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Das Leben ändern – auch wenn man keine 20 mehr ist


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Sei kreativ

Mit dem Thema Kreativität haben sich schon viele Leute beschäftigt. Natürlich gibt es auch einen Artikel von Wikipedia dazu. Dort wird diese Eigenschaft, wie folgt beschrieben: „Kreativität ist allgemein die Fähigkeit, etwas vorher nicht da gewesenes, originelles und beständiges Neues zu kreieren.“ Zum Glück ist dieser Beitrag etwas umstritten, denn ich kann da nicht ganz mitgehen.

Etwas Neues schaffen … da kann man ja noch relativ leicht zustimmen.

Wenn ich etwas bastle, male, schreibe … dann war es vorher nicht da. Also ist es neu.

Aber ist es originell? Für mich schon. Schließlich denke ich mir etwas aus das ich ganz toll finde. Dummerweise müssen das die Anderen nicht auch so sehen. Das geht mir oft so wenn ich mal wieder ein neues Buch veröffentliche. Ich finde es ganz toll und denke: Das wird weggehen wie warme Semmeln. Und dann dümpeln die Verkaufszahlen bei Amazon vor sich hin. Tja. Ich fand es gut … und die Welt nimmt kaum Notiz davon. War ich aber deswegen nicht kreativ?

Ist es vorher noch nicht dagewesen? Wenn ich es geschaffen habe, dann war es ja vorher noch nicht da. Aber sicher gab es sowas ähnliches schon mal. Ich habe zwar etwas kreiert, aber es ist nicht wirklich total neu. Eigentlich war alles schon mal da. Selbst so ein Text über Kreativität. Ralph Hiltman hat auf seinen Zeit-zu-Leben-Seiten beispielsweise einen klugen Beitrag zu diesem Thema geschrieben.

Macht es dann aber noch Sinn etwas Neues zu machen?

Wenn ich an das gute Gefühl denke, das ich habe, wenn ich mal wieder ein Buch fertig geschrieben oder auch nur einen neuen Blogartikel veröffentlicht habe, dann sage ich. Ja

Ja, es macht Sinn, etwas zu erschaffen. Auch wenn es vorher schon tausend ähnliche Dinge, Bilder oder Geschichten gab. Ein richtig gutes Beispiel dafür sind die Märchenbücher von Alexander Wolkow. Der hat bei seinem ersten Werk „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ ziemlich nah beim „Zauberer von Oz“ gelegen. (O.K. – Ich gebe es zu, selbst ich als Fan kann nicht abstreiten, dass er abgekupfert hat.) Das Ergebnis ist aber so toll geworden und hat tausende Kinder (wie mich) glücklich gemacht. Das wäre echt schade gewesen, wenn er dieses Buch (aus dem noch mehrere andere entstanden sind) nicht geschrieben hätte, nur weil ihm eingefallen ist, dass sowas schon mal da war.

Und wie ist es mit der Beständigkeit?

Hat Kreativität nur Sinn, wenn das Ergebnis bleibt? Was ist mit einer besonders schönen Torte, einem ausgefallenen Essen oder einer wunderschönen Seifenblase? Das ist doch auch kreativ, so etwas zu backen, zu kochen oder einfach nur den Dreh raus zu haben.

Da gibt es eine amerikanische Künstlerin, die schafft beeindruckende Blumen-Mandalas. Die sind wunderschön und haben dabei aber keine lange Lebensdauer. Nicht nur weil sie welken, sondern weil Kathy Klein sie einfach auf der Erde auslegt und sie dann Sonne und Wind überlässt. Der Prozess des Schaffens, ist es wohl, der sie reizt. Vielleicht ist es genau das, warum ich mich auch immer gleich wieder an ein neues Buchthema wage.

Ich mag indessen die Synonyme, die mir mein Thesaurus vorschlägt wirklich viel lieber, als die Erklärung, die Wikipedia liefert. Er bietet mir als andere Worte für Kreativität nämlich eine ganze Reihe weiterer Bezeichnungen an. Am besten gefallen mir davon: Berufung, Einfallsreichtum, Fantasie, Ideenreichtum, Inspiration und Schöpfertum.

Ganz gleich, ob wir nun etwas völlig Neues schaffen oder einfach nur irgend etwas schaffen. Es wird immer auf eine gewisse Art anders sein, als die „Vorlage“. Selbst Kunstfälscher erstellen keine 100%ige Kopie eines Werkes. Wir sollten uns also von nichts und niemanden daran hindern lassen, dass zu machen, was wir schon immer machen wollten.

Also schreibe, male, texte, bastle, schauspielere, singe … sei kreativ.

Und wenn dir im Moment nix einfällt, dann versuch es doch mal mit einem Blumen-Mandala wie Kathy Klein. Hier als Anregung der Link zur Bildersuche.

Dein Werk muss keineswegs so beeindruckend sein, wie diese wunderschönen Bilder. Man kann ja klein anfangen. Hier ist übrigens mein Versuch:

mandala