junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist

Plan B und die Abhängigkeit von der Umgebung

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Jetzt wo ich die sieben universellen Gesetzmäßigkeiten kenne, bin ich ganz gespannt, was die Eule noch so im Ärmel, oder besser gesagt unter den Federn, hat.

Das macht mich ganz hippelig und ich will es genauer wissen: „Gibt es noch andere Faktoren, von denen es abhängig ist, ob ich erfolgreich bin oder nicht?“, frage ich sie.

Sie legt den Kopf schief und sieht mich mit großen Augen an: „Was meinst du?“

„Na ja.“ Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich das formulieren soll. „Vielleicht ist Erfolg auch abhängig von meiner Umgebung, vom Talent für bestimmte Sachen, vom Geschick mit Geld umzugehen oder sogar vom Startkapital?“

Meine Stirn legt sich in Falten. Das mit dem Startkapital ist bei mir wohl eine ziemliche Fehlanzeige. Und bei den anderen Punkten bin ich auch nicht so enthusiastisch. Habe ich da überhaupt eine Chance?

„Glaubst du, dass Reichtum an einen Ort gebunden ist?“

„Die Reichen wohnen doch immer alle zusammen“, maule ich.

„Und in deren Umgebung gibt es keine armen Leute?“, will die Eule wissen.
Ehe ich antworten kann, fährt sie fort: „Die Reichen, wie du sie nennst, haben Gärtner, Zimmermädchen, Köchinnen und andere Bedienstete. Glaubst du, dass die auch reich sind?“

Ich schüttle den Kopf. „Vielleicht wenn einer irgendwie etwas Besonderes macht? Ein Supergärtner, der japanische Gärten gestaltet? Oder eine Sterne-Köchin, die Partys ausgestaltet?“, vermute ich.

Plan B wiegt den Kopf. „Das ist gut möglich. Aber die machen sicher nicht alles allein und haben für die einfacheren Arbeiten dann Angestellte.“

Sie hat Recht. Ein Sternekoch wird sicher nicht nach dem Kochen das Geschirr abwaschen. Wo Reiche sind, wird es immer auch irgendwo Arme geben.

„Genau“, kommentiert die freche Plastikfigur meine Gedanken. Ich weiß nicht, wie oft ich sie gebeten habe, das zu unterlassen. Aber im Moment ist mir das egal, denn ich versuche, meine Gedanken zu ordnen. „Das bedeutet also, dass der Ort und die Umgebung nicht ausschlaggebend für den Erfolg sind, sondern …“ Jetzt weiß ich nicht weiter.

„Worin besteht der Unterschied zwischen einem normalen, wenn du es so nennen willst, Gärtner, der den Rasen mäht, und einem erfolgreichen Super-Gärtner, der japanische Gärten anlegt?“, versucht sie mir auf die Sprünge zu helfen.

„In der Arbeit, die sie machen“, werfe ich stolz ein.

Sie scheint nicht zufrieden. „Können wir das anders formulieren?“

Weil ich keine Antwort gebe, fährt sie fort: „Der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen besteht darin, was sie denken und wie das ihr Verhalten prägt.“

Ich schweige noch immer, denn ich bin nicht ganz überzeugt.

„Gehen wir mal davon aus, dass sich der Rasengärtner bei seiner Arbeit Mühe gibt. Aber das reicht dem Japan-Gärtner garantiert nicht. Der wird sich bei jedem Auftrag vornehmen, dass er den tollsten und besten Garten schafft, den es je gegeben hat. Er wird ihn sich ausmalen. Er wird ihn träumen. Er wird sich inmitten dieses Paradieses stehen sehen, noch ehe der erste Spatenstich getan wurde. Er denkt das Ergebnis voraus. Und seine Gedanken werden Realität.“

„Das Gesetz der immerwährenden Umwandlung?“, werfe ich vorsichtig ein. „Oder Ursache und Wirkung?“

„Egal“, lautet die Antwort. „Alles hängt mit allem zusammen. Du kannst nicht eine Gesetzmäßigkeit befolgen und die anderen, außer Acht lassen. Sie wirken gemeinsam. Ob du willst oder nicht. Und ob du daran glaubst oder nicht. Wenn du dich an ihre Regeln hältst, dann klappt es mit dem Erfolg. Vergiss aber auf keinen Fall die Nummer Sieben.“

„Alles braucht seine Zeit“, verkünde ich stolz.

Sie nickt und schaut mich trotzdem fragend an.

Wahrscheinlich erwartet sie eine Zusammenfassung unseres Gespräches. „Erfolg ist also nicht abhängig, in welcher Umgebung ich lebe, sondern wie ich mich verhalte.“

„Jein.“

Manno! Ich dachte, ich hätte es kapiert. Und nun das wieder!

„Natürlich spielt die Umgebung auch eine gewisse Rolle. Versuche du mal, am Nordpol Kühlschränke zu verkaufen.“

Ich bin mir ganz sicher, dass sie wieder einmal grinst.

„Auf alle Fälle ist der Ort nicht der eigentliche und bestimmende Erfolgsfaktor für deine Zukunft. Man sollte ihn nicht ganz beiseiteschieben, aber dein Lebensmittelpunkt entscheidet nicht über deinen Erfolg im Leben.“

„Einverstanden „, nicke ich. „Aber was ist mit dem Talent? “

Die kleine Eule schweigt. Sie hat schon wieder diesen komischen Gesichtsausdruck, der besagt, dass ich die Antwort auf diese Frage, erst beim nächsten Gespräch erhalte.

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