junggenug

Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


Hinterlasse einen Kommentar

3 Gründe warum Du authentisch sein solltest, wenn Du Erfolg haben willst

Ich bin neugierig. Auf andere Menschen, auf Bücher, auf Ideen. Darum gehe ich auch gern zu Vorträgen, Seminaren und anderen Veranstaltungen. Das ist oft sehr interessant und bringt manchmal erstaunliche Erkenntnisse.

Neulich habe ich einer jungen Frau zugehört, die uns etwas über Öl erzählt hat. Vielleicht hast Du auch schon etwas von dieser amerikanischen Firma gehört, die rein natürliche Öle über den Direktvertrieb verkauft. Ehrlich gesagt, diese Art von Geschäftsmodell ist mir völlig schnuppe. Ich habe ein- oder zweimal versucht mit so einer „garantierten Methode“ reich zu werden – und es hat nicht geklappt. Es lag, so denke ich im Nachhinein, daran, dass ich nicht einhundertprozentig von den Produkten überzeugt war, die ich verkaufen sollte. Will ich Leute von etwas überzeugen, dann klappt das nur, wenn ich auch total hinter dieser Sache stehe. Sonst komme ich mir hohl und unglaubwürdig vor – und das schmälert meine Argumentation und meinen Einsatz. Daher waren meine Unternehmungen von vorn herein zum Scheitern verursacht. Um wirklich reich zu werden, muss man eben nicht nur Mitglied einer Community werden, sondern sich auch richtig in den Verkauf reinhängen.

Aber zurück zum Thema. Ich fand die Öle schon recht interessant. Für alles was mit Natur und Naturprodukten zusammenhängt, habe ich sowieso ein Faible. Gut – nun möchte man sagen, dass diese amerikanische Firma viel erzählen kann. Naturbasis hin und her. Nachprüfen kann ich das sowieso nicht. Das lassen wir mal außen vor.

Mein Interesse beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Angebot, sondern auf die Vortragende. Das war eine junge Frau, die eigentlich im medizinischen Bereich arbeitet. Sie erzählte frank und frei, dass sie mit unserem Gesundheitssystem nicht zufrieden gewesen wäre und daher nach Alternativen gesucht hat. „Das ist mal ein überzeugender Ansatz!“ habe ich gedacht. (Zugegeben – ich liege mit unserem Gesundheitswesen seit Jahren im Clinch und freue mich immer wenn ich Gleichgesinnte treffe.) Voller Begeisterung hat die Vortragende, nennen wir sie der Einfachheit mal Denise, von den Erfolgen bei der Anwendung dieser Öle gesprochen. Als Beispiele wurden Mutter, Nichte und Schwester zitiert. Ist ja auch völlig legal und verständlich. Wenn ich etwas gut finde, dann versuche ich zuerst meine Lieben von der Richtigkeit dieser These zu überzeugen. (Da fällt mir gerade ein: Bei Qigong hat das wohl noch nicht geklappt. Ich bin immer noch die Einzige in unserer Familie, die das dauerhaft praktiziert. Wahrscheinlich habe ich bisher noch nicht genug argumentiert, obwohl ich tausendprozentig von der heilsamen Wirkung überzeugt bin.)

Bei Denise hatte das mit der Überzeugungsarbeit augenscheinlich besser geklappt. Sie machte auch durch und durch einen glaubhaften Eindruck. Immer wieder hörte ich die Worte Gesundheit und Eigenverantwortung. Das fällt bei mir natürlich auf fruchtbaren Boden. Ich war im Grunde genommen recht angetan. Von ihrem Vortrag und auch von den Ölen. Innerlich hatte ich schon den „Daumen hoch“ für „gefällt mir“ gezückt. Da fiel auf einmal dieser Satz, der alles zunichtemachte. „Wenn ich dann merke, dass ich zu oft zur Zigarette greife, dann nehme ich …“. Aber Hallo! Denise, die Verfechterin eines gesunden Lebensstils, raucht? Damit war ich raus! All das, was sie dank ihrer Ausführungen in mir ausgelöst hatte, war schlagartig verpufft. Es war wie ein Suffle zusammengefallen. Nach diesem unbewussten Geständnis war sie für mich unglaubwürdig geworden.

Was hat das mit Dir zu tun?

Falls Du in deinem Leben eine Baustelle hast, bei der es nicht so richtig vorwärts geht, dann überprüfe einmal, ob du dort auch wirklich authentisch bist. Warum klappt die Sache nicht so, wie Du es Dir vorstellst? Stehst Du einhundert Prozent dahinter? Bist Du glaubwürdig, in dem was Du tust? Oder lebst Du deine Idee nicht wirklich?

Stell Dir mal vor, Du wärst Dein Kunde, Dein Partner oder einfach jemand, der mit Dir gemeinsam etwas machen soll. Bist Du authentisch, wenn es um Dein Vorhaben, Deinen Plan oder Dein Geschäft geht? Wenn Du es ehrlich meinst, dann solltest Du die Dinge auch so Leben, „wie Du sie predigst.“

  • Wenn Du Dich verstellst, dann verraten Dich gerade oft die Kleinigkeiten.
  • Viele Menschen haben ein Gespür dafür, ob Du hinter Deinen Worten stehst oder ob sie nur leere Hülsen sind.
  • Gerade wenn es um die Themen Gesundheit, Ernährung, Sport und deren Alternativen geht solltest Du Dein Leben so einrichten, dass Du wirklich glaubwürdig bist.

Sonst wirkt es bei näherer Betrachtung wie

  • Ein Sportler, der raucht
  • Ein Vegetarier, der zu den Feiertagen Fleisch ist
  • Eine Ernährungsberaterin, die heimlich zu den Weight Watchern geht

Denn:
Unsere Überzeugungskraft steht und fällt mit unserer Glaubwürdigkeit.

 Ernst Ferstl – österreichischer Lehrer und Schriftsteller
(mehr von ihm auf www.gedanken.at)

Bildquellenangabe: Thomas Scholz / pixelio.de


Ein Kommentar

Warum es gut ist, wenn man mal wieder daran erinnert wird: Der Weg ist das Ziel.

Ich war am vergangenen Wochenende wieder einmal zu einem sehr interessanten Seminar. Das Thema lautete „Qigong und Bogenschießen“.

Wer mich länger kennt, der weiß, dass ich Qigong liebe und daher ist es nicht verwunderlich, dass ich gern zu so einer Fortbildung fahre. Eigentlich könntest Du mich jetzt fragen: Du hast doch gerade deine Prüfung als Qigong-Trainerin gemacht, da musst du dich doch nicht gleich wieder zum Lehrgang. Doch muss ich, werde ich dir dann mit heftigem Kopfnicken antworten. Weil ich (wie im vorigen Beitrag) gern mal über meinen Tellerrand schaue und auf solchen Veranstaltungen immer viel für meine eigenen Kurse lerne. Und außerdem habe ich so eine tolle Kollegin kennengelernt. Wer in der Nähe von Bremen wohnt, sollte unbedingt mal einen Qigong-Kurs bei Doris Rath belegen.

Aber darauf will ich gar nicht hinaus.

Das Bogenschießen soll heute mein Thema sein.

Bis zum vergangenen Wochenende habe ich schon mal ab und zu einen Bogen in der Hand gehabt. Da hieß es: Pfeil einlegen, spannen, irgendwie zielen und loslassen. Und genau so sah das Ergebnis aus.

Jetzt wurde alles anders. Ohne es vorher zu wissen, war ich nämlich bei einem der bekanntesten Trainer Norddeutschlands gelandet. Manfred Meyer hat mein Bild vom Bogenschießen in wenigen Stunden gründlich verändert. Nicht das Loslassen des Pfeiles ist das Wichtigste, sondern all die kleinen Schritte vorher.

Hinstellen, Ankommen, die Position Eins einnehmen. Jeder Schritt wird sorgfältig und achtsam ausgeführt. Auch die, die nun folgen. Dazu kommt der Atemrhythmus, der sich den einzelnen Phasen anpassen soll.

Das war so viel Vorbereitung!

Und genau diese ist die Voraussetzung, dass man sein Ziel auch erreichen wird. Natürlich gibt es keine Garantie (im Leben und auch beim Bogenschießen), dass man mit einer ordentlichen Vorbereitung immer ins Schwarze trifft. Aber die Wahrscheinlichkeit einen Treffer zu landen, ist bedeutend größer.

Und noch etwas ist mir aufgefallen. Wenn man alle diese Teilschritte in Ruhe und Achtsamkeit ausführt, dann ist es gar nicht mehr so ganz doll wichtig, ob man auch genau in die Mitte es Zieles trifft.

Die einzelnen Schritte korrekt auszuführen, schafft eine ganz eigene Art an Befriedigung.

Als ich wieder zu Hause war, habe ich erstaunt festgestellt, dass es mir nicht nur beim Bogenschießen so geht. Eine achtsame Herangehensweise an die verschiedensten Arbeiten schafft eine Gelassenheit, die eine stille Freude entstehen lässt. Ein Gefühl, das jenseits von Stress und Hektik liegt.

Es stimmt halt doch: Der Weg ist das Ziel.

 

bogen

Bildquellenangabe:        RainerSturm / pixelio.de