junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Plan B und die Sache mit dem Geld

„Wenn ich nur genug Startkapital hätte“, brummle ich vor mich hin.

„Was wäre dann?“, will die kleine Eule prompt wissen.

„Na dann wäre es viel einfacher mit dem Erfolg!“

„Meinst du?“, hakt die alte Zweiflerin nach.

„Na klar! Wenn ich genug Kapital hätte, dann würde ich noch dieses und jenes Seminar besuchen, mich weiterbilden und mir die neueste Technik anschaffen. Ich hätte stets die besten Programme, einen festen Lektor und bräuchte mich nicht mehr so zu quälen.“ Ich seufze.

„Träum weiter“, verdreht die weiße Plastikfigur ihre Augen.

„Wieso?“ Manchmal ist dieses Ding einfach unmöglich.

„Selber unmöglich“, brummt sie zurück.

„Pfff“, mache ich.

„Wenn du die Sache so darstellst, dann würde das ja bedeuten, dass alle erfolgreichen Leute von Haus aus schon vorher reich gewesen sind.“

Da hat sie wohl Recht, aber so schnell will ich nicht kleinbeigeben. „Jetzt komm mir bloß nicht mit solchen Geschichten, wie die vom Tellerwäscher zum Millionär.“

„Aber überlege doch mal“, gibt sie erstaunlicherweise nach. „Es gibt auch Leute, die vorher arm waren und dann trotzdem Erfolg hatten.“

Ich bin versucht zu nicken, unterlasse es aber, denn ich hasse es, wenn sie immer die besseren Argumente hat. Trotzdem muss ich einen Schritt auf sie zugehen. „Ja schon. Aber diese bescheuerten Geschichten von all den tollen Typen, die angeblich total pleite waren, tausende Euros von Schulden hatten und jetzt auf Mallorca wohnen, die glaube ich nicht.“

„Musst du ja auch nicht, “ pflichtet sie mir bei. Und es kommt sogar noch besser! „Natürlich ist es leichter, wenn man über ein angemessenes Startkapital verfügt.“

Ich fasse es nicht! Plan B stimmt mir zu. Das passiert nicht oft.

Doch bevor ich meinen Triumph auskosten kann, fährt die kleine Eule fort: „Wenn du dich aber an die universellen Gesetzmäßigkeiten hältst, dann geht es auch ohne finanzielles Polster.“

Das war ja klar, dass sie jetzt wieder mit diesem Thema kommt! Vielleicht sollte ich einfach mehr sparen, um an mein Ziel zu kommen?

„Auch Quatsch!“, widerspricht sie, noch ehe ich diesen Gedanken vollständig zu Ende gedacht habe. „Du musst schon etwas investieren, wenn du Erfolg haben willst.“

Warum liest sie nur immer meine Gedanken? Sie weiß genau, wie ich das hasse!

„Sorry“, entschuldigt sie sich doch tatsächlich bei mir. „Aber wir kennen uns nun schon so lange und ich weiß halt, dass du nicht immer aussprichst, was du so denkst.“

Das stimmt.

„Und da mir genau bewusst ist, wie die Gedanken unser Leben beeinflussen, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als gegenzusteuern“, fährt sie fort. „Wenn du denkst, dass du nur erfolgreich sein kannst, wenn du im Vorfeld genügend Geld hast, dann ist das fatal. Vor allem dann, wenn sich der nächste Gedanke damit beschäftigt, dass du eben nicht genügend Finanzmittel besitzt.“

Sie schweigt bedeutungsvoll und schaut mich an, als erwartet sie von mir einen Einspruch. Aber was soll ich denn dazu sagen?

Ich zögere noch ein bisschen und spreche dann zögerlich: „Wenn ich denke, dass man nur mit einem entsprechenden Eigenkapital zum Erfolg kommt und ich gleichzeitig weiß, dass ich darüber nicht verfüge, dann kommt mein Unterbewusstsein zu dem fatalen Schluss, dass ich keinen Erfolg erringen sollte, und sabotiert mich schlussendlich. “

„Kluges Kind“, nickt die Eule. „Wir machen einen Deal: Ab jetzt passt du mal schön auf deine Gedanken auf. Und ich versuche mich im Gegenzug aus deinem Kopf rauszuhalten.“

Ich muss grinsen. Das schafft sie nie!

„Schaffe ich doch“, meint sie, und gackert beinahe wie ein Huhn. „Wenn du dich auch an deinen Teil der Abmachung hältst.“

 

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Plan B erklärt was das Talent mit Erfolg zu tun hat

„Talent“, will ich wissen. „Wie sieht es mit dem Talent aus? Ist das nicht entscheidend, ob ich Erfolg habe?“

„Kannst Du tanzen?“, fragt die Eule zurück.

„Nö“, brummle ich. „Dafür habe ich kein Talent.“

„Aber du kannst dich doch bewegen?“ Sie klappt den Schnabel auf und zu, als würde sie lautlos lachen. „Schließlich bist du Qigong-Lehrerin.“

„Das ist doch etwas ganz anderes! Und außerdem mache ich das schon seit fast zwanzig Jahren. Da sollte ich es wohl langsam zu etwas Präsentablem gebracht haben.“

„Ich finde, Qigong ist ein bisschen wie tanzen“, tönt sie prompt zurück.

Ich verdrehe die Augen: „Das ist aber weit hergeholt.“

„Warum kannst du nicht tanzen?“, will diese nervige Plastefigur nun wissen.

Was sie nur immer mit dem Tanzen hat? Ich kann es halt nicht besonders gut, weil ich es nicht oft mache. Als Kind habe ich gern getanzt, ganz egal, was im Radio lief. Besonders mochte ich die Tänze, bei denen mit dem Fuß aufgestampft wurde. Eines Tages habe ich sowas mal vorgeführt. Als ich dann ganz außer Atem fragte, wie ich gewesen sei, lautete die Antwort: Wie ein Trampel. Seither habe ich nie wieder getanzt, ohne mir Sorgen zu machen, dass es blöd aussieht.

„Da hast du aber eine schöne negative Konditionierung“, meint Plan B.

„Was hat das aber mit meiner Frage, nach dem Zusammenhang von Talent und Erfolg, zu tun?“, maule ich.

„Nicht direkt“, wackelt sie mit dem Kopf. Aber wir haben hier zwei sehr interessante Fakten.“

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. Na, das kann ja wieder was werden. Doch bevor ich mir darüber weiter Gedanken mache, fährt sie fort:

„Erstens hast du eine negative Konditionierung aus der Kindheit, die dir das Tanzen vermiest. Wenn man dir nicht gesagt hätte, dass du ein Trampel bist, dann hättest du sicher öfter getanzt und Spaß dabei gehabt.“

Sie sieht mich fragend an. Ich nicke. Und sie spricht weiter:

„Für einen Außenstehenden sieht Qigong schon irgendwie aus, wie ein langsamer Tanz.“

Wenn sie unbedingt meint! Also nicke ich ergeben.

„Als du mit Qigong angefangen hast, warst du der Meinung, dass du nicht gut tanzen kannst. Du hast kein Talent dafür, hast du geglaubt. Tanzen ist Bewegung. Qigong ist Bewegung.“

Worauf will sie hinaus?

„Wir bleiben also dabei, dass Tanzen und Qigong beides Bewegungsformen sind. Und wir sind uns einig, dass du für elegante Bewegungen kein Talent hast, denn du bist ja ein Trampel?“

Das ist ja wohl frech! Ich schnaube empört.

„Wenn du sagst, dass du fast zwanzig Jahre Qigong machst, dann heißt das doch irgendwie, dass du zwei Jahrzehnte etwas übst, wofür du eigentlich kein Talent hast.“

„Aber ich bin eine gute Qigong-Lehrerin!“, brause ich auf.

Sie flattert beschwichtigend mit einem Flügel. „Das will ich doch gar nicht in Abrede stellen.“

„Was willst du mir denn dann sagen?“, frage ich verwirrt.

Die Eule blinkert mit den Augen. „Talent ist nur eine Seite des Erfolges. Und die wird maßlos überschätzt.“

„Dann ist es das Üben?“, will ich nun wissen.

„Jein.“

Wie ich diese Antwort hasse! Die bekomme ich, bei jedem zweiten Gespräch, mindestens einmal zu hören.

„Es sind mehrere Faktoren, die den Erfolg bringen. Es geht um Talent, Üben, Motivation und wie man die universellen Gesetze anwendet.“

„Aber ich kannte doch diese Gesetze vorher noch gar nicht!“, triumphiere ich. „Und trotzdem gebe ich zahlreiche Kurse in der Woche.“

Plan B verdreht die Augen. „Aber sie wirken doch immer. Hast du das vergessen?“

Ich sage jetzt besser nix.

„Es gibt, so sind die neuesten wissenschaftliche Erkenntnisse, drei Faktoren, die den Erfolg beeinflussen. Das ist das Können, die Möglichkeiten und das Wollen.“

Sie fängt wieder an, mit verschränkten Flügeln auf dem Schreibtisch auf und ab zu wandern. Daher weiß ich, dass jetzt ein längerer Vortrag kommt.

„Können definieren wir mal kurz, als etwas Talent und eine Menge Lernen und Üben. Dabei gehe ich jetzt außerdem davon aus, dass zum Ganzen dazukommt, dass man diese Sache von vornherein auch mag.
Als Möglichkeiten nehmen wir die Rahmenbedingungen und dein Handeln. Über die Umgebung haben wir ja schon gesprochen. Die macht schon etwas aus, ist aber lange nicht entscheidend. Auch deine Konditionierung fällt unter die Rahmenbedingungen. Nach deinem Erlebnis mit der Trampel-Bezeichnung, sahen deine Ambitionen, eine Tänzerin zu werden, nicht besonders gut aus. Beim Qigong dagegen war es anders. Zum Glück hat da niemand dazwischengefunkt. Das hatte von Anfang an eine Bedeutung für dich. Und genauso hast du darüber gedacht und davon gesprochen. Du hast dich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Und du hast dir vorgestellt, wie es ist, dein Wissen weiter zu geben. Erinnere dich: Kaum jemand hat hier gewusst, was Qigong ist, als du damit angefangen hast. Aber du hast die entsprechenden Schwingungen ausgesendet. Und nun gibst du in der Woche etliche Kurse.
Das Wollen ist schnell erklärt. Wenn man etwas wirklich, aus sich selbst heraus, will, dann braucht es keine Motivation von außen. Darüber können wir uns vielleicht ein anderes Mal intensiver unterhalten.
Für heute fasse ich zusammen: Erfolg hängt weniger von dem Talent ab, das du für eine Sache mitbringst, sondern viel mehr davon, wie du dich auf eine bestimmte Art und Weise verhältst.“

„Und so sind wir wieder bei den universellen Gesetzen“, stimme ich ohne Protest zu.

„Klaro. Darauf läuft es am Ende immer hinaus.“, sagt sie und zwinkert mir zu.


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Plan B und die Abhängigkeit von der Umgebung

Jetzt wo ich die sieben universellen Gesetzmäßigkeiten kenne, bin ich ganz gespannt, was die Eule noch so im Ärmel, oder besser gesagt unter den Federn, hat.

Das macht mich ganz hippelig und ich will es genauer wissen: „Gibt es noch andere Faktoren, von denen es abhängig ist, ob ich erfolgreich bin oder nicht?“, frage ich sie.

Sie legt den Kopf schief und sieht mich mit großen Augen an: „Was meinst du?“

„Na ja.“ Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich das formulieren soll. „Vielleicht ist Erfolg auch abhängig von meiner Umgebung, vom Talent für bestimmte Sachen, vom Geschick mit Geld umzugehen oder sogar vom Startkapital?“

Meine Stirn legt sich in Falten. Das mit dem Startkapital ist bei mir wohl eine ziemliche Fehlanzeige. Und bei den anderen Punkten bin ich auch nicht so enthusiastisch. Habe ich da überhaupt eine Chance?

„Glaubst du, dass Reichtum an einen Ort gebunden ist?“

„Die Reichen wohnen doch immer alle zusammen“, maule ich.

„Und in deren Umgebung gibt es keine armen Leute?“, will die Eule wissen.
Ehe ich antworten kann, fährt sie fort: „Die Reichen, wie du sie nennst, haben Gärtner, Zimmermädchen, Köchinnen und andere Bedienstete. Glaubst du, dass die auch reich sind?“

Ich schüttle den Kopf. „Vielleicht wenn einer irgendwie etwas Besonderes macht? Ein Supergärtner, der japanische Gärten gestaltet? Oder eine Sterne-Köchin, die Partys ausgestaltet?“, vermute ich.

Plan B wiegt den Kopf. „Das ist gut möglich. Aber die machen sicher nicht alles allein und haben für die einfacheren Arbeiten dann Angestellte.“

Sie hat Recht. Ein Sternekoch wird sicher nicht nach dem Kochen das Geschirr abwaschen. Wo Reiche sind, wird es immer auch irgendwo Arme geben.

„Genau“, kommentiert die freche Plastikfigur meine Gedanken. Ich weiß nicht, wie oft ich sie gebeten habe, das zu unterlassen. Aber im Moment ist mir das egal, denn ich versuche, meine Gedanken zu ordnen. „Das bedeutet also, dass der Ort und die Umgebung nicht ausschlaggebend für den Erfolg sind, sondern …“ Jetzt weiß ich nicht weiter.

„Worin besteht der Unterschied zwischen einem normalen, wenn du es so nennen willst, Gärtner, der den Rasen mäht, und einem erfolgreichen Super-Gärtner, der japanische Gärten anlegt?“, versucht sie mir auf die Sprünge zu helfen.

„In der Arbeit, die sie machen“, werfe ich stolz ein.

Sie scheint nicht zufrieden. „Können wir das anders formulieren?“

Weil ich keine Antwort gebe, fährt sie fort: „Der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen besteht darin, was sie denken und wie das ihr Verhalten prägt.“

Ich schweige noch immer, denn ich bin nicht ganz überzeugt.

„Gehen wir mal davon aus, dass sich der Rasengärtner bei seiner Arbeit Mühe gibt. Aber das reicht dem Japan-Gärtner garantiert nicht. Der wird sich bei jedem Auftrag vornehmen, dass er den tollsten und besten Garten schafft, den es je gegeben hat. Er wird ihn sich ausmalen. Er wird ihn träumen. Er wird sich inmitten dieses Paradieses stehen sehen, noch ehe der erste Spatenstich getan wurde. Er denkt das Ergebnis voraus. Und seine Gedanken werden Realität.“

„Das Gesetz der immerwährenden Umwandlung?“, werfe ich vorsichtig ein. „Oder Ursache und Wirkung?“

„Egal“, lautet die Antwort. „Alles hängt mit allem zusammen. Du kannst nicht eine Gesetzmäßigkeit befolgen und die anderen, außer Acht lassen. Sie wirken gemeinsam. Ob du willst oder nicht. Und ob du daran glaubst oder nicht. Wenn du dich an ihre Regeln hältst, dann klappt es mit dem Erfolg. Vergiss aber auf keinen Fall die Nummer Sieben.“

„Alles braucht seine Zeit“, verkünde ich stolz.

Sie nickt und schaut mich trotzdem fragend an.

Wahrscheinlich erwartet sie eine Zusammenfassung unseres Gespräches. „Erfolg ist also nicht abhängig, in welcher Umgebung ich lebe, sondern wie ich mich verhalte.“

„Jein.“

Manno! Ich dachte, ich hätte es kapiert. Und nun das wieder!

„Natürlich spielt die Umgebung auch eine gewisse Rolle. Versuche du mal, am Nordpol Kühlschränke zu verkaufen.“

Ich bin mir ganz sicher, dass sie wieder einmal grinst.

„Auf alle Fälle ist der Ort nicht der eigentliche und bestimmende Erfolgsfaktor für deine Zukunft. Man sollte ihn nicht ganz beiseiteschieben, aber dein Lebensmittelpunkt entscheidet nicht über deinen Erfolg im Leben.“

„Einverstanden „, nicke ich. „Aber was ist mit dem Talent? “

Die kleine Eule schweigt. Sie hat schon wieder diesen komischen Gesichtsausdruck, der besagt, dass ich die Antwort auf diese Frage, erst beim nächsten Gespräch erhalte.