junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Plan B und das Unterbewusstsein

„Wie ist das nun mit dem Unterbewusstsein?“, drängele ich.

Plan B seufzt.

Ich lasse nicht locker. „Du hast mir bisher immer alles so erklärt, dass ich es verstanden habe.“ Ich schaue erwartungsvoll zu der kleinen Plastikfigur.

Die zuckt resigniert mit den Schultern. „Wenn wir davon ausgehen, dass dein Bewusstsein der Wächter am Tor ist, dann ist das Bewusstsein … “ Sie zögert.

Ich versuche einzuspringen: „Der Schatz? Der Drache? Die Prinzessin?“

Die Eule schüttelt den Kopf. „Sagen wir mal, der Garten.“

„Garten?“, zweifle ich. „Was wächst denn da?“

Die Eule nickt. „Genau, ein Garten! Dass was der Wächter durchlässt, fällt als Samen in den Graten.“

Sie fängt an, mit auf dem Rücken verschränkten Flügeln, auf und ab zu gehen. Mir ist sofort klar, jetzt kommt ein längerer Monolog. „Das Unterbewusstsein übernimmt die vom Bewusstsein übermittelten Informationen. Es kann sie bei Bedarf wieder abrufen und weiterverarbeiten. Dabei arbeitet es völlig wertfrei. Es kümmert sich nicht darum, ob das, was es bekommen hat, richtig oder nützlich ist. Um zum Garten zurückzukehren: Es ist ihm vollkommen egal, ob das Unkraut ist, verwertbares Gemüse oder schöne Blumen. Es werkelt immer im Hintergrund und lässt das Wachsen, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst. Wenn du jetzt glaubst, dass dir immer alles schief geht, dann hat es nichts Besseres zu tun, als die Pflanze „Mir geht alles schief“, zu wässern, zu hegen und zur vollen Größe erblühen zu lassen. Drehen sich deine bewussten Gedanken um ein Problem, dann wird das auch im Unterbewusstsein wachsen.“

„Ach du heiliges Kanonenrohr“, sage ich. Da habe ich gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen, bevor ich das Sch-Wort gebrauche. „Ich kann doch nicht die ganze Zeit denken: Alles wird gut, alles wird gut. Trallalala.“

„Du musst dem Wächter die richtigen Samen geben.“ Die Eule grinst. Ich verstehe bis heute nicht, wie man mit einem Schnabel grinsen kann, aber es ist so. „Lass die richtigen Gedanken durch. Denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen.“

???

„Wenn du aufhörst, dein Problem als solches anzusehen, sondern als Herausforderung, die einer Lösung bedarf, wird sich dein Unterbewusstsein darauf konzentrieren. Mache dir einen groben Plan, sozusagen als Samen und lasse den im Garten wachsen. Ein Beispiel, wie sowas funktionieren kann, ist das Cluster-Verfahren.“

Jetzt bin ich vollkommen irritiert und das sieht sie mir auch an.

„Sagen wir mal, du willst deine Freunde zum Grillen einladen und möchtest das Ganze optimal vorbereiten. Dann nimmst du ein Blatt und schreibst in die Mitte das Wort Grillen. Darum ziehst du einen Kreis. Dann schreibst du rundherum, was die im Moment so einfällt. Essen, Trinken, Kohle, Stühle … Keine Ahnung, was da noch dazu gehört, denn ich grille selten.“ Sie grinst schon wieder. „Um jedes dieser Worte machst du wieder einen Kreis, den du durch Linien mit der Mitte verbindest. Zu jedem der kleinen Kreise machst du weitere Notizen. Dabei verfährst du immer nach dieser Methode. Das Wort im Kreis ist der Samen und das Unterbewusstsein lässt ihn wachsen.“

Ich bin verblüfft. „Geht das mit allem so einfach?“

Plan B verdreht die Augen. „Das war doch jetzt nur ein Beispiel, um dir die Sache zu verdeutlichen. Aber im Prinzip kann man das schon so sehen. Wenn du in die Mitte „Reich werden“ schreibst, dann bekommst du sicher einige interessante Vorschläge.“

Die Eule wackelt amüsiert mit dem Kopf. „Einmal aufschreiben reicht natürlich nicht. Der Wächter muss aufpassen und nachlegen, damit im Garten das wächst, was du willst.“

Wie, um es sich selber noch einmal zu bestätigen, nickt sie mit dem Kopf. „Wenn dein Bewusstsein wirklich etwas vorhat, dann wird das Unterbewusstsein alles darauf ausrichten, um ans Ziel zu kommen. Dein Denken, Fühlen und Handeln werden in diese Richtung gehen.“

„Ist ja krass!“, werfe ich beeindruckt ein und überlege, was ich mir denn so vorstellen könnte.

Plan B holt mich gleich wieder von meiner Wolke herunter. „Hey, du musst es schon ernst meinen! Glaub ja nicht, dass der Wächter doof ist. Der lässt nichts durch, wovon du nicht selber überzeugt bist.“

Nach einer kurzen Pause meint sie. „Als Nächstes unterhalten wir uns wohl mal über das Denken.“

„Hallo? Na klar kann ich denken!“

„Aber denkst du das Richtige?“, will sie wissen, macht ein hochmütiges Gesicht und schließt die Augen. Das ist das Signal für mich: Heute bekomme ich nichts mehr aus ihr heraus. Wahrscheinlich muss sie selber erst mal überlegen, wie sie das formuliert, frohlocke ich ohne Worte. Und auf einmal bin ich gar nicht mehr so sauer, dass sie meine Gedanken lesen kann, denn ich sehe, wie sie den Schnabel zukneift, um nicht darauf zu antworten.

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Plan B und das Bewusstsein

„Hör auf, dir Sorgen zu machen!“ Plan B schaut mich vorwurfsvoll an.

„Du hast gut reden“, erwidere ich. „Du bist eine Plastikfigur, stehst auf meinem Schreibtisch herum und musst dir keine Gedanken über Miete, Strom und andere Kosten machen. Du brauchst ja nicht mal was zum Essen“, maule ich weiter.

Die Eule verdreht die Augen. „Wie oft habe ich schon mit dir über negative Gedanken geredet?“

„Ja, aber ..“

„Halt jetzt den Schnabel!“, unterbricht sie mich.

Ich habe keinen Schnabel, will ich widersprechen, aber ich lasse es, denn es wäre ja doch bloß Haarspalterei. Stattdessen schaue ich sie erwartungsvoll an.

Sie seufzt, plustert sich einmal kurz auf und beginnt mit wichtiger Miene. (Ich weiß aus Erfahrung, dass das jetzt ein längerer Vortrag wird.) „Menschen sind kompliziert. Sie funktionieren auf verschiedenen Ebenen. Für unsere Betrachtungen sind das Bewusstsein und das Unterbewusstsein interessant. Über das Bewusstsein agiert man mit der äußeren Welt. Dort werden die Informationen verarbeitet die durch Sehen, Hören, Fühlen und Schmecken über die Sinne eingehen. Dort werden logische Zusammenhänge erstellt, Gedanken gewälzt und es ist Sitz des freien Willens. Es ist ebenfalls für die Entscheidungen verantwortlich. Aus den eingehenden Informationen können Ideen entstehen, Gedenken kreiert und Ziele entwickelt werden. Das Bewusstsein ist verantwortlich dafür, ob du etwas akzeptierst oder ablehnst. Man kann es, zum Glück, nicht von außen zwingen, über etwas nachzudenken oder eine bestimmte Idee anzunehmen.“

Jetzt habe ich sie! „Und was ist mit Gehirnwäsche und Manipulation?“

„Das gehört in den Bereich des Unterbewusstseins. Hier sollte dein Bewusstsein einspringen, die Alarmglocken läuten und fragen, warum du so und so reagierst. Dazu gehört etwas Übung, aber man kann solche Techniken erkennen. Besonders leicht ist es bei kleinen Kindern, die heulen, wenn sie etwas nicht bekommen. Da sagt dein Verstand dann schon, dass das nichts als Erpressung ist. Gibst du nach, dann ist es deine bewusste Entscheidung.“

„Bewusst?“, zweifle ich.

„Na klar“, grinst die Eule. „Du hast in Sekundenschnelle entschieden, dass dir das Gebrüll unangenehmer ist, als auf deinem Standpunkt zu beharren.“

„Hmm“, brumme ich.

„Solche Entscheidungen liegen tatsächlich bei dir. Zumindest, wenn du sie nicht sofort an das Unterbewusstsein weiterreichst. Dann machst du Sachen, bei denen du dich im Nachhinein selber fragst, was dich geritten hat“, meint sie. „Aber das ist ein weites Feld und bringt uns jetzt etwas vom Thema ab. Auf alle Fälle glaubst du doch wohl nicht daran, dass du einen tollen Tag bekommst, wenn du dir einen bestimmten Brotaufstrich am Morgen auf das Brötchen schmierst.“

„Werbung ist Quatsch“, stimme ich zu.

„Das siehst du so, weil dein Bewusstsein sich entschlossen hat, diese Informationen als Reklame einzustufen. Es ist sozusagen der Filter oder der Wächter vor dem Unterbewusstsein. Sonst würdest du sofort losrennen und das Zeug kaufen.“

Ich nicke.

„Alle Gedanken, die im Bewusstsein entstehen, bestimmen deine Emotionen und Gefühle. Daraus entstehen deine Handlungen. Und die sind verantwortlich für den Erfolg, den du im Leben hast.“

„Das hast du schon so oft gesagt. Und warum genau soll ich mir nun keine Sorgen machen, wenn mein Konto fast leer ist?“

Sie verdreht schon wieder die Augen. „Wenn du befürchtest, dass du finanzielle Probleme bekommst, wie fühlst du dich dann?“

„Mies“, antworte ich wie aus der Pistole geschossen.

„Was denkst du?“, hakt sie nach.

„Was wohl?“, brause ich auf. „Warum mir sowas immer passiert? Ich strample mich hier ab und am Ende kommt nix raus! Es reicht gerade mal so, aber große Sprünge kann ich nicht machen.“

„Was macht diese Vorstellung mit dir?“, fragt sie ungerührt.

„Am liebsten würde ich gar nichts mehr machen! Es hat doch sowieso keinen Zweck.“

„Welche Handlungen entstehen aus diesen Gedanken und Gefühlen?“

Was will sie denn jetzt schon wieder? „Na, nichts“, maule ich.

Die Eule strahlt. „Genau!“

???

„Wenn du dich als Opfer fühlst, das nichts machen kann, dann wirst du dich auch so verhalten. Das Ergebnis ist, das alles so bleibt, wie es ist. Dein Unterbewusstsein hat über den Bewusstseins-Filter die Information bekommen, dass es keinen Handlungsbedarf gibt. Seine einzige Aufgabe besteht momentan darin, miese Gefühle auszuschütten. Und wenn du Pech hast, dann verstärken die deine trüben Gedanken noch.“

Verflixt. „Und was soll ich dagegen tun?“

„Anders denken.“ Sie zieht diesen Satz lang, als wäre ich schwer von Begriff.

„Bist du auch manchmal“, kommt es prompt von ihr.

„Jetzt steh auf, nimm den Hund und gehe eine Runde spazieren“, sagt sie im Befehlston. „Dabei gibst du deinem Bewusstsein die Aufgabe nachzudenken, welche Möglichkeiten es gibt, deinen Kontostand aufzubessern.“

Ich finde, das ist gar keine schlechte Idee.

„Und ich denke inzwischen nach, wie ich dir das mit dem Unterbewusstsein nochmal deutlich mache“, meint sie, schließt die Augen und erstarrt zu einer unbeweglichen Dekofigur.


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Plan B und die Sache mit dem Geld

„Wenn ich nur genug Startkapital hätte“, brummle ich vor mich hin.

„Was wäre dann?“, will die kleine Eule prompt wissen.

„Na dann wäre es viel einfacher mit dem Erfolg!“

„Meinst du?“, hakt die alte Zweiflerin nach.

„Na klar! Wenn ich genug Kapital hätte, dann würde ich noch dieses und jenes Seminar besuchen, mich weiterbilden und mir die neueste Technik anschaffen. Ich hätte stets die besten Programme, einen festen Lektor und bräuchte mich nicht mehr so zu quälen.“ Ich seufze.

„Träum weiter“, verdreht die weiße Plastikfigur ihre Augen.

„Wieso?“ Manchmal ist dieses Ding einfach unmöglich.

„Selber unmöglich“, brummt sie zurück.

„Pfff“, mache ich.

„Wenn du die Sache so darstellst, dann würde das ja bedeuten, dass alle erfolgreichen Leute von Haus aus schon vorher reich gewesen sind.“

Da hat sie wohl Recht, aber so schnell will ich nicht kleinbeigeben. „Jetzt komm mir bloß nicht mit solchen Geschichten, wie die vom Tellerwäscher zum Millionär.“

„Aber überlege doch mal“, gibt sie erstaunlicherweise nach. „Es gibt auch Leute, die vorher arm waren und dann trotzdem Erfolg hatten.“

Ich bin versucht zu nicken, unterlasse es aber, denn ich hasse es, wenn sie immer die besseren Argumente hat. Trotzdem muss ich einen Schritt auf sie zugehen. „Ja schon. Aber diese bescheuerten Geschichten von all den tollen Typen, die angeblich total pleite waren, tausende Euros von Schulden hatten und jetzt auf Mallorca wohnen, die glaube ich nicht.“

„Musst du ja auch nicht, “ pflichtet sie mir bei. Und es kommt sogar noch besser! „Natürlich ist es leichter, wenn man über ein angemessenes Startkapital verfügt.“

Ich fasse es nicht! Plan B stimmt mir zu. Das passiert nicht oft.

Doch bevor ich meinen Triumph auskosten kann, fährt die kleine Eule fort: „Wenn du dich aber an die universellen Gesetzmäßigkeiten hältst, dann geht es auch ohne finanzielles Polster.“

Das war ja klar, dass sie jetzt wieder mit diesem Thema kommt! Vielleicht sollte ich einfach mehr sparen, um an mein Ziel zu kommen?

„Auch Quatsch!“, widerspricht sie, noch ehe ich diesen Gedanken vollständig zu Ende gedacht habe. „Du musst schon etwas investieren, wenn du Erfolg haben willst.“

Warum liest sie nur immer meine Gedanken? Sie weiß genau, wie ich das hasse!

„Sorry“, entschuldigt sie sich doch tatsächlich bei mir. „Aber wir kennen uns nun schon so lange und ich weiß halt, dass du nicht immer aussprichst, was du so denkst.“

Das stimmt.

„Und da mir genau bewusst ist, wie die Gedanken unser Leben beeinflussen, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als gegenzusteuern“, fährt sie fort. „Wenn du denkst, dass du nur erfolgreich sein kannst, wenn du im Vorfeld genügend Geld hast, dann ist das fatal. Vor allem dann, wenn sich der nächste Gedanke damit beschäftigt, dass du eben nicht genügend Finanzmittel besitzt.“

Sie schweigt bedeutungsvoll und schaut mich an, als erwartet sie von mir einen Einspruch. Aber was soll ich denn dazu sagen?

Ich zögere noch ein bisschen und spreche dann zögerlich: „Wenn ich denke, dass man nur mit einem entsprechenden Eigenkapital zum Erfolg kommt und ich gleichzeitig weiß, dass ich darüber nicht verfüge, dann kommt mein Unterbewusstsein zu dem fatalen Schluss, dass ich keinen Erfolg erringen sollte, und sabotiert mich schlussendlich. “

„Kluges Kind“, nickt die Eule. „Wir machen einen Deal: Ab jetzt passt du mal schön auf deine Gedanken auf. Und ich versuche mich im Gegenzug aus deinem Kopf rauszuhalten.“

Ich muss grinsen. Das schafft sie nie!

„Schaffe ich doch“, meint sie, und gackert beinahe wie ein Huhn. „Wenn du dich auch an deinen Teil der Abmachung hältst.“

 


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Plan B erklärt was das Talent mit Erfolg zu tun hat

„Talent“, will ich wissen. „Wie sieht es mit dem Talent aus? Ist das nicht entscheidend, ob ich Erfolg habe?“

„Kannst Du tanzen?“, fragt die Eule zurück.

„Nö“, brummle ich. „Dafür habe ich kein Talent.“

„Aber du kannst dich doch bewegen?“ Sie klappt den Schnabel auf und zu, als würde sie lautlos lachen. „Schließlich bist du Qigong-Lehrerin.“

„Das ist doch etwas ganz anderes! Und außerdem mache ich das schon seit fast zwanzig Jahren. Da sollte ich es wohl langsam zu etwas Präsentablem gebracht haben.“

„Ich finde, Qigong ist ein bisschen wie tanzen“, tönt sie prompt zurück.

Ich verdrehe die Augen: „Das ist aber weit hergeholt.“

„Warum kannst du nicht tanzen?“, will diese nervige Plastefigur nun wissen.

Was sie nur immer mit dem Tanzen hat? Ich kann es halt nicht besonders gut, weil ich es nicht oft mache. Als Kind habe ich gern getanzt, ganz egal, was im Radio lief. Besonders mochte ich die Tänze, bei denen mit dem Fuß aufgestampft wurde. Eines Tages habe ich sowas mal vorgeführt. Als ich dann ganz außer Atem fragte, wie ich gewesen sei, lautete die Antwort: Wie ein Trampel. Seither habe ich nie wieder getanzt, ohne mir Sorgen zu machen, dass es blöd aussieht.

„Da hast du aber eine schöne negative Konditionierung“, meint Plan B.

„Was hat das aber mit meiner Frage, nach dem Zusammenhang von Talent und Erfolg, zu tun?“, maule ich.

„Nicht direkt“, wackelt sie mit dem Kopf. Aber wir haben hier zwei sehr interessante Fakten.“

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. Na, das kann ja wieder was werden. Doch bevor ich mir darüber weiter Gedanken mache, fährt sie fort:

„Erstens hast du eine negative Konditionierung aus der Kindheit, die dir das Tanzen vermiest. Wenn man dir nicht gesagt hätte, dass du ein Trampel bist, dann hättest du sicher öfter getanzt und Spaß dabei gehabt.“

Sie sieht mich fragend an. Ich nicke. Und sie spricht weiter:

„Für einen Außenstehenden sieht Qigong schon irgendwie aus, wie ein langsamer Tanz.“

Wenn sie unbedingt meint! Also nicke ich ergeben.

„Als du mit Qigong angefangen hast, warst du der Meinung, dass du nicht gut tanzen kannst. Du hast kein Talent dafür, hast du geglaubt. Tanzen ist Bewegung. Qigong ist Bewegung.“

Worauf will sie hinaus?

„Wir bleiben also dabei, dass Tanzen und Qigong beides Bewegungsformen sind. Und wir sind uns einig, dass du für elegante Bewegungen kein Talent hast, denn du bist ja ein Trampel?“

Das ist ja wohl frech! Ich schnaube empört.

„Wenn du sagst, dass du fast zwanzig Jahre Qigong machst, dann heißt das doch irgendwie, dass du zwei Jahrzehnte etwas übst, wofür du eigentlich kein Talent hast.“

„Aber ich bin eine gute Qigong-Lehrerin!“, brause ich auf.

Sie flattert beschwichtigend mit einem Flügel. „Das will ich doch gar nicht in Abrede stellen.“

„Was willst du mir denn dann sagen?“, frage ich verwirrt.

Die Eule blinkert mit den Augen. „Talent ist nur eine Seite des Erfolges. Und die wird maßlos überschätzt.“

„Dann ist es das Üben?“, will ich nun wissen.

„Jein.“

Wie ich diese Antwort hasse! Die bekomme ich, bei jedem zweiten Gespräch, mindestens einmal zu hören.

„Es sind mehrere Faktoren, die den Erfolg bringen. Es geht um Talent, Üben, Motivation und wie man die universellen Gesetze anwendet.“

„Aber ich kannte doch diese Gesetze vorher noch gar nicht!“, triumphiere ich. „Und trotzdem gebe ich zahlreiche Kurse in der Woche.“

Plan B verdreht die Augen. „Aber sie wirken doch immer. Hast du das vergessen?“

Ich sage jetzt besser nix.

„Es gibt, so sind die neuesten wissenschaftliche Erkenntnisse, drei Faktoren, die den Erfolg beeinflussen. Das ist das Können, die Möglichkeiten und das Wollen.“

Sie fängt wieder an, mit verschränkten Flügeln auf dem Schreibtisch auf und ab zu wandern. Daher weiß ich, dass jetzt ein längerer Vortrag kommt.

„Können definieren wir mal kurz, als etwas Talent und eine Menge Lernen und Üben. Dabei gehe ich jetzt außerdem davon aus, dass zum Ganzen dazukommt, dass man diese Sache von vornherein auch mag.
Als Möglichkeiten nehmen wir die Rahmenbedingungen und dein Handeln. Über die Umgebung haben wir ja schon gesprochen. Die macht schon etwas aus, ist aber lange nicht entscheidend. Auch deine Konditionierung fällt unter die Rahmenbedingungen. Nach deinem Erlebnis mit der Trampel-Bezeichnung, sahen deine Ambitionen, eine Tänzerin zu werden, nicht besonders gut aus. Beim Qigong dagegen war es anders. Zum Glück hat da niemand dazwischengefunkt. Das hatte von Anfang an eine Bedeutung für dich. Und genauso hast du darüber gedacht und davon gesprochen. Du hast dich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Und du hast dir vorgestellt, wie es ist, dein Wissen weiter zu geben. Erinnere dich: Kaum jemand hat hier gewusst, was Qigong ist, als du damit angefangen hast. Aber du hast die entsprechenden Schwingungen ausgesendet. Und nun gibst du in der Woche etliche Kurse.
Das Wollen ist schnell erklärt. Wenn man etwas wirklich, aus sich selbst heraus, will, dann braucht es keine Motivation von außen. Darüber können wir uns vielleicht ein anderes Mal intensiver unterhalten.
Für heute fasse ich zusammen: Erfolg hängt weniger von dem Talent ab, das du für eine Sache mitbringst, sondern viel mehr davon, wie du dich auf eine bestimmte Art und Weise verhältst.“

„Und so sind wir wieder bei den universellen Gesetzen“, stimme ich ohne Protest zu.

„Klaro. Darauf läuft es am Ende immer hinaus.“, sagt sie und zwinkert mir zu.


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Plan B und die Abhängigkeit von der Umgebung

Jetzt wo ich die sieben universellen Gesetzmäßigkeiten kenne, bin ich ganz gespannt, was die Eule noch so im Ärmel, oder besser gesagt unter den Federn, hat.

Das macht mich ganz hippelig und ich will es genauer wissen: „Gibt es noch andere Faktoren, von denen es abhängig ist, ob ich erfolgreich bin oder nicht?“, frage ich sie.

Sie legt den Kopf schief und sieht mich mit großen Augen an: „Was meinst du?“

„Na ja.“ Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich das formulieren soll. „Vielleicht ist Erfolg auch abhängig von meiner Umgebung, vom Talent für bestimmte Sachen, vom Geschick mit Geld umzugehen oder sogar vom Startkapital?“

Meine Stirn legt sich in Falten. Das mit dem Startkapital ist bei mir wohl eine ziemliche Fehlanzeige. Und bei den anderen Punkten bin ich auch nicht so enthusiastisch. Habe ich da überhaupt eine Chance?

„Glaubst du, dass Reichtum an einen Ort gebunden ist?“

„Die Reichen wohnen doch immer alle zusammen“, maule ich.

„Und in deren Umgebung gibt es keine armen Leute?“, will die Eule wissen.
Ehe ich antworten kann, fährt sie fort: „Die Reichen, wie du sie nennst, haben Gärtner, Zimmermädchen, Köchinnen und andere Bedienstete. Glaubst du, dass die auch reich sind?“

Ich schüttle den Kopf. „Vielleicht wenn einer irgendwie etwas Besonderes macht? Ein Supergärtner, der japanische Gärten gestaltet? Oder eine Sterne-Köchin, die Partys ausgestaltet?“, vermute ich.

Plan B wiegt den Kopf. „Das ist gut möglich. Aber die machen sicher nicht alles allein und haben für die einfacheren Arbeiten dann Angestellte.“

Sie hat Recht. Ein Sternekoch wird sicher nicht nach dem Kochen das Geschirr abwaschen. Wo Reiche sind, wird es immer auch irgendwo Arme geben.

„Genau“, kommentiert die freche Plastikfigur meine Gedanken. Ich weiß nicht, wie oft ich sie gebeten habe, das zu unterlassen. Aber im Moment ist mir das egal, denn ich versuche, meine Gedanken zu ordnen. „Das bedeutet also, dass der Ort und die Umgebung nicht ausschlaggebend für den Erfolg sind, sondern …“ Jetzt weiß ich nicht weiter.

„Worin besteht der Unterschied zwischen einem normalen, wenn du es so nennen willst, Gärtner, der den Rasen mäht, und einem erfolgreichen Super-Gärtner, der japanische Gärten anlegt?“, versucht sie mir auf die Sprünge zu helfen.

„In der Arbeit, die sie machen“, werfe ich stolz ein.

Sie scheint nicht zufrieden. „Können wir das anders formulieren?“

Weil ich keine Antwort gebe, fährt sie fort: „Der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen besteht darin, was sie denken und wie das ihr Verhalten prägt.“

Ich schweige noch immer, denn ich bin nicht ganz überzeugt.

„Gehen wir mal davon aus, dass sich der Rasengärtner bei seiner Arbeit Mühe gibt. Aber das reicht dem Japan-Gärtner garantiert nicht. Der wird sich bei jedem Auftrag vornehmen, dass er den tollsten und besten Garten schafft, den es je gegeben hat. Er wird ihn sich ausmalen. Er wird ihn träumen. Er wird sich inmitten dieses Paradieses stehen sehen, noch ehe der erste Spatenstich getan wurde. Er denkt das Ergebnis voraus. Und seine Gedanken werden Realität.“

„Das Gesetz der immerwährenden Umwandlung?“, werfe ich vorsichtig ein. „Oder Ursache und Wirkung?“

„Egal“, lautet die Antwort. „Alles hängt mit allem zusammen. Du kannst nicht eine Gesetzmäßigkeit befolgen und die anderen, außer Acht lassen. Sie wirken gemeinsam. Ob du willst oder nicht. Und ob du daran glaubst oder nicht. Wenn du dich an ihre Regeln hältst, dann klappt es mit dem Erfolg. Vergiss aber auf keinen Fall die Nummer Sieben.“

„Alles braucht seine Zeit“, verkünde ich stolz.

Sie nickt und schaut mich trotzdem fragend an.

Wahrscheinlich erwartet sie eine Zusammenfassung unseres Gespräches. „Erfolg ist also nicht abhängig, in welcher Umgebung ich lebe, sondern wie ich mich verhalte.“

„Jein.“

Manno! Ich dachte, ich hätte es kapiert. Und nun das wieder!

„Natürlich spielt die Umgebung auch eine gewisse Rolle. Versuche du mal, am Nordpol Kühlschränke zu verkaufen.“

Ich bin mir ganz sicher, dass sie wieder einmal grinst.

„Auf alle Fälle ist der Ort nicht der eigentliche und bestimmende Erfolgsfaktor für deine Zukunft. Man sollte ihn nicht ganz beiseiteschieben, aber dein Lebensmittelpunkt entscheidet nicht über deinen Erfolg im Leben.“

„Einverstanden „, nicke ich. „Aber was ist mit dem Talent? “

Die kleine Eule schweigt. Sie hat schon wieder diesen komischen Gesichtsausdruck, der besagt, dass ich die Antwort auf diese Frage, erst beim nächsten Gespräch erhalte.


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Plan B und das Gesetz der Entwicklung

Vielleicht liegt es am Wetter. Oder woran auch immer? Ich bin voll motiviert, denke nur positiv und will jetzt am liebsten, von heute auf morgen, mein ganzes Leben umkrempeln.

Die Eule stöhnt genervt. „Du wieder! Blinder Aktionismus schadet nur!“, wirft sie mir schabelklappernd vor.

„Ich denke die ganze Zeit nur, wie toll mein Leben ab jetzt wird. Was ist denn daran nun schon wieder falsch?“, maule ich. „Du hast gesagt, ich soll meine Gedanken ändern, weil sie die Ursache für die Wirkungen in meinem Leben sind.“

Sie seufzt. „Ja.“

„Ja, aber?“, will ich wissen, denn ich sehe ihr an, dass sie es nicht bei diesem einen Wort belassen wird.

„Erstens, reicht denken allein nicht aus, man muss auch handeln. Aber dazu kommen wir später noch. Jetzt ist erst einmal das siebente und letzte Gesetz an der Reihe.“

Pause.

Ich hasse es, wenn sie mich so auf die Folter spannt. Jetzt grinst sie auch noch in sich hinein – soweit man das mit Federn und einem Schnabel im Gesicht machen kann.

„Sprechen wir heute doch einmal über das Gesetz der Entwicklung.“

Sie macht schon wieder eine Pause! An diesem Vogel ist ein echter Entertainer verloren gegangen. Den großen Auftritt beherrscht die kleine Eule jedenfalls perfekt.

„Du hast doch einen Garten?“, fragt sie. Will sie mir jetzt etwa einen Vortrag halten, dass es Zeit ist, mal wieder Unkraut zu rupfen? Das geht sie doch wohl nichts an!

Natürlich liest sie wieder meine Gedanken. „Wie deine Beete aussehen, ist mir vollkommen schnuppe. Ich brauche einen Vergleich, der  dir einleuchtet. Und das geht mit dem Gärtnern ganz gut.“

Aha, jetzt bin ich wohl auch zu dumm, um philosophische Zusammenhänge zu verstehen? Ich grummle innerlich vor mich hin und vergesse vor lauter gekränkter Eitelkeit, dass ich mich manchmal wirklich schwertue.

Diesmal geht sie nicht auf mein inneres Zwiegespräch ein. „Wenn du einen Samen in die Erde bringst, dann braucht es Zeit, bis er keimt. Zuerst entsteht ein junges Pflänzchen, das manchmal sogar ganz anders aussieht, wie das Bild auf der Samentüte. Die Pflanze wächst und wächst, erwartet Hege und Pflege von dir, und irgendwann kannst du sie ernten.“

Ich zucke mit den Schultern. „So ist es nun mal“, stimme ich zu. „Alles braucht seine Zeit. Keimen, wachsen, reifen.“

Plan B strahlt mich an. „Genau!“

An meinem Gesicht sieht sie wohl, dass ich nicht ganz verstanden habe, wie dieser Freudenausbruch zustande kommt. Nun verdreht sie die Augen. „Es ist mit dem Leben, wie mit dem Garten. Deine Gedanken und Ideen sind die Samen. Die müssen keimen und wachsen. Und du musst die ganze Sache zusätzlich noch pflegen. Das bedeutet, so zu handeln, dass das gewünschte Ergebnis angestrebt wird. Mit dem Denken allein ist es also nicht getan. Und von heute auf morgen geht es auch nicht.“

„Gut Ding will Weile haben?“, frage ich sicherheitshalber nach.

„Ja und nein“, wiegt sie den Kopf. „Ob du ein Leben nach deinen Vorstellungen führen kannst, hängt davon ab, was du denkst, was und wie du etwas tust und ob du die sieben Gesetzmäßigkeiten beachtest.“

„Und wenn ich das mache, dann wird alles chic?“, will ich natürlich wissen.

„Ja“, kommt es gedehnt als Antwort.

„Das heißt, wir sind noch lange nicht am Ende?“

Jetzt ist es eindeutig: die Eule grinst! „Da sind noch einige Sachen, die du beachten solltest. Dazu kommen wir dann in den nächsten Tagen. Erinnerst du dich, an unsere ersten Gespräche über die Komfortzone und die Glaubenssätze? Wir haben jetzt zwar über die Gesetzmäßigkeiten des Lebens gesprochen, aber ich finde, wir sollten noch die eine oder andere Betrachtung anstellen.“

Ich grinse auch. Wäre echt schade gewesen, wenn es jetzt schon vorbei ist.

ernte


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Plan B und das Gesetz von Ursache und Wirkung

Ich sitze an einer Auftragsarbeit und komme nicht voran. Es fällt mir unheimlich schwer, auch nur einen vernünftigen Satz in den Computer zu tippen. Dabei müsste der Text schon fertig sein. Aber das Thema macht mir keinen Spaß und ich grummle innerlich, dass ich keine Lust zu dieser Arbeit habe.

Ich würde mich viel lieber mit der Eule unterhalten. Das habe ich schon seit Wochen nicht mehr getan. Mir fehlte die Zeit für lange Gespräche, fand ich. Es gab so viel zu erledigen, was mir wichtiger erschien. Sie dagegen hat mehrmals versucht, mich in eine Diskussion zu verwickeln. Aber ich habe abgeblockt.

Nun schweigt sie. Seit Tagen. Täusche ich mich, oder macht sie ein beleidigtes Gesicht?

„Hey“, sage ich und stupse sie vorsichtig mit dem Finger an.

„Was ist?“, fragt sie ungehalten.

„Hast du Zeit?“, will ich wissen und ärgere mich gleich darauf über mich selbst. Warum sollte eine Plastefigur, die auf meinem Schreibtisch herumsteht, beschäftigt sein?

„Eigentlich nicht“, lautet die Antwort.

Na toll! Ich wusste es: Sie ist eingeschnappt. „Was hast du denn so Wichtiges zu tun?“, frage ich und versuche meiner Stimme einen einschmeichelnden Klang zu geben.

„Ich denke.“

Was soll sie denn sonst machen? Holz hacken oder Spargel stechen?

Bevor ich mir eine Strategie überlegen kann, wie ich sie doch noch zum Reden bringe, fährt sie fort: „Ich denke über das Gesetz von Ursache und Wirkung nach.“

Aha. Das ist jetzt sicher die Retourkutsche. Also murmele ich entschuldigend: „Sorry. Ich habe es verstanden. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Ich hatte die ganzen Tage keine Zeit für dich und jetzt hast du keine für mich.“

Sie antwortet nicht, sondern schaut mich nur an.

„Es tut mir leid“, setzte ich hinzu. „Es war blöd von mir. Zwischen all der Arbeit hätte ich sicher auch noch ab und zu mal einen Schwatz mit dir halten können.“

„Wir schwatzen nicht“, erklärt sie würdevoll. „Ich versuche, dir was fürs Leben beizubringen. Aber du willst das ja nicht hören.“ Sie plustert sich auf. „Und umsetzen willst du das schon gar nicht.“

„Das stimmt aber so nicht!“, protestiere ich. „Ich habe in den letzten Wochen richtig viel gearbeitet.“

Die Eule legt den Kopf schief: „Bist du jetzt reich?“

„So schnell wird man nicht reich“, kommt mein Konter.

„Hast du etwas anderes gemacht als sonst?“, will sie wissen.

„Naja, nicht unbedingt“, druckse ich herum. „Ich habe mehr gearbeitet als sonst.“

„Aber du hast nichts Grundlegendes verändert?“

„Nicht direkt“, gebe ich zu. Worauf will sie denn nun schon wieder hinaus? Ich kann doch nicht mehr als arbeiten! Dafür habe ich doch sogar Aufträge angenommen, die mir keinen Spaß machen. Schließlich hat sie mir was von dem Gesetz des Rhythmus erzählt. Nach den schlechten Zeiten sollen doch irgendwann die Guten kommen. Ich will jetzt endlich reich werden und nicht immer jeden Euro umdrehen müssen. Aber es ist wie verhext, egal wie ich mich bemühe, ich schaffe es einfach nicht, so zu leben wie ich es gern würde.

„Weißt du, was Einstein gesagt haben soll?“, unterbricht sie meine Gedanken.

„Der hat ziemlich viel gesagt“, antworte ich sauer. Garantiert hat sie wieder meine Gedanken gelesen.

„Also der hat gesagt: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Die Eule klappert bedeutungsvoll mit den Augen.

Jetzt bin ich mir ganz sicher, dass sie wieder in meinem Kopf war. Ich habe ihr das schon so oft untersagt. Ich will das nicht!

„Ich muss das aber tun“, verteidigt sich dieses kleine Plasteding. Noch bevor ich „schon wieder“, grummeln kann, spricht sie weiter. „Du bist nicht ehrlich zu mir. Vielleicht nicht einmal zu dir selber. Deine Gedanken verraten dich.“

„Wie meinst du das?“

„Du willst erfolgreich werden?“, fragt sie. Ich nicke und warte auf den nächsten verbalen Schlag.

„Aber du schaffst es nicht.“ Sie wiegt den Kopf hin und her und beschwichtigt. „Also zumindest lebst du nicht so ein Leben, wie du es dir in deinen Träumen vorstellst.“

Resigniert zucke ich mit den Schultern.

„Du denkst: Du schaffst es einfach nicht.“

Mein „doch“ kommt ziemlich kläglich, gebe ich zu.

„Ja, ja.“ Die kleine, weiße Eule verschränkt ihre Flügel hinter dem Rücken und beginnt, wie ein Oberlehrer auf meinem Schreibtisch hin und her zu laufen. „Deine Gedanken sind wie Energiewellen, die du in die Welt schickst. Und alles was du denkst, das kommt auf die eine oder andere Art wieder zu dir zurück. Manchmal kann man es direkt erkennen. Beispielsweise an deinem Kontostand.“ Sie kichert, was ich ziemlich gemein finde.

„Actio gleich reaktio“, doziert sie weiter. Jetzt ist sie in ihrem Element und ich weiß, dass sie kaum noch zu bremsen ist. „Das Gesetz von Ursache und Wirkung ist unumgänglich. Alles hängt mit allem zusammen. Wie viel Geld du verdienst, das ist übrigens eine Wirkung. Willst du etwas an deinen Einnahmen ändern, dann solltest du dich auf die Ursache konzentrieren.“

„Ich habe doch in den letzten Wochen viel mehr gearbeitet und es hat sich doch nichts prinzipiell verbessert“, fahre ich dazwischen.

„Könnte es sein, dass der entscheidende Faktor nicht die Menge deiner Arbeit ist?“, fragt sie leise. „Die Wirkung, die du erzielt hast, war jedenfalls nicht das erwünschte Ergebnis.“

Sie bleibt stehen und sieht mich mit ihren großen Augen an. „Wenn du etwas an deinem Leben ändern willst, solltest du dich zuerst einmal um deine Gedanken kümmern. Hör endlich auf, dir selber einzureden, dass du etwas nicht schaffen kannst oder wirst. Konzentriere dich darauf, eine Ursache zu erschaffen, die Wirkungen nach sich zieht, die deinen Träumen entspricht.“

Ich glaube, ich verstehe nicht ganz, was sie meint.

„Gedanken sind Energie. Alles was jemals im Leben erschaffen wurde, existierte zuerst in Gedanken. Dann erst wird eine Handlung daraus und sozusagen Materie erschaffen. Deine Gedanken sind die Ursache, die eine bestimmte Wirkung hervorbringt.“

Sie wirft mir einen scharfen Blick zu. „Wenn du tief aus deinem Inneren eine Energie aussendest, die besagt, dass du nicht glaubst, dass deine Vorstellungen realisierbar sind, wie soll das eine positive Wirkung erzielen?“

Wahrscheinlich sieht sie mir an, dass ich wieder mal nur Bahnhof verstehe.

Resigniert klappert die Eule mit dem Schnabel. „Dann muss ich meinem Namen wohl wieder mal alle Ehre machen. Wenn dir die Philosophie zu hoch ist, dann nehmen wir Plan B.“ Sie kommt ganz nah an mich heran, bis ihr Schnabel fast meine Nase berührt. „Du kannst nur ernten, was du gesät hast.“

Das habe ich jetzt aber verstanden, denke ich bei mir.