine Energie aussendest, die besagt, dass du nicht glaubst, dass deine Vorstellungen realisierbar sind, wie soll das eine positive Wirkung erzielen?“

Wahrscheinlich sieht sie mir an, dass ich wieder mal nur Bahnhof verstehe.

Resigniert klappert die Eule mit dem Schnabel. „Dann muss ich meinem Namen wohl wieder mal alle Ehre machen. Wenn dir die Philosophie zu hoch ist, dann nehmen wir Plan B.“ Sie kommt ganz nah an mich heran, bis ihr Schnabel fast meine Nase berührt. „Du kannst nur ernten, was du gesät hast.“

Das habe ich jetzt aber verstanden, denke ich bei mir.