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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Sei dankbar

Na das ist mal eine Aufforderung, könntest Du jetzt denken. Wofür soll man denn dankbar sein? Dafür, dass man den begehrten Ausbildungs- oder Studienplatz damals und später den tollen Job nicht bekommen hat? Dafür, dass die angeblich beste Freundin hinter dem Rücken seltsame Sachen erzählt oder überhaupt mal wieder alles schief gegangen ist?

Wofür sollst Du denn nun dankbar sein?

Wenn Du es nicht weißt oder erkennst, dann müssen wir uns der Sache erst einmal vorsichtig nähern. Also fragen wir wieder einmal Wikipedia:

Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann dem Göttlichen, den Menschen oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein, oder allen zugleich.“

Ein positives Gefühl sollen wir also haben. Sowas wie Glück oder Zufriedenheit.

Dann sollten wir uns zuerst einmal an die schönen Dinge in unserem Leben erinnern.

  • Du hast eine tolle Wohnung? Sei dankbar dafür!
  • Du hast einen prima Job? Sei dankbar dafür!
  • Deine Beziehung läuft gut? Sei dankbar dafür!

Jetzt kommt natürlich wieder meine Aufforderung eine Liste zu schreiben. Mach mindestens einmal in der Woche eine Aufstellung mit wenigstens 10 Punkten wofür Du dankbar bist. Manchmal wird sie sich kaum von der Vorwochen-Liste unterscheiden. Manchmal wird etwas dazu kommen, manchmal etwas verschwinden. Aber sicher werden immer noch genug Punkte übrig bleiben, für die Du dankbar sein kannst.

Und wenn es niemanden Konkretes gibt, bei dem Du Dich bedanken kannst? Dann wende Dich ans Universum, ans Sein oder einfach nur ans Leben. Hauptsache Du sagst Danke.

Aber was ist mit den Punkten, die nicht so gut in deinem Leben laufen?

  • Deine Beziehung geht den Bach runter?
  • Du hast Deinen Job verloren?
  • Über Dir sind Leute eingezogen, die den ganzen Tag nur Party machen?

Und jetzt komme ich und sage Du sollst dankbar sein. Na schönen Dank auch!

Natürlich wäre es jetzt vollkommen blöd, sich auch einfach dafür zu bedanken. In Krisensituationen ist es jedoch wichtig nicht in einer negativen Gedankenspirale zu versinken. Denke jetzt nun nicht: „Immer ich, immer läuft alles schief bei mir.“ Gerade in schweren Zeiten darf man sich nicht von den eigentlichen Problem auffressen lassen. Such jetzt noch stärker das Gute in deinem Leben. Und sei dankbar dafür.

Du hast wirklich echte Freunde, die zu dir halten? Sei dankbar dafür!

Natürlich ist es an den Haaren herbeigezogen, wenn ich Dir jetzt einreden will, dass Du Dich schon lange nicht mehr in Deinem alten Job wohlgefühlt hast und Du dankbar sein sollst, dass Du gezwungen bist, eine neue Chance zu ergerifen. Das funktioniert nicht. Stattdessen solltest Du mal überlegen, wann es in deinem Leben Situationen gab, bei denen sich ein scheinbares Unglück oder Missgeschick im Nachhinein als echte Alternative erwiesen hat. Sei auch dafür dankbar.

Also musst Du noch einmal eine Liste machen. Auf der stehen dann solche Sachen, die am Anfang gar nicht gut aussahen und dann doch noch richtig gut wurden. Sei auch dafür dankbar!

Dann machst Du eine dritte Liste. Darüber schreibst Du dein größtes Problem und dann denkst Du Dir einfach irgendwelche fiktiven Lösungen aus, für die Du dankbar bist.

So nach dem Motto: Ich habe meinen Zug verpasst!

Das ist nicht schön – aber

  • Ich bin dankbar dafür, dass ich jetzt Zeit habe mir die fremde Stadt genauer anzusehen.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich mit fremden Menschen ins Gespräch komme.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich ein tolles Restaurant entdeckt habe.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich jetzt mein Buch doch noch zu Ende lesen kann.
  • Ich bin dankbar dafür, …

Natürlich scheint Dir das zuerst sehr an den Haaren herbeigezogen. Versuch es doch einfach mal. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Du magst Deine Wohnung nicht mehr? Zieh in Gedanken in ein anderes Stadtviertel, eine andere Gegend, ein anderes Land. Probleme mit dem Job? Stell Dir vor, dass Du ein freiwilliges ökologisches Jahr machst, als Au Pair nach USA gehst. Jetzt denkst Du sicher ich spinne! Selbst dazu bist Du nicht zu alt. Es gibt eine tolle Seite dafür www.aupair-50plus.de/.

Aber darum geht es ja in erster Linie nicht. Es geht darum nicht im Jammertal der eigenen Probleme zu versinken. Sei dankbar für das, was Du hast. Und stell dir vor, wie viele Möglichkeiten es noch gibt. Du musst sie ja nicht einmal alle ergreifen. Aber sehen solltest Du sie schon. Sei einfach dankbar dafür, dass sie da sind

dankeBildquellenangabe:        Rainer Sturm / pixelio.de